Impfpflicht, Inzidenzen, Extremismus – Markus Lanz: Ungefragtes und unterschwellige Botschaften

Smiley TVAm 19. Januar ging es wieder einmal hoch her bei Markus Lanz im ZDF. Zugeschaltet war der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), die sächsische SPD-Gesundheitsministerin Petra Köppimg, der Extremismus-Forscher Matthias Quent und die Journalistin Franziska Klemenz von der „Sächsische Zeitung“. Zuerst wurde Karl Lauterbach von Markus Lanz in den Schwitzkasten genommen, indem die Zuverlässigkeit der Daten bei den Inzidenzwerten hinterfragt wurde, denn schließlich existiert keine allgemeine Corona-Testpflicht. Immerhin schätzt Lauterbach, dass die Dunkelziffer bei „100“ liegen würde. Unabhängig davon, ob die Aussagekraft der Inzidenzwerte überhaupt belastbar ist, zeigten sich sowohl Lauterbach als Markus Lanz leider nicht auf der Höhe der Zeit. Denn die Messung von Corona-Viren in den Abwässern liefert wesentlich präzisere und vor allem zuverlässigere Werte. Daher ist es schade, dass Lanz seinen Gast nicht gefragt hat, warum die Wasserwerke der Kommunen nicht verpflichtet werden, entsprechende Tests durchzführen und die gemessenen Werte zu melden und zu veröffentlichen.Smiley Frage - Kopie Anschließend ging es dann um das Thema einer gesetzlich verankerten Impfpflicht, genauer warum Lauterbach noch keinen Gesetzesentwurf erarbeitet und eingebracht hat. Karl Lauterbach hofft in diesem Punkt auf eine Gesetzesvorlage aus der Mitte des Bundestages, die er dann auf Herz und Nieren prüfen würde.Dann ließ er erkennen, dass bei einer Gesetzesvorlage, die – wie in der Regel üblich – von der Bundesregierung und ihren Ministerien (Mitzeichnungsverfahren) in den Bundestag eingebracht wird, Probleme mit einem der kleineren Koalitionspartner zu erwarten seien. Im Klartext: Offensichtlich sollte Finanzminister Christian Lindner (FDP) im Rahmen des Mitzeichnungsverfahrens nicht in die peinliche Rolle eines Bremsers gebracht werden. Wenn hingegen ohne Fraktionsdisziplin im Bundestag ein Gesetz zur Einführung einer Impfpflicht verabschiedet werden würde, dann könnten sich auch die Abgeordneten der Opposition daran beteiligen. Da von der AfD-Fraktion aufgrund ihrer ablehnden Haltung gegenüber der Impfpflicht keine Zustimmung zu erwarten ist, richtet der Gesundheitsminister offensichtlich seine Hoffnung auf Stimmen aus der CDU/CSU-Fraktion. Auch hier ist es schade, dass Markus Lanz seine Zuschauer nicht darauf hinweist, dass es mit der Verabschiedung eines Impfpflicht-Gesetzes allein nicht getan ist. Denn es ist zu erwarten, dass die AfD-Fraktion von ihrem Recht einer Organklage gebrauch macht und gegen dieses Gesetz sofort beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eine Verfassungsklage erheben wird. Und wie die höchste Rechtsprechung urteilt, ist vor dem Hintergrund zahlreicher Fragen rund ums Impfen völlig offen (Eilzulassung, Impfdurchbrüche bei Geimpften, keine Immunisierung bei Geimpften, Entwicklung von Medikamenten etc.)!

Markus Lanz vom 19 Januar 2022

Matthias Quent, Extremismus-Forscher, am 19. Januar bei Lanz „Volksentscheid ins Grundgesetz“ – eine extremistische Forderung?

Ärgerlich waren die unterschwelligen Botschaften über gesellschaftliche Entwicklungen bei den Corona-Protesten, dargestellt am Beispiel gewiss nicht repräsentativer Beispiele aus Sachsen. Nach dem Motto „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“ hat die Markus Lanz Redaktion sich im Rahmen der Vorbereitungen zur Sendung sehr bewußt für ein Bild entschieden, um ihre Einstellungshaltung gegenüber der Einführung von bundesweiten Volksbegehren und Volksentscheiden unmissverständlich zum Ausdruck zu bringen. Schade, denn auch bei der direkten Demokratie gibt es vor der Durchführung von Volksgesetzen (Volksentscheiden) in den Bundesländern eine strenge Prüfung durch Smiley Zwinker - Kopiedie Verfassungsgerichte auf die Einhaltung der Grundrechte! Markus Lanz hätte somit weder die Einführung der Todestrafe noch die Absetzung seiner Sendung zu befürchten, sollten bundesweite Volksentscheide endlich zur Partizipationskultur in Deutschland erklärt werden.

 

Die Anstalt: Julian Assange und Nawalny im Vergleich – überfällig & brillant

Liebe Medieninteressierte,

als kürzlich von der EU-Kommission der erste Rechtsstaats-TÜV vorgenommen wurde, erhielten vor allem Staaten in Osteuropa schlechte Noten. Doch die Details, die am Dienstag in der ZDF-Sendung „Die Anstalt“ über den Schauprozess gegen Julian Assange gezeigt wurden, lassen keinen Zweifel aufkommen, dass im englischen Königreich Rechtsstaatlichkeit nicht mehr die geringste Rolle spielt. Brillant war am Anfang der Vergleich zwischen den Verdiensten, die Julian Assange vorzuweisen hat, und denen des Rechtsextremisten Nawalny, der von den öffentlich-rechtlichen Medien in einer schon unerträglichen Weise gelobt worden ist. Wenn Julian Assange eine derartige mediale Öffentlichkeit erhalten hätte, und vor allem Merkel und andere Vertreter des politischen Meinungskartells sich in vergleichbarer Empörung über die Inhaftierung von Assange aufgeregt hätten wie über Nawalny, wäre die Aufmerksamkeit und der Druck wesentlich größer. Aber während Nawalny sich nach einem von wem auch immer ausgeführten Gift-Anschlag bestens erholt, sitzt Julian Assange immer noch in Isolationshaft. Es ist auch eine Schande, wie die „Gatekeeper“ und Chefredakteure in den Leitmedien darauf achten, dass die Empörung über die Repression und Menschenrechtsverletzungen, die Assange erfahren muss, klein gehalten wird. Denn bei Assange geht es nicht nur um Rechtsstaatlichkeit, sondern vor allem um den Stellenwert der Pressefreiheit. Doch wer das Renegatenpaar Domscheit-Berg zum „Freund“ hat, die vollauf damit beschäftigt waren, den Ruf von Julian Assange zu desavouieren, der braucht keine Feinde!

Interessierte finden die Sendung unter https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-29-september-2020-100.html

Unten noch ein Termin-Hinweis zu einer Veranstaltung für Personen, die sich am Montag in Berlin aufhalten – mit der ausdrücklichen Bitte um Weiterleitung.

