Eskalation durch Ignoranz und Arroganz: Freies Schußfeld für den ersten Nuklear-Schlag in Europa durch das Pentagon?

Eskalation durch Ignoranz und Arroganz: Freies Schußfeld für den ersten Nuklear-Schlag in Europa durch das Pentagon? (Update 2)

Wer noch nicht an politischem Allzheimer leidet, der erinnert sich noch an den Ukraine-Konflikt aus dem Jahr 2015 und die Berichterstattung, die bereits damals an Einseitigkeit kaum zu überbieten war. Damals gab es gegen die medialen Verzerrungen so massive Proteste, dass der ARD-Programmbeirat sich gezwungen sah, auf die Beschwerden einzugehen und Fehler  einzugestehen:

„…Dass viele Bürger sich nicht so billig abspeisen lassen, musste auch der Programmbeirat des ARD zur Kenntnis nehmen, als dieser sich bereits im letzten Jahr mit einer „Flut von Publikumsbeschwerden“ (Paul Siebertz, Vorsitzender ARD-Programmbeirat) konfrontiert sah. Dank eines Whistleblowers gelangten Teile des bedauerlicherweise vertraulich gehaltenen Protokolls an die Öffentlichkeit, das in Auszügen auch im Internet einsehbar ist. Dadurch wurde bekannt, dass der Programmbeirat zahlreiche Kritikpunkte teilte, was Siebertz anlässlich einer auf Phoenix am 27.10.2014 ausgestrahlten Diskussionssendung „Der Ukraine-Konflikt in den Medien“ entsprechend zusammenfasste (O-Ton Siebertz 7:24 Min). …

Vor allem kritisiert Siebertz die „personalisierte Berichterstattung“. Die Art, wie die Verantwortung für die Vorkommnisse projektiv und einseitig Wladimir Putin angelastet werden, entspricht weder der Realität von Entscheidungsprozessen noch entspricht sie dem Auftrag der öffentlich-rechtlichen Medien zu einer unabhängigen, ausgewogenen Berichterstattung. In der an die Öffentlichkeit gelangten Zusammenfassung des Protokolls der Beiratssitzung heißt es: Soweit das Versäumnis anstehender Fehlerkorrekturen „in der aktuellen Berichterstattung nicht sofort geleistet werden kann, muss es in den Formaten der Hintergrundberichterstattung, in den Tagesthemen, in den Magazinen und in speziellen Features, aber auch mit geeigneten Gesprächspartnern und Experten in den Talkformaten nachgeholt“ und nicht fortgesetzt werden…“

Smiley Wut - KopieDie Kritik wie die konstruktiven Vorschläge des Programmbeirats scheinen bei ihren Adressaten nicht angekommen zu sein. Wir haben auf diesem Portal bereits damals mit Verwunderung darauf hingewiesen, dass die Gefahr einer nuklearen Eskalation weder thematisiert noch diskutiert worden ist. Und selbst jetzt, als Putin vor 2 Tagen für die russischen Streitkräfte die „besondere Alarmbereitschaft“ verkündete, belassen es die Chefredakteure, Politiker und geladenen „Experten“ dabei, die Gefahr einer nuklearen Eskalation kleinzureden, denn man befände sich ja erst auf der zweiten Eskalationsstufe. So zeugt der Interpretationsrahmen der Bundesverteidigungsministerin Christina Lambrecht (SPD) von dumm-dämmlich-dreister Beschränktheit, wenn sie glaubt, „dass er (Putin) mit seiner Offensive, mit seinem Krieg nicht so schnell vorangekommen ist, wie er sich das wahrscheinlich vorgestellt hat“ und deshalb von Atomwaffen spreche. Entsprechend verharmlosend teilt das Redaktionsnetzwerk  Deutschland mit,  dass sich Putin „auf niedriger Eskalationsstufe“ bewegt und zitiert einen Militärexpertin von der Münchner Bundeswehruniversität: „Das ist noch weit entfernt von einer konkreten Drohkulisse“. Es gäbe nämlich vier Eskalationsstufen: normal, erhöhte Alarmbereitschaft, militärische Gefahr, voll. Vollgepumpt mit diesen gefährlichen, verbalen Tranquillizern verkündet Scholz im Bundestag unter tosendem Applaus, jetzt auch Waffen an die Ukraine liefern zu wollen, den Bundeswehretat um 100 Milliarden aufstocken zu wollen und die NATO-Beihilfe auf zwei Prozent erhöhen. Da stellt Smiley Bombesich der Eindruck von selbst ein, dass unsere Volksvertreter alles nur erdenkliche tun, um auf Teufel komm raus zu eskalieren. 

Gänzlich anders ist die Einschätzung des britischen Verteidigungsminister Ben Wallace. Seiner Meinung nach gehe es Putin darum, „die Menschen und die Welt zu erinnern, dass er diese Abschreckung hat“. In seinem vom RND zitierten Satz „WIR nehmen das sehr, sehr ernst“ wie der anschließenden Ankündigung man „werde nichts tun, was in diesem Bereich für weitere Eskalation sorgen könne“, fehlt die Ergänzung, dass man das Eskalieren getrost den Deutschen überlassen könne.

