Marshall McLuhan – Der Medientheoretiker und Entdecker des globalen Dorfes zum 100. Geburtstag

Die regressiven Tendenzen einer überwiegend visuell ausgerichteten Mediengesellschaft hat der Medientheoretiker McLuhan in seiner Prognose des „globalen Dorfes“ bereits Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts vorhergesehen, also weit bevor uns Datenhighways, flimmernde Smartphones und virtuelle Flimmerwelten in einen halluzinatorischen Zustand informierter Paralyse versetzt haben. Und es mag bezeichend sein, dass uns das öffentlich-rechtliche RADIO als dem unterschätzten „Organ“ der Sprach- und Erzählkultur an diesen Vordenker erinnert. Immerhin lassen einen die Auseinandersetzungen um Wikileaks, um Geheimverträge, um „moderierte“ bzw. zensierte e-mail-Listen und um Transparenz hoffen, dass die Funktion der Schriftkultur für das kognitive Verstehen und das politische Handeln noch nicht ganz ausgedient hat.

Weltzeit  02.08.2011 · 18:07 Uhr: Profit statt Erkenntnis – Der Medienmarkt im Murdoch-Land USA v. Ralph Sina
Der Skandal um die kriminellen Abhör- und Bestechungspraktiken der Konzernangestellten von Medienzar Rupert Murdoch in Großbritannien wird in den USA aufmerksam beobachtet: Denn die Vereinigten Staaten sind Murdoch-Land. Der in Australien geborene Medienunternehmer ist u.a. Herr über Amerikas einflussreichsten Kabel-Sender Fox-News. Auch Sender wie CNN, ABC oder CBS befinden sich im Polarisierungs- und Trivialisierungs-Sog oder landen im Quotenabseits. Konzentration ist Trumpf, Profit statt Meinungsvielfalt heißt die Devise: 80 Prozent der knapp 1500 US-Zeitungen gehören wenigen Großverlagen.

Donnerstag, 21.07., 16.05 Uhr, dlf: (Büchermarkt) Medienguru im Blick
„Marshall McLuhan“. Eine Biographie, geschrieben vom kanadischen Schriftstellers Douglas Coupland (Generation X). Von Michael Köhler

Mittwoch, 20.07., 19.30  Uhr, dlr: Verliebt in seine Apparate – Zum 100. Geburtstag des Medienträumers Marshall McLuhan. Von Ronald Düker

Montag, 18.07., 19:30 Uhr, dlr: „Der Facebook-Mensch. Wie verändern soziale Netzwerke unser Leben?“ Von Johannes Nichelmann

Sonntag, 17.07., 08:30 Uhr, swr2: Das Fernsehen unter der Lupe – McLuhans Medientheorie. Von Matthias Eckoldt – Auch zum Nachhören und Nachlesen!!!

Freitag, 15.07., 00:05 Uhr, dlr: „The Medium is the Massage“ – Ein Klangexperiment von Marshall McLuhan, Quentin Fiore und Jerome Agel

Freitag, 15.07. 17.05 Uhr, swr2: Medien-Guru der digitalen Welt. Gesprächsleitung: Michael Köhler, SWR2 Forum vom 15.07.2011.Es diskutieren: Martin Baltes – Verleger, Buchautor und Germanist, Freiburg, Prof. Dr. Norbert Bolz – Medienwissenschaftler, Technische Universität Berlin, Prof. Dr. Doris Kolesch – Theaterwissenschaftlerin, Freie Universität Berlin – Hier zum Nachhören

 

Eine trockene Geschichte – 7-teiliger Film auf 3SAT am Dienstag, d. 19.7.

Nachdem um 13.15 Uhr das „Wasserschloss Österreich“ ausgestrahlt wird, geht 3Sat am 19.7. der Frage nach:

„Wie steht es um die Wasserreserven weltweit?
Wie lässt sich die Wasserversorgung vor allem in Großstädten künftig sicher stellen?“

In der 7-teiligen Dokumentation „Eine trockene Geschichte“ werden bis 18.30 Uhr an diesem „Wassertag“ die verschiedensten Aspekte betrachtet.

und weitere Radiotipps (Update 13. Juli 2011)

dlf = Deutschlandfunk / dlr = Deutschlandradio Kultur

aktuelle Hinweise zum 100. Geburtstag des Medientheoretikers Marshall McLuhan hier