Thomas Rudek

Montag, 5. Oktober 2020, 19:00 bis 21:00 Uhr
Internationale Politik
Assange-Prozess, Whistleblower, Schutz der Pressefreiheit im digitalen Zeitalter
Mit: Diani Barreto (German Assange Campaign), Dr. Gregor Gysi (außenpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Rechtsanwalt), Wolfgang Kaleck (Rechtsanwalt des Wistleblower Edward Snowden), Angela Richter (Theaterregisseurin und Autorin des Buch Supernerds)
Das Gespräch moderiert Anne Helm (Vorsitzende der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus).
Kosten: 2,00 Euro. Teilnahme nur nach Anmeldung möglich.
Ort: Theater im Delphi, Gustav-Adolf-Straße 2, 13086 Berlin

 

Blei im Trinkwasser nicht nur in Flint (USA): Michael Moores Fahrenheit 11/9 besser als Fahrenheit 9/11 (Update)

Fhrenheit911Aufgepaßt und nicht verwechseln: Fahrenheit 11/9 besser als Fahrenheit 9/11
Systemkritik des Ausnahmefilmemachers Michael Moore –  aktueller & besser als je zuvor

Auf den ersten Blick erscheint es völlig unverständlich, dass Michael Moore (Bowling for Colombine) mit seinem letzten und besten Film „Fahrenheit 11/9“ das niedrigste Einspielergebnis in seiner Karriere erzielen konnte. Höchstwahrscheinlich ist das bedauerliche Ergebnis auf die Titelwahl zurück zu führen. In seinem älteren und mehrfach ausgezeichneten Film „Fahrenheit 9/11“ (2004) präsentierte Moore seine Recherchen über den Terroranschlag auf das World Trade Center. In „Fahrenheit 11/9“ (2018) geht es neben Trump vor allem um die Erosion der Demokratie und den alltäglichen Rassismus gegenüber den in die Armut getriebenen Bevölkerungsschichten, exemplarisch dargestellt am Beispiel der Umstellung der Trinkwasserversorgung auf hochgradig kontaminiertes Wasser aus einem kontaminierten Fluss in Flint (Bundesstaat Michigan). Als Rick Snyder als Notverwalter und Gouverneur eingesetzt wurde, beschloss dieser neben anderen Sparmaßnahmen die Trinkwasserversorgung Flints aus dem sauberen Huron-See zu ersetzen durch die Wasserentnahme aus dem kontaminierten Flint-River. Nachdem die Autoteile in einer von General Motors betriebenen Autoproduktionsanlage starke Korodierungseffekte aufwiesen, wurde für das Autowerk der Zugang zu der ursprünglichen Versorgungsquelle wieder hergestellt, nicht aber für die Bevölkerung Flints, obwohl dort Großteile der Bevölkerung Symptome einer schweren Bleivergiftung aufwiesen. Was diesen Film so sehenswert macht, sind die Details, angefangen von der enttäuschenden Rolle Obamas in diesem jahrelang andauernden Skandal bis zur Aussage einer „freigesetzten“ Mitarbeiterin des dortigen Gesundheitsamtes, die angewiesen wurde, bei den gemessenen Bleiwerten im Blutbild von Kindern und Schülern – größtenteils Afroamerikaner – immer den gesetzlichen Bleiwert zu notieren, obwohl die tatsächlich gemessene Werte um ein Vielfaches höher lagen.

Hoffnungsvoll stimmen in diesem Film die vorgestellten Widerstandsbewegungen von Schülern und Lehrern Smiley TVbeispielsweise gegen den Waffenwahn in den USA. Auch die eingeblendeten Filmsequenzen über die Machtergreifung Hitlers scheinen keineswegs überzogen, sondern in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen (nicht nur in den USA) durchaus angemessen. Leider wurde dieser äußerst sehenswerte Moore-Film im ZDF am 2.7.20 zu nachtschlafener Zeit um 00.40 Uhr ausgestrahlt und ist nur bis zum 20.7.20 in der Mediathek des ZDF verfügbar. Doch möglicherweise ist der Film in ihrer Bibliothek vorhanden und ansonten kann er auch kommerziell erworben werden.

Smiley staun klein - KopieZur aktuellen Situation:
„Nach einer Analyse der U.S. Environmental Protection Agency wurden zwischen 2012 und 2015 sind von 470 Tests an Schulen und Kindertagesstätten 350 mit zu hohen Bleiwerten aufgefallen. In den USA liegt der Grenzwert für Blei im Trinkwasser bei 0,015 Milligramm/Liter (Deutsche Trinkwasserverordnung: Grenzwert Blei 0,01 Milligramm/Liter). Dieses Ergebnis lässt vermuten, dass 20 Prozent der gesamten amerikanischen Trinkwasserversorgung den Grenzwert von Blei überschreitet… Die Amerikanische Umweltbehörde EPA schätzt, dass etwa 90.000 Schulen und eine halbe Millionen Kindertagesstätten nicht durch den Drinking Water Act geregelt sind, welcher vergleichbar mit der Deutschen Trinkwasserverordnung ist. Das liegt daran, dass kommunale Wasserversorger selbstverantwortlich sind und sie ihr Wasser selbst testen und nicht von den Bundesbehörden kontrolliert werden.“
https://www.worldtimes-online.com/news/371-flint-skandal-weitet-sich-aus-in-allen-us-staaten-ist-trinkwasser-mit-blei-verseucht.html

Sozialrassismus & Covid19: Mit Urlaubsfieber in den Urlaub fliegen – Über Hepa-Filter, Markus Lanz, Antikörper in Ischgl und die Kosten für Risikogruppen

Sozialrassismus & Covid19: Mit Urlaubsfieber in den Urlaub fliegen
Über Hepa-Filter, Markus Lanz, Antikörper in Ischgl und die Kosten für Risikogruppen
von Thomas Rudek (3. Update)

Zunächst das Allerwichtigste: Alles, aber wirklich alles wird gut, zwar nicht für alle, aber für die Meisten. Denn wie Birgit Spinath, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, im Deutschlandfunk erklärt, bedarf es lediglich einer zielgruppenspezifischen Kommunikation, die frei von widersprüchlichen Informationen ist. Wenn dieser Ansatz befolgt wird, dann könne auch ein Gefühl von Sicherheit vermittelt werden.

Psychologie in Corona-Zeiten „Das Wichtigste ist ein Gefühl der Kontrolle“
https://www.deutschlandfunk.de/psychologie-in-corona-zeiten-das-wichtigste-ist-ein-gefuehl.676.de.html?dram:article_id=479256

Was die zielgruppenspezifische Kommunikation und das Bedürfnis nach Sicherheit für jene Urlauber betrifft, die ihre Traumdestination nur mit dem Flieger erreichen, hatte Markus Lanz den richtigen Kommunikationspartner eingeladen: Der Virologe Prof. Jonas Schmidt-Chanasit kennt sich offensichtlich aus (oder auch nicht), denn seine Behauptung, dass die Hepa-Filter in den Flugzeugen den Corona-Viren belasteten Aerosolen den Garaus machen und ihnen jede Chance der Verbreiterung nehmen, hält dem Faktencheck nicht stand: Hepa-Filter können Partikel bis zu 0,3 Mikrometer abfangen. Der Durchmesser von Sars-CoV-2 beträgt allerdings nur rund 0,1 Mikrometer, erklärt Erin Sorrell, Mikrobiologin vom Georgetown Center for Global Health Science and Security, gegenüber „Buzzfeed„. Aber was solls: Bei Markus Lanz, dem Superspreader in der Verbreitung von Fake News, geht es definitiv nicht um Wahrheit und erst recht nicht um die Darstellung wissenschaftlicher Fakten, sondern um Einschaltquoten, besser: um Einfaltquoten. Und für eins hat Markus Lanz das Gespür eines Jagdhundes: Er weiß was das Publikum braucht, was das Publikum will: Jenes Good-Feeling, jenes Gefühl, dass alles gut wird und dass alle sicher sind, im Flieger und im Urlaubsort. Da verbietet sich freilich der Hinweis, dass die zweite Welle in Peking über einen Fluggast ausgelöst worden sein soll (Quelle: Arte Journal). Ob diese Lanz-Sendung von der Lufthansa und anderen Airlines gesponsert wurde?