Smiley TVWer sich über die Hintergründe der Eskalation infromieren möchte, dem sei die Monitor-Reportage vom 22.8.14 dringend empfohlen, eine Sendung aus einer Zeit, als die Medien noch nicht derart brutal gleichgeschaltet sind, wie wir das zur Zeit erleben müssen. Sollte diese Sendung auf dem youtube-Kanal gelöscht sein, dann melden sie sich bitte. Ich werde dann diese Sendung auf diesem Portal zur Verfügung stellen!

SG MIUnd um es abzurunden, wurde schließlich auch Sigmar Gabriel (SPD)  zu „Maybritt Illner extra“ zugeschaltet. Er warnte nicht nur vor einem neuen atomaren Wettrüsten, sondern erinnerte auch an die „russische“ Militärdoktrin, nach der ein nuklearer Schlagabtausch nicht am Ende einer militärischen Auseinandersetzung stehe, sondern am Anfang. Damit ist er auch als Vorsitzender der Atlantik-Brücke seinem Auftrag des Pentagon nachgekommen und hat sicher gestellt, dass in der ohnehin hypnotisierten Bevölkerung kein Zweifel aufkommt, dass es ohne jeglichen Zweifel und unbedingt eine russische Atombome gewesen sein muss, die auf deutschem Territorium detoniert.. Dem Pentagon freies Schußfeld für den ersten Nuklear-Schlag in Europa zu bereiten, scheint die Hauptaufgabe der westlichen Propagandamaschinerie zu sein. Und was Militär-Doktrinen zum Einsatz von Nuklear-Waffen betrifft, da waren es die amerikanischen Militärstrategen, die ballistische „Mini-Nukes“ entwickelten,  mit der klaren und unmissverständlichen Absicht, begrenzbare Atomkriege zu führen. Um Deutschland mit in diese Strategie rt deutsch taktische atombombeneinzubinden, entwickelte das Pentagon das Konzept der „nuklearen Teilhabe“, welches auch deutsche Bomberpiloten befähigt, atomar bestückte Grüße aus Washington zu überbringen. Näheres finden Interessierte auf jenem Portal, dass die ehemalige Verteidigungsministerin und jetzigen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verbieten will: „Taktische“ Atomsprengköpfe auf US-U-Booten: Schritt zur nuklearen Apokalypse statt Abschreckung.

Von der freien Meinungsbildung scheint von der Leyen genauso wenig zu halten wie Wladimir Putin. Kritische Internetseiten verbieten und Journalisten wie Julian Assange wegsperren und verrotten lassen – doch halt! Gab es da nicht einen Mann namens Edward Snowden, der gezeigt hat, wie die USA-Geheimdienste nicht nur die eigene Bevlkerung, sondern die ganze Welt überwachen lassen? Snowden mußte die Flucht ergreifen und er hat in Russland Zuflucht gefunden, während sein Kollege Julian Assange im englischen Hochsicherheitsgefängnis auf seine Auslieferung in den USA wartet. Soviel zur Bedeutung der Pressefreiheit in den westlichen Denkoratien.

Und wie reagiert Putin auf diese Schritte von Sanktionen und Provokationen? Er bleibt sachlich und unterbreitet Gesprächsangebote an die Ukraine. Seine Forderungen sind einfach und sogar nachvollziehbar: Eine Entmilitarisierung der Krim wie die Anerkennung der Krim. Doch auf einen blutrünstigen Kriegsverbrecher, der sogar die Unverfrorenheit besitzt, für flüchtende Zivilisten Fluchtkorridore einzurichten, darf man sich nicht einlassen. Statt dessen wird ihm Schwäche unterstellt, weil er jetzt verhandeln will.

Nur zur Erinnerung: Wie viele Tote forderte der Irak-Krieg? Und wie viele starben im Jugoslawien-Krieg? Sind Tony Blair oder Joschka Fischer in Den Haag angeklagt worden? Und was ist mit den zahlreichen Verstößen gegen das Völkerrecht im Fall von Julian Assange? Leider ist die Verlogenheit der Redakteure und der deutschen Aftervasallen des Pentagon genauso wenig ein Straftatbestand wie die organisierte und kartellartige Absprache zur atomaren Kriegshetzerei.

In Deutschland finden in diesem Jahr vier Landtagswahlen statt. Wir dürfen gespannt sein, wer von den deutschen Parteien gewinnt und aus einer vom Westen provozierten und initiierten nukelaren Auseinandersetzung als Sieger hervorgeht – vorausgesetzt, die Wahlen können stattfinden. Übrigens wissen Sie, was Lauterbach zur Impfquote in der Ukraine sagt? Ob Flüchtingen, die mit Sputnik geimpft worden sind, die Einreise verweigert werden soll oder sie wenigstens erst einmal in Quarantäne geschickt werden? Höchstwahrscheinlich ist an der niedrigen Impfquote in der Ukraine auch Putin schuld. Wer sonst?