Di 26.7., 19.30, dlr: Die Ausweitung der Erzählzone – Der Siegeszug des Geschichtenerzählers in Kultur, Wissenschaft und Politik
So 24.7., 18.20, SWR2: Die Kunstschwimmer. Hörspiel nach dem Theaterstück von David Dräbek
So 23.7., 18.05, dlr: Die Asse. Eine unterirdische Geschichte der Bundesrepublik. Von Lorenz Schröter
Mo 18.7., 19,04, Kulturradio: Soziale Gerechtigkeit bleibt auf der Strecke – Die Kehrseite der reichen Republik
So 17.7., 14.05, SWR2: Wasser-Reich. Die Niederlande werden immer kleiner.
Do 14.7., 22.04, Kulturradio:  „Die Entfesselung der antisozialen Tendenz in der Zivilisation der Moderne“ – 5. Berliner Rede zur Freiheit von Peter Sloterdijk

04.07.2011, 16:07, dlr: Wichtige Rohstoffquelle Regenwald – Welche Chance hat der Umweltschutz in einem Schwellenland? Gespräch mit Marina da Silva, Brasilianische Grünen-Politikerin und Ex-Präsidentschaftskandidatin
04.07.2011, 18:07, dlr: Chinas umstrittener Stolz: Der Dreischluchtenstaudamm am Jangtse von Astrid Freyeisen
Er gehört zu den gigantischsten und umstrittensten Bauwerken der Welt: der Dreischluchtenstaudamm am Jangtse. Trotz massiver Bedenken – auch aus China selbst – wurde das Projekt durchgezogen. Heute ist der Staudamm für China das Prestige-Objekt schlechthin. Aber die Kritik von Umweltschützern ist nicht verstummt. Sie misstrauen der Wasserqualität, weisen auf instabile Uferregionen hin und befürchten, dass der Staudamm nicht erdbebensicher ist.

Di 28.6., 20.10, dlf: Es könnte ja noch schlechter sein. Dialog eines Deutsch-Schweizers mit dem Leitungswasser. Hörspiel von Robert Stauffer (BR 1977)
Mo 27.6., 19.30, dlr: Hermes, Nautilus und Rabits. Wie die EU-Agentur Frontex an den europäischen Außengrenzen operiet
So 26.6., 08.30, SWR2: Aula: Mediterrane Zustände – Der Klimawandel und die Folgen
So, 19.6., 18.40, dlf: Hintergrund – Bolivien: Anspruch und Wirklichkeit – Die indigene Revolution des Evo Morales
Do 16.6., 13.07, dlr: Länderreport – Heuschrecken investieren in Biogas / Bauern wehren sich gegen Anlagen in Mecklenburg-Vorpommern.


Sonntag, 10.7., 16.30 Uhr: China geht das Wasser aus (Wissenschaft im Brennpunkt)

China geht das Wasser aus

Konzepte gegen den Mangel im Reich der Mitte

Von Michael Stang
China schreitet mit Sieben-Meilen-Stiefeln voran. Wachstumszahlen von Wirtschaft und Bevölkerung überschlagen sich und Megastädte schießen zuhauf aus dem Boden. Doch bei alle dem Glanz kämpft China zunehmend mit einem Versorgungsproblem. Denn dem „Reich der Mitte“ geht das Wasser aus.
Schuld daran ist nicht nur die Industrie, die Abwässer ungeklärt in Trinkwasserreservoire ablässt, oder der Mangel an Klärwerken. Klimawandel und das rasante Bevölkerungswachstum sorgen für zunehmenden Wassermangel: Schmelzwasserzuflüsse versiegen, Flüsse trockenen im Sommer aus und der Grundwasserspiegel sinkt rapide.
Sendung verpaßt? Kein Problem: Hier finden Sie das Manuskript und wenn sich die Gruppe der „Kopfhörer“ beeilt, dann kann die Sendung auch als Podcast herunter geladen werden!

„Wem dient die Forschung?“ Richard David Precht im Gespräch mit der Wissenschaftssoziologin Helga Nowotny

Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung von Drittmitteln, An-Instituten, Drittmittel-Professuren und Forschungszentren als privatrechtliche Stiftungen und steuerlichen Abschreibmodellen (Stichwort „Kompetenzzentrum Wasser“) bleibt zu hoffen, dass auch die Aspekte der Privatisierung und Kommerzialisierung der Forschungs- und so genannten Wissenschaftsgesellschaft zumindest andiskutiert werden wird.
10.7. (Sonntag) 9.15 Uhr in der Reihe „Sternstunde Philosophie“ ein Gespräch mit Richard David Precht und der Wissenschaftssoziologin Helga Nowotny ausgestrahlt. Thema des Gesprächs: „Wem dient die Forschung?“.
Sendung verpaßt? Kein Problem: Hier kann versäumtes nachgeholt werden!