UPDATE-Info: Wer immer das Fliegen in Corona-Zeiten schön bzw. der Urlaubsindustrie das Wort redet, der sollte sich die Wissenschaftssendung „nano“ (3Sat) vom 3.7.2020 genau ansehen. In diesem 7-minütigem Beitrag werden die Sicherheits-Phrasen als Lügen entlarvt: https://www.3sat.de/wissen/nano/fliegen-trotz-corona-100.html

Sicherheit & Gesundheit, das sind zwei Begriffe, die wie siamesische Zwillinge untrennbar zusammen gehören. Doch das Gefühl, gesund zu sein, kann – DAS sollte durch Corona das gesellschaftlichen Bewußtsein gelernt haben – trügerisch und vor allem gefährlich sein. In der österreichischen Ski-Destination Ischgl, jenem Knotenpunkt, von dem die Infektionsverläufe in Europa ihren Ursprung nahmen, ist jetzt ein Großteil der Bevölkerung (80%) auf Corona-Antikörper getestet worden. Wie eine Forschergruppe der Medizinischen Universität Innsbruck unter der Leitung der Virologin Dorothee von Laer nun herausgefunden hat, haben von den aufwendig und zuverlässig getesteten Bewohnern 42,4% eine Covid19-Infektion hinter sich. Die Meisten der positiv Getesteten konnten sich nicht erinnern, ob sie leichte Symptome hatten. Was eben zählt, ist das persönliche Gefühl gesund zu sein, und nicht das Wissen, selbst als unwissender Gefährder und personifizierte Virenschleuder unterwegs zu sein.

Corona-Antikörperstudie: Für den Herdenschutz reicht es auch in Ischgl nicht. https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-06/corona-antikoerperstudie-ischgl-herdenimmunitaet-dunkelziffer/komplettansicht

Es erwischt ohnehin nicht jeden, sondern ohnehin nur die Alten und unter diesen vor allem die Ärmsten, wie eine leider noch nicht veröffentlichte Studie des Institut für Medizinische Soziologie des Uniklinikums Düsseldorf herausfand. Gemeinsam mit der AOK Rheinland/Hamburg sind die Daten von knapp 1,3 Millionen Versicherten ausgewertet worden. Das Ergebnis:

„Im Vergleich zu Erwerbstätigen in regulärer Beschäftigung ist das Risiko für ALG-II-Empfänger demnach um 84,1 Prozent erhöht, dass sie wegen Covid-19 ins Krankenhaus kommen.“ Wie eine Nachfrage ergab, betrifft dieses Risiko vor allem Menschen die im Grundsicherungsbezug stehen, also von Altersarmut betroffen sind.
Quelle: https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/corona-risiko-fuer-arbeitslose-in-deutschland-deutlich-hoeher,S1y6e7P

Trotz dieser Faktenlage verbreitet die Stimmungskanone Markus Lanz immer noch das Lügenmärchen, dass von Covid19 alle Menschen betroffen seien, es jeden und jede gleichermaßen treffen könne, egal ob reich oder arm, egal ob erwerbslos, prekär beschäftigt oder im Arbeitsleben stehend mit einem auskömmlichen Einkommen. Die oben erwähnte Studie aus Düsseldorf wie die Bilder aus New York, Brasilien und Großbritannien vermitteln eine andere Sicht auf die Pandemie. Aber wer will das Publikum schon mit Fakten zur statistischen Signifikanz behelligen, indem die sozio-ökonomische Klassifizierung der Corona-Toten dargestellt wird? Dieser Kenntnisstand bleibt den EXIT-Befürwortern exklusiv vorbehalten. Und man mag sich die Freude, wenn nicht gar die euphorische Stimmung vorstellen, mit der Christian Lindner (FDP), Armin Laschet (CDU), der Sozialeugenitiker Boris Palmer (Grüne) und der Marktextremist Michael Hüther voller Begeisterung die Ärmel hochgekrempelt haben, und die frohe Botschaft von der Aufhebung des Lockdown und gleichzeitig den finalen Knockdown für jene Risikogruppen verkündet haben, die sich nicht jeden Tag eine neue Billig-Maske leisten können, geschweige denn Desinfektionsmittel, andere Hygieneartikel oder gesunde, immunstärkende Nahrungsmittel und Nahrungsergänzungsmittel.

Auf Nummer sicher gehend, dass der sozialrassistische Knockdown seine volle Schlagkraft erhält, konnten sich die EXIT-Befürworter auch auf die verläßliche Unterstützung des Rechtsstaates verlassen. Entsprechend wurden neue Begehrlichkeiten wie die Kostenübernahme für Schutzmasken und Hygienartikel für Hartz IV Bezieher und Grundsicherungsbetroffene gerichtlich abgeschmettert. Die Richter des Sozialgericht Konstanz haben in der Begründung erkennen lassen, dass sie sich nicht in die Niederungen der Discounter begeben, sondern offensichtlich ihren Einkauf für den täglichen Bedarf von ihren Personal Shopper oder Ehepartnern erledigen lassen. Jedenfalls vertraten sie die Meinung, dass  keine belastbaren Informationen existieren, aus denen eine Verteuerung der Lebensmittel abgeleitet werden könne. Der Preissturz der Tönnies-Fleischberge war zum Zeitpunkt der Urteilsverkündung noch nicht absehbar. Auch dass sich die Kosten der kulturellen Teilhabe enorm verteuert haben, leugneten die Richter. Im Gegenteil: In der Rechtsprechung wurde suggeriert, dass die Corona-Krise für Hartz IV Betroffene mit Einspar-Effekten verbunden sei, denn schließlich würden keine Kosten für Konzerte, Kinoeintrittskarten oder Gaststättenbesuche anfallen. Bei dieser Sicht könnte man fast zu der Schlußfolgerung gelangen, dass sich die Erwerbslosen glücklich schätzen sollten, dass es zu keiner Absenkung des Regelsatzes gekommen ist.