„Frieden gäbe es nur dann, wenn die Menschen nicht nur gegen den Krieg, sondern auch gegen das Siegen wären.“ Elazar Benyoetz

Thomas Rudek, Berlin, 1.3.22

 

Masken-Deals nur die Spitze des Eisbergs – Corona als profitables Geschäftsmodell

Wer erinnert sich nicht an die Skandale, die 2020 publik wurden, als sich zahlreiche CDU/CSU-Politiker durch Markendeals in die eigenen Taschen „wirtschafteten“. Geringer war das mediale Interesse, als bekannt wurde, dass die Ertappten strafrechtlichtlich nicht belangt werden konnten. Nach dem sogenannten Schmiergeld-Paragrafen 108e machten sich Abgeordnete nicht strafbar, wenn sie ihre Kontakte und ihren Einfluss nutzen, um Entscheidungen von Behörden und Ministerien zu beeinflussen und auch dafür Geldbeträge kassieren – neben ihren Diäten! Der Selbstbereicherung unserer Volksvertreter war bis zu diesem Zeitpunkt völlig legal und gesetzeskonform. Wen wunderts?

Ausgewogener ProzessNun deckt das ZDF-Magazin Frontal einen weiteren Skandal auf: Was den Schutz der Bevölkerung betrifft, erhalten die Test-Verfahren zum Nachweis einer Infektion mit dem Corona-Virus eine entscheidende Rolle. Hier ist generell zu entscheiden zwischen den Antigen-Schnelltests und den PCR-Tests. Letzere sind zuverfälliger als die Antigen-Schnelltests. Am 8. Februar 2022 wurde in Frontal (ZDF) unter dem Titel „Mangelware PCR-Test – Zu wenig und zu teuer“ ein Vergleich mit Österreich gezogen wie die Schlüsselrolle des Dachverbads ALM (Akkreditierte Labore Medizin) bei der Frage, welche Labore / Anbieter die Zulassung zur Durchführung von PCR-Tests erhalten und welche „gestrichen“ werden, herausgestellt. An anderer Stelle ist auf diesem Portal bereits verwiesen worden, dass in Österreich die PCR-Tests für die Bürger kostenfrei erhältlich sind und dem Staat lediglich Kosten für 6€ pro PCR-Test anfallen, während in Deutschland zwischen 43€ und 83€ in Rechnung gestellt werden. Prof. Michael Havel bringt es auf den Punkt:

GeschäftsmodellIn Österreich bestand das Ziel; „viele Tests zur der besten Qualität zu einem extrem günstigen Preis zu machen. In Deutschland hat man ein anderes Geschäftsmodell: Da sagt man, man will möglichst wenig Tests machen, zu  einem möglichst hohen Preis.“

Warum es dazu kam und diese Fehlentscheidung bis heute nicht korrigiert worden ist, zeigt die sehenswerte Frontal-Reportage von Andreas Halbach und Thadeus Parade.

Glücklicherweise ist da wieder einmal die Ukraine-Krise. Und das Interesse an einem Kriegsausbruch dürfte auf westlicher Seite hoch sein, denn dann wird niemand an eine Aufarbeitung des desaströsen Pandemiemanagements ein großes Interesse haben. Und auch den Anteil der Corona-Kosten an der Inflation wird unter den medialen Teppich gekehrt werden. Dafür werden die sogenannten „Gate-Keeper“ in den Redaktionsstuben schon sorgen.

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DIE KERN- & SCHLÜSSELFRAGE zur Pandemie: Können wir uns aus der Pandemie herausimpfen? Markus Lanz und Prof. Hendrik Streeck

Obwohl die Zahl der Impfdurchbrüche auch bei vollständig Geimpften steigt und auch die sogenannten älteren „Vulnerablen“ auf der Intensivstation landen, breitet sich ein Impftotalitarismus aus, der gerade vor dem Hintergrund der fragwürdigen Qualität der wenigen zugelassenen Impfstoffe nicht länger nachvollziehbar ist. Nicht nur, dass auch „vollständig“ Geimpfte über keine vollständige Immunität verfügen, sondern trotz Impfungen auch weiterhin Virusüberträger sein können, und b) die sogenannte „Schutzwirkung“ nicht einmal von langer Dauer ist, mit der Folge, dass bei mehreren Impfungen im Jahr der Impfstreß auch für das Immunsystem wächst, wird eindimensional am „Impfen, Impfen, Impfen“ als totalitärer Doktrin fanatisch festgehalten. Was das für die Umsetzung auf kommunaler Ebene bedeutet, beschreibt der „Pragmantiker“, beser. Fanatiker, Boris Palmer Smiley kotz von den Grünen, erneut zu Gast bei Markus Lanz am 25.1.2022.

