Tagesspiegel: „Sprudelnde Einnahmen“

Unter dem Titel „Sprudelnde Einnahmen“ beschreibt Stefan Jacobs das lukrative Wassergeschäft. Interessant erscheint der Hinweis, warum die teilprivatisierten Berliner Wasserbetriebe “ ihre Bilanz in diesem Jahr erst Ende Juni und nicht wie sonst im März präsentierten“. Das „hängt mit den turbulenten Rahmenbedingungen zusammen: Auf Initiative von Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) prüft das Bundeskartellamt seit Monaten, ob die Wassertarife in Berlin überhöht sind. Eine abschließende Beurteilung steht noch aus, aber in einer vorläufigen Einschätzung erklärte die Behörde im März, dass die Berliner Wassertarife um rund 50 Cent pro Kubikmeter über denen anderer Großstädte lägen. Das ist etwa ein Viertel.“
Die Turbulenzen, die der erste erfolgreiche Volksentscheid ausgelöst hat, fanden leider keine Erwähnung und  auch die Tatsache, dass das Bundeskartellamt leider nur die Trinkwassertarife, nicht aber die Abwassertarife überprüft, fiel in der Berichterstattug des Tagesspiegels unter den Tisch. Die Wasserbürger dürfen gespannt sein, ob über die Turbulenzen berichtet wird, die entstehen, sobald die ersten Ergebnisse, die die Prüfung der offen gelegten Geheimverträge ergeben haben, vorgestellt werden?

Berliner Wasserbetriebe überweisen 200 Millionen Euro ans Land / Preissenkung bleibt offen

Portfolio: Immer flüssig mit Wasser

Portfolio: Immer flüssig mit Wasser, ftd, 20.06.2011

„Auf dem weltweiten Wassermarkt werden jährlich rund 480 Mrd. Dollar umgesetzt. 175 Mrd. Dollar entfallen auf Investitionen, Dienstleistungen, Maschinenbau, Wartung und Chemie rund um Wasser und Abwasser von Kommunen und Industrie. Der Weltmarkt wächst um rund sechs Prozent im Jahr, hat der Branchenspezialist Global Water Intelligence errechnet… In den vergangenen fünf Jahren bis Ende Mai erzielte der Pictet Water Fund, Europas größter Wasserfonds, eine Rendite von mehr als 14 Prozent. Andere schnitten nicht ganz so gut ab. Der SAM Sustainable Water Fund kommt im selben Zeitraum auf ein Plus von drei Prozent. Zum Vergleich: Der Weltaktienindex MSCI World legte gut sechs Prozent zu…“ so die Financial Times Deutschland vom 20.06.2011

Welthungerhilfe warnt vor Wassermangel

„Die zunehmende Wasserknappheit in Industrie- und Entwicklungsländern bringt eine weitere bedrohliche Entwicklung mit sich: Sie gefährdet die Ernährungssicherheit. Es sei zu befürchten, dass der Anbau von Nutzpflanzen für Agrarsprit und Futtermittel immer mehr mit dem von Lebensmitteln um die geringen Flächen konkurriere, mahnt die Welthungerhilfe. „Ernährungssicherheit geht vor Biokraftstoffe„, betonte Dieckmann. Nur etwa die Hälfte der Getreideproduktion weltweit kommt der Welthungerhilfe zufolge in die menschliche Nahrungskette,“ so die Präsidentin der Hilfsorganisation am Dienstag (21.06.2011) in Berlin, zitiert in der Deutschen Welle.

Bärbel Dieckmann fordert „eine Initiative zur Regulierung der globalen Nahrungsmittelmärkte… Bereits jetzt gebe es inakzeptable Preissprünge durch Spekulationen vor dem Hintergrund eines wachsenden Bedarfs an Biokraftstoffen aus landwirtschaftlicher Produktion. Diese Entwicklung gefährde schon kurzfristig die internationale Ernährungssicherheit, warnt die Welthungerhilfe, noch dazu in Zeiten eines um sich greifenden Wassermangels“ so das schwäbische tagblatt

Hören Sie hierzu auch die dlf-Reportage „Biosprit ist Todessprit – Frei Betto: Verstärkter Zuckerrohranbau lässt Armut und Hunger ansteigen“. Gänzlich anders sieht das der Geschäftsführer des Verbands der deutschen Biokraftstoffindustrie Elmar Baumann, in dem dlf-Interview „Zuckerrüben für Tank und Trog“.

http://www.welthungerhilfe.de