Doch hält diese Begründung einem Realitätscheck statt? Mitnichten! Während in Vor-Corona-Zeiten die Bibliotheken als Orte der kulturellen Teilhabe beispielsweise zum Studium der Zeitungen und der darin enthaltenen Stellenanzeigen genutzt werden konnten, blieb und bleibt auch weiterhin der Zugang zu diesem Teil der Bibliotheken (Auslage von Zeitungen und Zeitschriften) verwehrt. Wer sich also nicht nur über den Stellenmarkt sondern auch über den Stand der Dinge weiterhin informieren wollte, der muss tief in die Tasche greifen und die Ausgaben für Tages- und Wochenzeitungen vom knapp bemessenen Regelsatz bestreiten. Auch hinsichtlich der kulturellen Teilhabe fallen viel höhere Kosten an, zumindest für jene Erwerbslosen, die über keinen eigenen fahrbaren Untersatz in Form eines PKW verfügen. Wenn dieser Personenkreis am Kulturangebot, genauer: am Revival der Auto-Kinos teilhaben wollte, dann fielen nicht nur die Kosten für die Eintrittskarten zur Kinoleinwand an, sondern auch die Mietkosten für den PKW. Bleiben wir beim Auto: Wer aus Sorge um seine Arbeitsfähigkeit sich auch zur Sicherheit seines Arbeitgebers oder Fallmanagers testen lassen wollte, der war und ist gut beraten, sich nicht in die Schlangen in den Krankenhäusern einzureihen und sich dort einem erhöhten Infektionsrisiko auszusetzen, sondern statt dessen mit dem Auto den nächsten Corona-Drive-In anzusteuern. Im Auto sitzend unter laufender Klimaanlage kann – ohne das Auto verlassen zu müssen – der Test sicher unter Wahrung des Sicherheitsabstandes vorschriftsgemäß durchgeführt werden. Auch hier fallen Kosten an, die im Regelsatz nicht vorgesehen sind. Und da ein Test keine Garantie auf Ewigkeit verspricht, wäre es auch für die Vermittlungsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt wichtig, diesen Test mindestens in monatlichen Abständen zu wiederholen. In NWR sollen die Betreiber der Schlachthöfe ihre Mitarbeiter jetzt im 14-Tage-Rythmus testen!

Selbstverständlich sind diese Fakten sowohl den EXIT-Befürwortern wie den Vertretern der Rechtsprechung bekannt. Die Ausblendung dieser Kostenstellen wie die fadenscheinige Argumentation belegen, dass der Sozialrassismus als integraler Bestandteil eines elitären Pandemie-Managements verstanden werden muss, der mit Vorsatz auf die Auslöschung verarmter Bevölkerungsschichten setzt.

https://www.dgbrechtsschutz.de/recht/sozialrecht/arbeitslosigkeit/themen/beitrag/ansicht/arbeitslosigkeit/sozialgericht-konstanz-kein-mehrbedarf-bei-hartz-iv-wegen-corona/details/anzeige/
https://www.dgbrechtsschutz.de/fileadmin/media/Arbeitslos_Vorsicht/SG_Konstanz_vom_2.4.20.pdf

Sollten Sie diese Einschätzung für maßlos übertrieben halten, dann fragen Sie Ihren Ansprechpartner in Politik & Verwaltung, wie viele der 14.480 Pflegeheime und 14.050 ambulante Pflegedienste bereits vorsorglich getestet worden sind. Natürlich muss auch hier die Spreu vom Weizen getrennt werden, denn Sie können sicher sein: In Seniorenresidenzen der gehobenen Preisklasse werden die Testungen zu keinerlei Besorgnis führen. Und was die vorsorgliche Testung betrifft: Wußten Sie, dass die Frage, wer die Kosten für diese vorsorgliche Testung übernimmt, immer noch nicht juristisch verbindlich geklärt ist? Mit einer der Gründe, warum die Testkapazitäten in Deutschland bei weitem noch nicht einmal annähernd ausgelastet sind.

Nach der Europa-Wahl: Alles nur Klima ohne Führer?

Nach der Europa-Wahl: Alles nur Klima ohne Führer?
Über Probeabstimmungen, politische Genickbrüche, manipulative Wahlergebnisse, verspielte Kernkompetenzen und das ungestrafte Versagen der SPD-Spitzenkandidatin Katarina Barley 

von Thomas Rudek (1. Update)

Wer die Diskussion nach der Europa-Wahl in den Massenmedien aufmerksam verfolgt, dem wird die thematische Redundanz auffallen: Die Programmatik wird eingedampft auf das Schlagwort der Klimapolitik, während ansonsten die Diskussion um Köpfe, genauer und besser: um Führung geführt wird. Und selbst bei dieser Ausrichtung geht es nicht um die Spitzenkandidaten der Parteien, sondern um die Führer der „Volksparteien“. Will man jedoch den Erosionsprozess der Demokratie in Deutschland, Österreich und vielen anderen Ländern der EU zugunsten eines autoritär-totalitären Systemwechsels in seiner zukünftigen Trag- und Reichweite verstehen, dann ist im folgenden auch die Steuerungsfunktion der Massenmedien zu beleuchten.

Will man die größten Stimmenverluste, die in Deutschland die SPD erzielt hat, verstehen, dann hilft ein Blick zurück: Bei der Diskussion um Digitalisierung, Rationalisierung und Automatisierung werden die zu erwartenden Strukturumbrüche und Gestaltungsoptionen (Arbeitszeitverkürzung, Umverteilung) in der Regel nicht diskutiert, sondern ausgeblendet, wenn nicht gar tabuisiert. Entscheidend ist, dass Hartz IV der erste Einschnitt war, mit dem nicht nur die damaligen Regierungsparteien (SPD und Grüne) unter der Führerschaft von Gerhard Schröder die Voraussetzungen zur Errichtung eines wachsenden Niedriglohnsektor als integralen Bestandteil einer digitalisierten Volkswirtschaft realisiert haben. Auch die CDU/CSU hat durch ihre aktive Mitwirkung im Bundesrat maßgeblich zu diesem „Umbau“ beigetragen. Die Stimmenverluste der sogenannten „Volksparteien“ sind ein Ausdruck des allzu leichtfertig verspielten Vertrauens. Diese Entwicklung wird noch verschärft durch die aktuellen Versuche – allen voran die SPD !!! -, die Öffentlichkeit für dumm zu verkaufen und in die Irre zu führen: Mit der Umetikettierung von Hartz IV ins „Bürgergeld“ ist es genauso wenig getan, wie mit der Einführung einer ausgebremsten „Mietpreisbremse“ (unter der Verantwortung von Heiko Maas) oder der Pervertierung der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens in ein „solidarisches Grundeinkommen“ (Vollzeitbeschäftigung zum Niedriglohn) durch den gegenwärtigen Berliner Bürgermeister Michael Müller. Wie wenig der SPD an einer glaubhaften Erneuerung gelegen ist, beweist nicht nur der programmatische Stillstand, sondern auch der personalpolitische Klüngel, das Postengeschachere, das eingeschworene Festhalten an den ewig Gestrigen und Strippenziehern der Hartz-IV-“Agenda“ wie Olaf Scholz, Katarina Barley, Hubertus Heil und anderen. Um diese Kontinuität zu unterstreichen wurde auch auf jenem außerordentlichen Parteitag der SPD am 25. Juni 2017, als die Spezialdemokratie ihren Spitzenkandidaten Martin Schulz feierte, nicht davor zurückgeschreckt, ausgerechnet Ex-Kanzler und den „Boss der Bosse“ Gerhard Schröder als Eröffnungsredner zu Wort kommen zu lassen.