Neben diesem schwatzhaften Drescher totalitärer Plattitüden war auch die Journalistin Corinna Milborn aus Wien zugeschaltet. Und wenn Interessierte nach Gründen für den Vertrauensverlaust nicht nur in das Krisenmanagement der Pandemie suchen, dann liefert Frau Milborn die Gründe. In Österreich wurde nicht nur schon sehr früh auf den Testnachweis durch PCR-Tests gesetzt. Die Labore in Österreich können täglich 800.000 (!!!) PCR-Tests auswerten. Auch die Methode ist verbraucherfreundlich: Während man sich hierzulande in Deutschland für unzuverlässige Antigen-Schnelltests in den Schlangen vor den Testzentren bei Eiseskälte anstellen muss, um sich anschließend in der Nase einer unangenehmen Abstrichprozedur auszusetzen – die Viruslast in diesen Testzentren ist gewiss nicht gering – läuft das Verfahren in Österreich anders. Dort können die zuverlässigen Gurgeltests bequem zu Hause durchgeführt werden und bei der Besorgung des Einkaufs wird dann das beschrifete Röhrchen im nächsten Supermarkt abgegeben. Doch nicht nur das: In Österreich sind die PCR-Tests für die Bürger kostenfrei. Dem Staat entstehen Kosten von 6€. Wer sich in Deutschland einem PCR-Test unterziehen will, dem werden durchschnittlich 52€ in Rechnung gestellt – die überflüssigen Kosten für die Antigen-Schnelltests nicht Smiley Wut rot - Kopiegerechnet. Statt in Deutschland verbaucherfreundliche Verfahren zu entwickeln, werden hier Geschäftsmodelle im Rahmen des Pandemiemanagements entwickelt, die nur auf Abzocke ausgerichtet sind.

Doch nun der wichtigste Hinweis und die Frage: Warum Sie sich diese Sendung mit Markus Lanz unbedingt ansehen sollten! Weil in dieser Sendung die wichtigste Frage – wenn auch nur am Rande bzw. am Ende – gestellt wurde: Es geht um die Schlüsselfrage nach den Folgen von mehrmaligen Impfungen mit immer neuen modifizierten Impfstoffen auch für das eigene Immunsystem, kurz:

Können wir uns aus der Pandemie herausimpfen?

Markus Lanz stellte dem Virologen Henrik Streeck die Frage:
Lanz: „Wie oft kann man solche Impfungen setzen?“
Streeck: „Wir wissen es nicht. Das ist genau das Problem, dass wir so in die Tiefe der Immunologie da noch nicht vorgedrungen sind, um da die Effekte so genau zu verstehen.“

Solange diese Frage nicht durch umfassende, unabhängige Studien eindeutig beantwortet ist, verbietet sich jede Impfpflicht! Und dass bei aller berechtigten Kritik an den bisher zugelassenen Impfstoffen auch andere Möglichkeiten von Schutzmassnahmen – zumindest für die besser Betuchten existieren -, darauf ist bereits verwiesen worden (LINK). Übrigens: Ist es nicht bezeichnend, dass bei den gegenwärtig diskutierten und in Österreich bereits verabschiedeten Vorschlägen zu den finanziellen Smiley nachgedachtSanktionen für „Impfverweigerer“ die besser Betuchten sich leicht freikaufen können, hingegen von Armut Betroffenen dieser Flucht-, besser. Schutzweg verwehrt ist. Auch hier ein Beispiel für das Total-Versagen „unserer“ Volksvertreter, denen das Grundgesetz gleichgültig zu sein scheint! Vor dem Gesetz sind nach den gegenwärtigen Vorschlägen eben nicht alle gleich. Dabei hätten die Verantwortlichen hier die Möglichkeit gehabt, diesem verfassungsrechtlichem Gleichheits-Grundsatz zu entsprechen, nach dem Motto: Je reicher, um so höher fällt die Strafgebühr aus – gemessen am Einkommen UND Vermögen aus.

 

Sehenswert: Virenkiller aus der Hausapotheke (Update)

Buch staunVom Ende der Pandemie kann keine Rede sein. Die von der EMA zugelassenen Impfstoffe erfüllen die an sie gerichteten Erwartungen leider noch nicht. Geimpfte können nach wie vor andere Menschen anstecken, besitzen also keine Immunität und wie die Impfdurchbrüche zeigen, landen auch mehrmals Geimpfte auf der Intensivstation – vor allem Personen, die zu den „vulnerablen“ Menschen gehören und eigentlich geschützt werden sollten – so dargestellt in der ARD-Monitor-Reportage „Corona: Wirklich eine Pandemie der Ungeimpften?“ vom Smiley Ausrufung8.11.21.. Offensichtlich scheint sich auch in den Leitmedien die Erkenntnis durchzusetzen, dass alle Menschen gut beraten sind, sich um zusätzliiche Schutzmassnahmen zu kümmern. Aus der Reihe „Treffpunkt Medizin“ wurde das Thema „Virenkiller aus der Hausapotheke“ umfassend und leicht verständlich vorgestellt.

„Umso wichtiger sind antivirale Maßnahmen und Strategien, die bis jetzt in der Pandemie-Bekämpfung zu wenig Beachtung gefunden haben und nichtsdestotrotz sehr effektiv sein können. Dazu gibt es eine ganze Reihe von bewährten und gut erforschten Mitteln, die in keiner Hausapotheke fehlen sollten. In der Dokumentation kommen Forscher und Patienten zu Wort, deren Virenerkrankung (auch mit SARS-CoV-2!) in spektakulären Heilversuchen mit neuen Substanzen zum Gurgeln, Spülen und Inhalieren erfolgreich bekämpft werden konnten.“

Es ist nicht nachvollziehbar, dass diese Sendung vom 8. Januar 2022 in der Mediathek nicht mehr verfügbar ist. Gücklicherweise gibt es Youtube! Äußerst sehenswert und hilfreich, auch wenn die vorgestellten Mittel und Möglichkeiten (wie beispielsweise die Desinfizierung der Raumluft mit UV-C-Liicht oder Luftfilteranlagen zur Verringerung der Viruslast) nur jenen Personen vorbehalten bleiben, die auch über die entsprechenden finanziellen Ressourcen verfügen (siehe hierzu auch unten den in roter Schrift gehaltenen Hinweis auf ein Grundsatzurteil des Bundessozialgerichts zu Lasten der medizinischen Versorgung armer Menschen).