Die Bevölkerung versteht solche symbolischen Botschaften richtig und bewertet sie als Ausdruck eines unbedingten, unbelehrbaren Festhaltens am Sozialabbau, der mit Vorsatz betrieben worden ist und auch weiter betrieben wird, was am Beispiel der Mietenpolitik auch deutlich wird: Oder wie lässt es sich erklären, dass diese „Profis“ einerseits die gesetzlichen Rahmenbedingungen für einen Niedriglohnsektor mit Brachialgewalt durchgesetzt, und sie andererseits die preiswerten Wohnungsbestände im wahrsten Sinne des Wortes „abgebaut“, verhökert und privatisiert haben? Von Scheinverfahren wie dem gewollt-gescheiterten Parteiausschlussverfahren gegenüber dem Extremisten Thilo Sarrazin ganz zu schweigen.

Flankiert wird diese Politik durch die Leitmedien, was sich am Beispiel der medialen Hinrichtung von Andrea Nahles für jedermann belegen lässt. Die von nahezu allen Leitmedien, genauer von allen Chefredakteuren verbreitete, ungeprüfte Behauptung, Andrea Nahles hätte Probeabstimmungen nicht überstanden, wurde nie bestätigt, aber wenn eine Lüge erst einmal im veröffentlichten Raum die Runde macht und in der Verbreitung die Eigendynamik eines Shitstorms erreicht, dann entsteht ein irreparabler Schaden, der mit Vorsatz kalkuliert war und Andrea Nahles keine Alternative ließ1. Gleichzeitig halten die Redakteure ihre schützende Hand über Katarina Barley, die als SPD Spitzenkandidatin dieses desaströse und schlechteste Ergebnis der SPD bei einer EU-Wahl zu verantworten hat (kein Wunder, ist die von ihr zu verantwortende „Verbesserung“ der Mietpreisbremse ein schlechter Witz). Und auch das Versagen in der ursprünglichen Kernkompetenz der SPD, dem Themenfeld der sozialen Gerechtigkeit, wird nach der Europa-Wahl im ANALytischen Geschwätz natürlich nicht thematisiert. Statt dessen wird in monokausaler, totalitärer Fokussierung zum einen die veröffentlichte Meinung auf die Klimapolitik ausgerichtet, besser eingeschworen und zum anderen in alt-bekannter Führermanier über Personen diskutiert – nach dem Motto: welcher Führer soll Deutschland anführen?

Verschärft wird dieser Aspekt in der Berichterstattung auch durch das bizarre Festhalten am Bild der „Volksparteien“. Die hochgradig manipulative Darstellung in allen Medien orientiert sich bei der Darstellung der Wahlergebnisse lediglich an der Verteilung der abgegebenen Wählerstimmen – nicht jedoch an der Zahl aller Wahlberechtigten! Die immer größer werdende Gruppe von Nichtwählern, die sich offensichtlich nicht mehr von der Scheindemokratie angesprochen fühlen, werden unter den Teppich der Ignoranz gekehrt. Vor dem Hintergrund zahlreicher gesetzlicher Verpflichtungen wie der Meldepflicht, der Schulpflicht über diverse Pflichten zur Abführung von Abgaben und Gebühren bis hin zur Gurtpflicht (und früher der Wehrpflicht), stellt sich die Frage, warum zum Fundament einer gelebten Demokratie keine Wahlpflicht gehört. Die Antwort ist einfach: Damit all die sogenannten Bildungsverlierer, die nach Studien von Prof. Arnim Schäfer zu einem großen Teil die Gruppe der Nichtwähler ausmachen, besser abgeschrieben werden können. Entsprechend wundert es auch nicht, dass in den Ländern mit Wahlpflicht die Kluft zwischen reich und arm nicht so weit auseinander klafft, wie in Ländern ohne Wahlpflicht.2 Die Erklärung ist einfach: In Ländern mit Wahlpflicht sind alle Parteien gezwungen, sich um alle Wähler zu bemühen und ihre Interessen auch im Gesetzgebungsverfahren zu berücksichtigen.

Die Wahlpflicht ist kein Heilmittel für alle Probleme der Demokratie – sie sorgt lediglich dafür, dass die Wahlbeteiligung in allen Bevölkerungsgruppen hoch ist. Damit zwingt sie die etablierten Parteien, Angebote an alle Wahlberechtigten zu formulieren. Gleichzeitig erhöht sie die Chancen für neugegründete Parteien… In Deutschland findet eine Wahlpflicht weder in der Öffentlichkeit noch in der Politik viel Unterstützung. Das wird im günstigen Fall dazu führen, dass die Parteien bei anhaltend niedriger Wahlbeteiligung über allenfalls kosmetische Reformen nachdenken werden. Diese werden jedoch kaum dazu beitragen, den Verlust politischer Gleichheit auszugleichen“ (Wahlbeteiligung: Demokratie – Mehr oder weniger von Professor Dr. Armin Schäfer, aus der FAZ vom 16.12.2015)

Wer sich mit den Studien und Ergebnissen zur Responsivitätsforschung beschäftigt, der wird zwangsläufig zu der Schlussfolgerung gelangen, dass Nichtwähler vor allem unter „bildungsfernen“ Bevölkerungskreisen nicht nur billigend in Kauf genommen werden, sondern die Herstellung von einer wachsenden Zahl von Nichtwählern mit kalkuliertem Vorsatz regelrecht angestrebt wird!3 Die politische Elite verspricht sich davon einerseits einen Entlastungseffekt, muss sie sich um diese Zielgruppe nicht weiter kümmern und den Eindruck erwecken, sie würde deren Interessen im politischen Entscheidungsprozess berücksichtigen. Man bleibt unter seinesgleichen, jener Mitte, zu der nur diejenigen gehören, die was auf der hohen Kante haben! Wer sich derart elitär in seinen Wahrnehmungsmustern und Präferenzen eingerichtet hat, der konzentriert sich im Kampf um die Wählerstimmen der Mitte darauf, die knappen Haushaltsmittel und anderer Ressourcen zugunsten der Gruppen zu verteilen, denen man sich besonders verbunden und verpflichtet fühlt. Wie sehr Vorsatz bei der Produktion von politischem Desinteresse und Politikverdrossenheit im Spiel ist, beweist eine kürzlich vorgestellte Studie zur politischen Bildung im Schulsystem. Unter dem provokanten Titel „Wer hat, dem wird gegeben“ wurde vom „Netzwerk Bildung“ ermittelt, dass an Gymnasien politische Bildung umfangreicher und umfassender vermittelt wird als an anderen Schulen wie Realschulen und Berufsschulen.

Wie sehr dieser elitär-selektive, machtzentrierte Ansatz einer klientelistischen Beziehung mit den Zielgruppen der Besserverdienenden – getarnt als Mitte – selbst die politische Ökonomie der Parteienfinanzierung außer Kraft setzt, wird deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass die Parteien von einer Wahlpflicht ökonomisch profitieren würden, denn schließlich ist die Erstattung der Wahlkampfkosten an die Zahl der gewonnenen Stimmen gekoppelt. Statt mit der Wahlpflicht die Rahmenbedingungen für eine Maximierung der zu erwartenden Einnahmen zu verbessern, bevorzugen die Parteistrategen die Ausgrenzung der Nichtwähler und damit die Verweigerung, die Interessen dieser Zielgruppe zu vertreten.
Ob eine außerparlamentarische Initiative Abhilfe schaffen könnte, die sich für die Koppelung der Diäten an die Höhe der Wahlbeteiligung einsetzt? Mit einer derartigen dynamischen Diätenanpassung bzw. Koppelung an die Höhe der Wahlbeteiligung hätten wir auch für unsere Volksvertreter ein leistungsabhängiges Finanzierungsmodell gewonnen.

Die nachrangige Behandlung der Wahlbeteiligung und ihre manipulative Ausblendung bei den Berechnungen der Prozentverteilung von Wählerstimmen auf die Parteien ist auch demokratietheoretisch ein elementares Legitimationsproblem. In einem Vortrag bezeichnet der Politikwissenschaftler Prof. Manfred G. Schmidt die Wahlbeteiligung als das „Fieberthermometer der Demokratie“ – und bezugnehmend auf die Wahlbeteiligung der EU bezeichnete er den Zustand des Patienten „Europäisches Parlament“ als „hochkomatiös“.

Gegen die Einführung einer Wahlpflicht wird stets lakonisch das Scheinargument ins Feld geführt, dass es gerade zu den Errungenschaften einer freiheitlichen Demokratie gehöre, nicht zu wählen. Diese Alternative besteht auch bei der Wahlpflicht, denn jeder Wähler und jede Wählerin verfügt über die Möglichkeit, einen „weißen“ Wahlzettel in die Wahlurne zu werfen, also von seinem Wahlrecht keinen Gebrauch zu machen. Diese Möglichkeit hat der leider schon verstorbene portugiesische Schriftsteller, Sozialist und Träger des Literaturnobelpreises Jose Saramago beeindruckend in seinem Roman „Die Stadt der Sehenden“ geschrieben.

Und wie ernst es um die Lage der europäischen Demokratie tatsächlich bestellt ist, wird deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass die Wahlbeteiligung lediglich knapp über 50% lag – trotz einer enormen Mobilmachung über die Massenmedien und trotz rechtskonservativer und rechtsradikaler Parteien als zum Teil neue Akteure. Ist das ein Grund zum feiern und zum jubeln? Nahezu die Hälfte der Wahlberechtigten haben sich an der Europa-Wahl nicht beteiligt!!!
Besonders dramatisch ist die Lage in osteuropäischen Ländern. In diesem Zusammenhang muss auf die Ergebnisse der neuen Autoritarismusforschung des „Vereins zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Zeitgeschichte“ verwiesen werden, die Prof. Oliver Rathkolb in der Beilage „aus politik und zeitgeschichte“ zusammengefasst hat und die belegen, dass die demokratischen Einstellungshaltungen in den Bevölkerungen – freundlich formuliert – einer hohen Anfälligkeit unterliegen bzw. nicht selten kaum vorhanden sind. Von diesem Erosionsprozess sind keinesfalls nur die sogenannten „Bildungsverlierer“ betroffen, sondern auch Studenten, vor allem in jenen naturwissenschaftlichen Disziplinen, aus denen die Führungskräfte von morgen hervorgehen, besser: rekrutiert werden. Das belegen mehrere Studien, die vom „Verein zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Zeitgeschichte“ an Universitäten in Österreich durchgeführt wurden. Auf die hochaktuelle Studie zur politischen Bildung an Schulen in Deutschland wurde bereits oben verwiesen.

Auch dieser Erosionsprozess demokratischer Einstellungen fällt nicht vom Himmel, sondern wird maßgeblich gesteuert von den Massenmedien. Die Bedeutung von sprachlichen Gedankenbildern, sogenannter „Frames“, ist im Zusammenhang mit der Publikation „Politisches Framing“ von der Kognitionswissenschaftlerin Elisabeth Wehling an anderer Stelle herausgestellt worden. Mit dem neuen Begriff „Rechtspopulismus“ verharmlosen die Leitmedien zum einen das Erstarken rechtsradikaler und rechtsextremistischer Einstellungshaltungen, wie der Schriftsteller Robert Menasse kürzlich in einem Interview (O-Ton Menasse 01:29) betont hat. Zum anderen wird mit dem Begriff des „Rechtspopulismus“ eine Abgrenzung gegenüber Parteien wie der AfD und der Pegida-Bewegung suggeriert, wodurch gleichzeitig dem Erstarken rechtskonservativer Parteien, die gerne der Mitte zugeordnet werden, der Weg geebnet wird.

Dabei sind gerade Parteien der bürgerlichen Mitte und ihre prominenten Führer keinesfalls frei von autoritär-elitären und rassistischen Einstellungshaltungen. Erst jüngst entdeckte der Historiker Andreas Kahrs von der Humboldt-Universität Berlin im Rahmen eines Dissertationsprojekt zu deutsch-südafrikanischen Netzwerken während der Apartheid Dokumente der Königsteiner PR-Agentur Hennenhofer, die aufzeigen, wie eng und vielfältig die Kooperation zwischen Politikern (CDU und FDP), den Medien und dem Apartheidregime in Südafrika bis weit in die 80er Jahre ausfiel, um die „weiße Vorherrschaft“ in Südafrika zu sichern.

Und auch für die mangelnde Bereitschaft an der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit des deutschen Reiches lassen sich Beispiele zuhauf finden: Angefangen von der Torpedierung der Arbeiten des Staatsanwalt Fritz Bauer bin hin zu den Problemen, im Jahr 2000 geeignete Räumlichkeiten für die Ausstellung „Aktion 3 – Deutsche Nachbarn verwerten jüdisches Eigentum“ zu finden.4 Bezeichnend sind auch die Anstrengungen der Friedrich-Ebert-Stiftung, durch ihre „Mitte-Studien“ die antidemokratischen Einstellungshaltungen in der Bevölkerung zu thematisieren, statt die Aufmerksamkeit auf die Einstellungshaltungen der elitären Führungskräfte in Politik, Medien, Wirtschaft und Justiz auszurichten.5 Ablenkung ist immer schon als ein probates Mittel rechtsautoritärer Regime zum Einsatz gelangt.