Über den klassenspezifischen Charakter der Corona-Pandemie ist nicht nur sehr früh auf diesem Portal verwiesen worden, sondern kürzlich auch im Deutschlandfunk in seiner Reihe „AgendHörena“ unter dem Titel „Entscheidet der soziale Status? – Wen die Pandemie besonders trifft“ mit dem Medizinsoziologen Dr. Timo-Kolja Pförtner und dem Hauptgeschäftsführer Der Paritätische Gesamtverband Dr. Ulrich Schneider diskutiert worden:

„Sie infizieren sich häufiger und schwerer mit Covid-19 und auch ihr Sterberisiko ist höher: Menschen in sozial benachteiligten Regionen. Die gesundheitliche Ungleichheit, die es schon vor der Pandemie gab, hat sich verschärft, so Experten. Aufgrund schlechterer Arbeitsbedingungen und beengterer Wohnverhältnisse haben arme Menschen ein höheres Risiko an Corona zu erkranken. Hinzu kommt der zeitweise Wegfall von Unterstützungsangeboten wie Tafeln, Schulessen und Sozialkaufhäusern infolge der Pandemie. Die Armutsquote hat mit 16,1 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. Wie sieht der Alltag der Betroffenen aus? Mit welchen Maßnahmen kann die Situation entschärft werden? Welche strukturellen Veränderungen sind nötig, um die soziale und gesundheitliche Ungleichheit zu verringern?“

Hier ist der Link zum Mitschnitt dieser Sendung von Deutschlandfunk: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2022/01/12/entscheidet_der_soziale_status_wen_die_pandemie_besonders_dlf_20220112_1008_4aef13bd.mp3

Smiley ÄrgerWie kürzlich der Tageszeitung „junge welt“ zu enthehmen war, hat das Bundesozialgericht in einem Grundsatzurteil auch eine wichtige Detailregelung zu Lasten der Ärmsten geändert: Bisher waren Krankenkassen gezwungen, kurze Fristen einzuhalten, um Anträge beispielsweise auf medizinische Reha-Maßnahmen zu bearbeiten. Wurden diese Fristen nicht eingehalten, galt der Antrag als bewilligt. Im Mai 2020 hat das Bundessozialgericht diese wichtige Regel zur Befristung von Anträgen kassiert. Erkrankte, die über ausreichend finanzielle Rücklagen verfügen und nicht lange warten wollen, können in Vorleistung gehen und haben gut Chancen auf Rückerstattung der entstandenen Kosten. Für von Armut betroffene Menschen sieht das anders aus. Sie haben das Nachsehen und sind entsprechend gefährdet. Der Sozialverband hat jetzt Verfassungsbeschwerde eingelegt.

„Für Menschen mit geringem Einkommen, die auf Hilfe angewiesen sind, weil sie einen schlechten Gesundheitszustand haben, ist es besonders wichtig, benötigte medizinische Leistungen zeitnah zu erhalten. Seit dem Urteil müssen sie schlechtere Standards hinnehmen; wenn sie etwa nach einem Unfall eine Zeitlang nur mit Gehhilfe raus können, diese aber nicht zügig bekommen, weil die Entscheidung sich hinzieht. Diese Menschen können nicht einfach sagen »Ich kauf’ mir das selber“
Verena Bentele (Präsidentin des ­Sozialverbands VdK Deutschland e. V.)

s. junge welt: »Sie müssen nun schlechtere Standards hinnehmen« -Verfassungsbeschwerde gegen Grundsatzurteil. Ärmere Krankenversicherte benachteiligt. Ein Gespräch mit Verena Bentele von Gitta Düperthal

Smiley MaskeSiehe auch: Junge Welt: Teurer Gesundheitsschutz – Sozialverbände und Erwerbsloseninitiativen fordern kostenlose FFP2-Masken und mehr Unterstützung für Arme

 

 

Die Wannseekonferenz – Plädoyer für eine Erinnerungskultur der Zukunft (Update 3)

TV-Remake im ZDF zur Prime-Time:
Die Wannseekonferenz – Die „Endlösung der Judenfrage“

Plädoyer für eine Erinnerungskultur der Zukunft

Änderungen / Einfügen des Updates in Rot

WK Cover alleVor 80 Jahren, am 20. Januar 1942 trafen sich im jetzigen Haus der Wannseekonferenz 15 Vertreter der Ministerialbürokratie und der SS-Einheiten unter der Leitung des SS-Gruppenführers Reinhard Heyrdich, der in dem von Adolf Eichmann (Heydrichs Referent für „Judenangelegenheiten“) geführten Protokoll festhalten ließ, er sei von Göring zum „Beauftragten für die Vorbereitung der Endlösung der europäischen Judenfrage“ ernannt worden und dass die Federführung beim „Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei“ (Himmler) liegen würde. Ziel der Konferenz sei es, die „Endlösung der Judenfrage“ administrativ und organisatorisch zu besprechen, Zuständigkeiten festzulegen und die Opfergruppen (Halbjuden, Vierteljuden, Mischehen, arbeitsfähige Juden etc.) zu definieren, auch um sicherzustellen, dass niemand der industriell geplanten Massentötung entgehen kann.