Dabei zeigen gerade exemplarisch die Ausschnitte aus dem Ibiza-Video, das die Regierungskoalition in Österreich zwischen der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) zu Fall gebracht hat, wie wichtig es ist, die reaktionären und faschistoiden Einstellungshaltungen von Führungskräften in den Fokus zu nehmen, statt immer nur die „Wutbürger“ an den Pranger zu stellen. Auch bei dieser Affäre um HC Strache spielt die parteiliche Rolle der Medien eine zentrale Rolle: Obwohl österreichischen Medien das vor mehr als 2 Jahren gedrehte, mehrstündige Skandal-Video bereits vor einem Jahr angeboten wurde, gab es von Seiten der Redaktionen kein Interesse. Und selbst als sich in Deutschland die Redaktionen des Spiegel und der Süddeutschen Zeitung entschieden, das Strache-Video auf seine Verwertbarkeit zu prüfen, so ist von dem mehrstündigen Film-Material der Öffentlichkeit nur wenige Minuten vorgeführt worden. Der Universalkünstler Andre Heller forderte in einem Interview in Kulturzeit (3Sat), das Material nicht nur in andere Sprachen zu übersetzen, sondern es auch in voller Länge an Schulen und Universitäten zu zeigen und eine Diskussion anzustoßen, um aufzuzeigen, wie Rechtsradikale wirklich denken. Statt diese Anregung eines international anerkannten österreichischen Künstlers für einen offensiven Umgang mit dem Strache-Video aufzugreifen, wird die Öffentlichkeit bevormundet und mit wenigen Minuten abgespeist. Ein Indiz für eine bestimmte politische Nähe zwischen Chefredaktionen und ParteiEN einer bestimmten Couleur / Programmatik / Ideologie?

Ein anderes Beispiel verdeutlicht, was gemeint ist. Kehren wir zu Andrea Nahles medialer Hinrichtung zurück. Am 6.3. diesen Jahres war Andrea Nahles in der Talkshow von Markus Lanz gemeinsam mit dem Journalisten Markus Feldenkirchen, dem Sozialpsychologen Prof. Harald Welzer und dem Mediziner und Naturheilkundler Andreas Michalsen zu Gast. Markus Lanz konfrontierte Andrea Nahles mit der Kritik von Gerhard Schröder, der in einem Spiegel-Interview in der üblichen egomanen Selbstgefälligkeit betonte, wie wichtig es sei, dass ein Kanzlerkandidat über ökonomische Kompetenz verfüge. Befragt, ob Nahles über diese Kompetenz verfüge, antwortete Schröder: „Ich glaube, das würde nicht mal sie selbst von sich behaupten.“ Die völlig unangemessene Vorgehensweise von Markus Lanz spricht für sich und soll hier nicht näher erörtert werden. Und auch die immer wieder propagierte, angebliche Wirtschaftskompetenz von Schröder ist von anderen eingehend untersucht und substanziell widerlegt worden! Was an diesem Beispiel exemplarisch verdeutlicht werden soll, ist die unterschwellige Häme und Aggressivität im Umgang vor allem mit Politikern, die im weitesten Sinne im linken Spektrum verortet werden können6. Oder ist Ihnen auch nur ein einziges Interview bekannt, in dem Angelika Merkel derart vorgeführt und der Lächerlichkeit preis gegeben wurde? Und selbst wenn jetzt am Rand des braunen Sumpfes HC Strache und andere seiner Gefolgsleute lediglich kurzfristig an den Pranger gestellt werden, so wird der gesinnungsnahe Sebastian Kurz auch weiter hofiert, erhält Sendezeit und gewinnt auch nach dem Mißtrauensvotum genügend öffentlichen Raum, um aus der nächsten Wahl als strahlender Sieger hervorzugehen (zur Gesinnungshaltung beeindruckend der österreichische Schriftsteller Robert Menasse (O-Ton Menasse 1:45 Min.)).

Besonders deutlich tritt die rechtslastige Parteilichkeit der (Leit)Medien zu tage, wenn es um Fragen von Bündnissen und Koalitionen geht. Selbst wenn auf Bundesebene die Möglichkeit bestanden hat, eine Mehrheit durch eine Beteiligung der Linksfraktion zu erhalten, so wurde diese demokratische Option medial durch eine entsprechende No-Go-Stimmungskampagnen zu nichte gemacht. Mit dabei handverlesene Experten, deren Sachverstand vor allem eines vermissen ließ: demokratische, verfassungs- und sozialrechtliche Expertise. Vor diesem Sachverhalt abgesehen, hatten sie auch – soweit sie kein Mitglied einer Partei waren – keine demokratische Legitimation.

Bleiben wir noch bei der rechtslastigen Parteilichkeit der Leitmedien: Nach dem verständlichen und nachvollziehbaren, durch die Medien nahezu erzwungenen Rückzug (angebliche Probeabstimmung) von Andrea Nahles wird jetzt erneut das reaktionär-faschistoide Führerbild personalisiert und dramatisiert, indem der SPD-Führer-Etage ein personeller Notstand unterstellt wird – so jüngst in der Maischberger-Sendung „SPD am Boden, CDU unter Druck: Ist die Regierung am Ende?“ vom 5.6.2019, u.a. mit den Führer-“Experten“ für manipulative Meinungsmache Hans-Ulrich Jörges (Stern) und Jan Fleischhauer (Spiegel). Keinen Deut besser die Diskussion am gleichen Tag im Deutschlandfunk „Zukunft der SPD – ganz unten oder steht sie wieder auf?“.7 Besonders hervorzuheben ist auch an dieser Stelle die eine rot-rote Regierung ablehnende Positionierung der taz-Redakteurin und Publizistin Ulrike Herrmann in einem Interview des Deutschlandradios am 8. 6.19 (O-Ton Herrmann 2:04 Min.), die bemängelt, dass es im linken Spektrum keinen „Führer mit Charisma“ gäbe…

Dass dieses Thema ein medialer Selbstläufer ist, wird deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass es die Medien selbst sind, die entweder immer wieder dieselben alten, ausgedienten Parteifunktionäre einladen und es ansonsten bei einer kleinen Zahl von aktuellen Polit-Persönlichkeiten belassen, die das mediale Gesinnungs-Casting überstanden haben und ins propagandistisch eng abgesteckte Meinungsprofil passen. Diese Fokussierung ganz bewusst auf wenige medial genehme Auserwählte zu richten, um dann – quasi einen Atemzug später – ein Führer-Problem zu konstruieren, zeigt die strukturelle Verantwortung jener Strippenzieher, die in den Chefredaktionen die öffentliche Meinung nach rechts lenken. Die Etikettierungen sprechen für sich selbst: Bei den Einen sind es die Rechtspopulisten, bei den anderen gibt es keine Führungskräfte mit „Charisma“ (siehe bze. höre Ulrike Herrmann) und die LINKEN haben ja ohnehin weder Wirtschafts- noch Führungskompetenz. Bei dieser ungebrochenen Dominanz eines kleinen Personenkarussells fällt dann auch die inhaltliche Darstellung von Themen, Problemen und Problemlösungen ganz bewusst kleinlich-kleinkariert aus, was sich am Beispiel der Mietpreisbremse veranschaulichen lässt. Ganz in der Tradition jener Schröderischen Agenda der Eigenverantwortung werden die Schwächsten im Vertragsverhältnis, die Mieter, in die Verantwortung genommen, um den Vermieter bittstellerisch zu ersuchen, die Höhe des Vormieters offen zu legen. Erfolgt dann die Antwort, so sah die ursprüngliche Mietpreisbremse von Heiko Maas nicht einmal vor, den Vermieter – im Fall einer zu hoch veranschlagten Miete – zu verpflichten, den Fehlbetrag rückwirkend zum Termin des Einzugs bzw. Vertragsabschlusses umgehend zu korrigieren. Als dann der Karrierist Heiko Maas für dieses Komplettversagen mit dem Posten des Außenministers belohnt wurde, verkündigte seine nicht weniger karriereorientierte Nachfolgerin Katarina Barley frohlockend, triumphierend und mit glänzenden Augen, sie hätte jetzt diesen Fehler korrigiert. An dem schwachsinnigen Prinzip der Eigenverantwortung (Mieter als Fragesteller) wurde freilich nicht gerüttelt. Und im Rahmen der Kumpanei zwischen den Chefideologen der Bewusstseinsindustrie, der Wohnungswirtschaft und dem kleinen Kreis von auserwählten Politikern wurde peinlich genau darauf geachtet, in der Bevölkerung keine schlafenden Hunde zu wecken, z.B. durch die interventionistische Frage, ob es nicht viel einfacher und wirkungsvoller wäre, jeden Vermieter gesetzlich zu verpflichten, in jedem Mietvertrag die Höhe des Vormieters offenzulegen.