Das von Heydrich überarbeitete Ergebnisprotokoll wurde als „Geheime Reichssache“ gezeichnet. Von den 30 Kopien ist lediglich das 16. Exemplar des Unterstaatssekretärs im Auswärtigen Amt, Martin Luther, gefunden worden.

Für die Unterhaltungsindustrie und das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist dieser Gedenktag ein Anlass, um mit einem Spielfilm-Remake wie einer anschließenden Dokumentation an die Wannseekonferenz zu erinnern. Es ist müßig darüber zu streiten, welche Verfilmung besser gelungen ist: Die Produktion von Heinz Schirk aus dem Jahr 1984 , oder die britische Verfilmung aus dem Jahr 2001 von Frank Pierson oder die aktuelle Verfilmung von Matti Geschonneck 2022. Wichtig erscheint der Hinweis, dass die aktuelle Ausstrahlung von Geschonneck am Montag, dem 24.1.22 um 20.15 Uhr im ZDF nicht nur zur Prime-Time erfolgt, sondern auch in den Medien (TV, Print und Radio) sehr stark beworben wurde, jedoch leider mit keinem Wort auf die anderen Filme hingewiesen worden ist1.

So wichtig es für die gegenwärtige Erinnerungskultur auch ist, durch Spielfilme dokumentarischen Charakters an die geplante Ermordung von 11 Millionen Juden und andere Ethnien zu erinnern, so stellt sich auch die Frage, wie das Erinnern über erste Betroffenheitsgefühle hinaus nachhaltig und dauerhaft vermittelt werden kann. Was gerade vor dem Hintergrund „rechtspopulistischer“ Strömungen wichtiger erscheint als je zuvor, ist die Bildung einer „aktiven AusrufungszeiichenErinnerungskultur“, einer Erinnerungskultur der Zukunft, oder anders formuliert / gefragt: Wie müssten an historischen Ereignissen angelegte Spielfilme konzipiert sein, um die Zuschauer zu befähigen, aus zurückliegender Geschichte für die Zukunft zu lernen. Im Idealfall wäre das Resultat unserer „Unterhaltungsindustrie“ ein Spielfilm, der als Frühwarnsystem nicht nur alle Alarmglocken auslöst, weil die wachgerufenen Erinnerungen erkennen lassen, dass sich Zurückgeglaubtes zu wiederholen droht. Anlass für fundierte, berechtigte Begründungen gibt es mehr als genug: Eine Studie der Körber-Stiftung unter dem Titel „Demokratie in der Krise“ stellt einen massiven Vertrauensverlust in die etablierte politische Entscheidungsfindung fest:

Nur 50 Prozent der Bundesbürger/-innen haben Vertrauen in die Demokratie, 30 Prozent vertrauen ihr weniger bis gar nicht. Auch für öffentliche Einrichtungen und Institutionen ist das Vertrauen nicht sonderlich stark ausgeprägt: Lediglich 32 Prozent der Befragten haben Vertrauen in Bundestag und Bundesregierung, nur 20 Prozent vertrauen Parteien.“

Ob – wie in der Studie empfohlen – „Bürgerräte“ daran etwas ändern werden, kann und muss bezweifelt werden. Konkreter wird der Jurist Joachim Wagner, der in seinem Buch AfD-Richter, -Staatsanwälte und -Schöffen: eine Gefahr für den Rechtsstaat?“ sehr deutlich veranschaulicht, dass sich der Rechtsextremismus seinen Raum nicht nur in parlamentarischem Debattierclub erobert hat, sondern auch in der Rechtssprechung2.

Zurück zu den Spielfilmadaptionen und der Frage nach ihrem Beitrag für eine zukunftsgerichtete Erinnerungskultur. Die drei genannten Spielfilmadaptionen der Wannseekonferenz vermitteln die Planung des Holocausts als ein zurückliegendes, historisch abgeschlossenes singuläres Ereignis, welches von administrativen Führungskräften mit nüchterner Kalkulation professionell vorbereitet worden ist. Der Abspann über die Verurteilungen und Hinrichtungen bzw. Selbsttötungen unterstreichen dann ein beim Zuschauer entstehendes Gefühl der Genugtuung und damit auch ein falsches Gefühl der Abgeschlossenheit eines Ereignisses, nach dem Motto: Wenigstens sind die Schuldigen einer entsprechenden Bestrafung zugeführt worden. Doch gerade die verkürzte Reduzierung des Blicks auf eine administrative Führungselite greift zu kurz, denn ein Massenmord benötigt nicht nur viele Mittäter und Vollstrecker, sondern auch eine breite Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung.