Oder nehmen wir das Thema Klima“wandel“ und die unterbelichtete Diskussion um eine Stärkung der e-Mobilität als Königsweg für den Individualverkehr? Fast erscheint es so, als ob die Verantwortlichen in ihrem Erkenntnishorizont den Grundsatz vertreten: Wenn der Strom aus der Steckdose kommt und der Diesel nicht aus der Zapfsäule fließt, dann sei schon viel gewonnen! Kürzlich referierte Harald Lesch über die Digitale Diktatur und thematisierte den Unterschied im Stromverbrauch in Deutschland, China und Indien. Auch wenn Prof. Lesch in den Vergleichszahlen ein Irrtum unterlaufen ist (125 kWh pro Kopf und Tag in DL, 40 kWh in China und 20 kWh in Indien), so zeigt der in seiner Tendenz zutreffende Vergleich doch den Richtwert, um den es gehen muss: Es geht primär um den Stromverbrauch und dessen Begrenzung. Lesch brachte es auf den Punkt: Wenn China und Indien sich unserem Stromverbrauch nähern, dann können noch so viele Windkrafträder gebaut werden – die regenerativen Energien werden diesen Appetit nicht decken können… Und auch an der Umlagefinanzierung der energetischen Gebäudesanierung zu Lasten der Mieter wird festgehalten, statt dieses Finanzierungsmodell durch ein steuerliches Abschreibemodell vollständig zu ersetzen, wie das von uns Wasserbürgern in Kooperation mit der Interessengemeinschaft „Faire Mieten für ALLE“ schon mehrmals gefordert worden ist.

Sowohl die redundante Ökonomisierung der Klimapolitik durch das Geschäftsmodell mit CO2-Zertifikaten oder durch die Einführung einer „sozial gerechten“ CO2-Steuer bringt weniger die Hilflosigkeit im Umgang mit der wichtigsten Herausforderung der Zukunft zum Ausdruck als die Irrwege und Talfahrten, auf die die Bevölkerung geschickt wird. Wie wenig der Bildungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten eine Rolle in der Jagd um Einfaltquoten zählt, wird deutlich, wer die Tagesprogramme analysiert. Als der beste umweltpolitische Dokumentarfilm – eine 3 Millionen teure skandinavische Produktion – „Unser Planet“ in der ARD am 2. Januar 2008 ausgestrahlt wurde, schuld die Uhr kurz vor Mitternacht.

Oft wird in diesen Tage das verloren gegangene Vertrauen nicht nur in die Politik, sondern auch in die Leitmedien beklagt. Vertrauen ist eine Kategorie, die nicht als Vorschuß billig zu haben ist, sondern die immer wieder aufs neue erarbeitet und hergestellt werden muss.

Zurückkommend auf die Wahl und die Berichterstattung wäre schon viel gewonnen, wenn sich wenigstens die Journalisten und Medienverantwortlichen darauf verständigen, bei der Vorstellung der Wahlergebnisse die Zahl aller Wahlberechtigten als die eigentliche demokratische Bezugsgröße anzuerkennen. Möglicherweise würden dann die Volksvertreter ihre Arbeit nicht nur mit mehr Demut und Bescheidenheit verrichten und erkennen, dass einerseits der Weg zu real existierenden Volksparteien nur über eine Wahlpflicht führen kann und andererseits auch jenseits der Parteiendemokratie andere Formen der Bürgerbeteiligung auf gleicher Augenhöhe gefunden werden sollten. Die Aussichten, dass es hierzu kommen wird, setzt jedoch bei der Führungselite eine Bereitschaft, Kritik anzunehmen und lernen zu wollen, voraus, die bisher auch beim besten Willen nicht zu erkennen ist. Und wenn der Publizist und Überzeugungstäter Wolfram Weimer im osterreichischen TV-Format „Talk im Hangar 7“ am 6.6.2019 überzeugt verkündet, dass er sich für Deutschland einen Bundeskanzler Sebastian Kurz wünscht, dann ist das eine unmissverständliche Steilvorlage für den Anschluss.

 

1Nachdem Andrea Nahles ihren Rücktritt bekannt gegeben hat, waren bezeichnenderweise bei den Sendern des Deutschlandradios die Hinweise auf Redebeiträge zu den angeblichen Probeabstimmungen nicht mehr auffindbar!
2So zwei Professoren aus Oldenburg in einem Workshop, der im Rahmen einer Tageskonferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema „Der Nichtwähler – Das unbekannte Wesen“ unmittelbar nach der vorletzten Bremen-Wahl in Berlin stattfand.
3Unter dem Titel „Systematisch verzerrte Entscheidungen? Die Responsivität der deutschen Politik von 1998 bis 2015“ war der Bericht auch Bestandteil des letzten Reichtums- und Armutsbericht. Nachdem das Bundeskanzleramt diesen Bericht zunächst nicht veröffentlichen wollte, sorgte die damalige Arbeitsministerin Andrea Nahles dafür, dass der Bericht auf der Homepage ihres Ministerium publiziert wurde. Es bleibt abzuwarten, ob dieser wichtige Forschungsansatz auch im nächsten Reichtums- und Armutsbericht weiter fortgeführt wird, oder ob die Bertelsmann-Stiftung beauftragt wird, entsprechend gefärbtes Material einzubringen.
4Siehe hierzu den Artikel aus der ND vom 23.6.2000 (!!!) „Schuldig war auch die nette Oma von nebenan“
5So die jüngste Studie „Verlorene Mitte – Feindselige Zustände“
6 Leider haben nicht alle „Linken“ das Vermögen von Sarah Wagenknecht auf konfrontative Unverschämtheiten entsprechend adäquat und souverän zu reagieren.
7Übrigens wurde in keiner diese beiden Sendungen die Frage nach den Hintergründen der angeblichen Probeabstimmung gestellt. Auf wen ist diese Behauptung zurück zu führen und vor allem, welcher leitender Chefredakteur hat die Veröffentlichung genehmigt und dadurch den politischen Genickbruch von Andrea Nahles zu verantworten?