Nur zur Erinnerung: Für die breite Akzeptanzherstellung unter der deutschen Bevölkerung war die unter der Tarnbezeichnung Aktion 3 Anfang November 1941 verkündigte Anordnung des Reichsfinanzministeriums entscheidend, in der festgelegt wurde, wie bei der Deportation der Juden mit deren Vermögen umzugehen sei. Es entstand eine Verwertungsbürokratie, in der alles – von Immobilien über Bekleidungen bis zu alltäglichen Gebrauchsgegenständen – detailliert aufgelistet wurde, um dann die gelisteten Gegenstände „aus nicht-arischem Vermögen“ auf öffentlichen Aktionen feil zu bieten. Die Einnahmen wurden auf 778 Millionen Reichsmark geschätzt. Auf den eigenen Vorteil ausgerichtet interessierte sich niemand für das Schicksal der ursprünglichen jüdischen Besitzer. Im Gegenteil: Die Aktionen befeuerten auch das Denunziantentum. Dem „Finanztod“ der enteigneten Juden folgte dann der physische Tod in den Gaskammern der Konzentrationslager. Immerhin wird im Drehbuch der aktuellen Geschonneck-Verfilmung auch kurz dieser Aspekt erwähnt, während in den begleitenden Dokumentarfilmen zu den Spielfilmadaptionen von 1984 und 2022 dieses Thema unerwähnt bleibt.

Cover AKtion 3Dem MDR ist es zu verdanken, dass am 25. Januar um 22.10 Uhr unter dem Titel Die Versteigerer – Profiteure des Holocaust“ dieses Kapitel näher beleuchtet wird3. Auch vom Filmemacher Michael Verhoeven ist 2008 unter dem irreführenden Titel „Menschliches Versagen“ ein längerer Dokumentarfilm veröffentlicht  worden, der offenbart, wie sehr die Oberfinanzdirektionen der BRD versuchten, dem Ausstellungsorganisator Wolfgang Dreßen den Aktenzugang zu den Enteignungsakten zu verweigern – und das 60 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs.4 Nachdem es Dreßen dennoch gelungen war, Material für eine Wanderausstellung zu organisieren, verweigerte ihm der Rektor der Humboldt-Uni in Berlin, diese Ausstellung in der Eingangshalle jungen Studierenden zu präsentieren. Dreßen mußte in das Rathaus von Kreuzberg ausweichen5.

Nun ist das Vermittlungsspektrum von Spielfilmen immer begrenzt, doch umso wichtiger erscheint es, in begleitenden Dokumentarfilmen inhaltlich wenigstens die Saat für eine Erinnerungskultur der Zukunft zu legen6.

Wie erinnern wir uns? Genauer: Wie sollen wir uns erinnern? Diese Frage wird von den Programmmachern der Unterhaltungsindustrie maßgeblich beeinflusst.
Als Ende der 70er Jahre der amerikanische Vierteiler über den Holocaust als Mini-Serie ins Fernsehen kam, gingen dieser Entscheidung harte Auseinandersetzungen voraus, die in dem sehenswerten Film „Wie der Holocaust ins Fernsehen kam“ tiefe Einblicke in die Abgründe der Einstellungshaltungen zahlreicher beteiligter Führungskräfte gewährt – und DAS Ende der 70er Jahre.

Anlässlich des heutigen Datums (24.1.22.) hat auch der Moderator Michael Friedmann den Historiker Norbert Frei zu einem Gespräch über die Bedeutung des Holocaust eingeladen. Auch wenn die Antworten von Norbert Frei wenig überzeugen konnten (beschämende Ausflüchte)7, so war die Ausgangsfragestellung nach der heutigen Anfälligkeit für Menschenverachtung von elementarer Bedeutung. Und auf die Frage, ob sich heute Auschwitz wiederholen könne, da werden hoffentlich nicht wenige an die Flüchtlingslager denken wie die Vertragsverhandlungen beispielsweise mit der Türkei, um die Flüchtlingskontingente für Deutschland zu beschränken.

Über die Einstellungshaltungen hat der österreichische Professor Oliver Rathkolb die Neue Autoritarismus-Forschung ins Leben gerufen. Seine Untersuchungen zu Studierenden wie zu den Haltungen in den Bevölkerungen der osteuropäischen Mitgliedsländer sind alarmierend. Von den Medien sind seine Forschungsergebnisse unberücksichtigt geblieben, offensichtlich weil BLOCKbuster wie „Er ist wieder da“ höhere Einfaltquoten garantieren. Der Ausnahmeschauspieler Lars Eidinger wurde einmal gefragt, ob es für ihn Rollen geben würde, die er nicht annehmen würde. Seine Antwort: Komödien über das Nazi-Regime.

Um nicht missverstanden zu werden: Auch die neue Verfilmung der Wannseekonferenz ist wie die beiden älteren Verfilmungen schon deshalb äußerst sehenswert, weil sie vergegenwärtigen, mit welchen Managementmethoden die industriell geplante und durchgeführte Massentötung präzise vorbereitet wurde. Die Optimierung jener Kosten-Nutzen-Analysen, die heute genauso zum Rüstzeug der neoliberalen „Reformpolitik“ gehört wie die Ausmachung und Anprangerung neuer Feindbilder („Sozialschmarotzer“, Flüchtlinge etc.), wird nicht hinterfragt. Wie anhand der „Endlösung der Judenfrage“ nachgewiesen wurde, ist der Genozid ein Prozess, der einen langjährigen Vorlauf hat8. Am Anfang steht die Konstruktion eines Feindbildes, ihre umfassende Ausgrenzung und Stigmatisierung, ihre Enteignung und anschließend ihre Deportation und die Ermordung.
Ob sich solche Ereignisse quasi musterhaft auch in der Leistungsgesellschaft marktkonformer Demokratien wiederholen können? Geheimprotokolle gibt es jedenfalls heute mehr als wir erahnen dürfen / sollen, denn die Informationsfreiheit steht zwar auf dem Papier, gilt jedoch für privatrechtliche „Beratungsagenturen“ nicht. Natürlich haben auch die Leistungsträger gelernt: Konzentrationslager werden heute nicht unterhalten. Satt  dessen wird „gentrifiziert“ bzw. die von Armut betroffenen wohin auch immer verdrängt und das immer frühere Ableben wird individualisiert. Massentötungen finden nicht mehr statt, aber die Anzahl „herrenloser Leichen“ hat mit der Einführung von Hartz IV starkt zugenommen. Und was die Menschenverachtung betrifft, da ist es Smiley Wut - Kopieerwähnenswert, dass sich hochgradige asoziale Psychopathen wie Gerhard Schröder, Wolfgang Clement, Thilo Sarrazin und Hubertus Heil wie viele andere Schreibtischtäter damit rühmen, innerhalb Europas den größten Niedriglohnsektor „geschaffen“ zu haben, aber die Frage, wo die von Niedriglohn betroffenen Menschen wohnen sollen, vorsätzlich ausgeklammert wurde. Die Terminologie spricht Bände: Es gebt hier nicht um die Übernahme von Wohn- bzw. Mietkosten, sondern lediglich um angemessene Kosten für die „Unterkunft“. Und diese sind so gering kalkuliert, das jeder 5. Hartz IV Haushalt durchschnittlich 80€ von seinem ohnehin knapp bemessenen Regelsatz abzweigen muss, um seine Mietkosten bezahlen zu können, wie der Regierungsantwort auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag zu entnehmen ist. Wer solche Politik zu verantworten und beratend mitgetragen hat, der muss sich vorhalten lassen, von der gleichen menschenverachtenden Einstellungshaltung befallen zu sein, wie die Teilnehmer der Wannseekonferenz.

Bleibt abschließend die Frage, von wie vielen Menschen dieses Remake wohl gesehen worden ist. Der amerikanische Vier-Teiler Holocaust war 1978 ein regelrechter Straßenfeger. Ob damalige Einschaltquoten jetzt auch erreichbar sind? Vermutlich nicht einmal annähernd, was keineswegs auf die Qualität des Spielfilms zurückzuführen ist. Aber 1978 stand auch der politische Bildungsauftrag im Vordergrund der Programmverantwortlichen. 1984 kam es jedoch zur Einführung des Privatfernsehens und mit dem dualen System wurde die Zentraloffensive auf das bundesrepublikanische Großhirn eingeläutet: Zuerst wird die mediale Wahrnehmung privatisiert, dann der soziale Wohnungsbau, die Infrastruktur, die Bildung und die Gesundheit – nicht zu vergessen der Repräsentationsanspruch der Demokratie. Seitdem ist der politische Bildungsauftrag der Jagd nach Einfaltquoten geopfert worden. Daran mag auch der Hinweis auf die zeitlich limitierte Verfügbarkeit (warum eigentlich?) in den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nichts wesentlich ändern.

Thomas Rudek, Jan. 2022

weitere Filmbesprechungen auf diesem Portal:
Insider (USA 1999) / Night Moves (USA 2013)

1Die Britische Fassung, herausragend mit Kenneth Branagh und Colin Firth besetzt, wurde immerhin auf ARTE zur Prime-Time ausgestrahlt, während der Film aus dem Jahr 1984 anlässlich des 75. Gedenkjahres nur auf Phoenix am 27. Januar 2018 gezeigt wurde. Beide Filme wurden kaum beworben.

3Diese Dokumentation wurde bereits 2018 im Ersten gezeigt – allerdings NACH Mitternacht. Auch die Frage nach dem Ausstrahlungstermin bzw. der Sendezeit sagt vieles über die Einstellungshaltung der Führungskräfte bei der ARD aus.

4Leider ist dieser Dokumentarfilm nicht mehr im Handel erhältlich. Interessierte sollten versuchen, den Film über den Bibliotheksverbund auszuleihen.

6Ob das für die aktuelle Spielfilmversion gelungen ist, kann jeder für sich selbst beantworten. Die dokumentarischen Werkstattnotizen zu der Verfilmung aus dem Jahr 1984 sind auch deshalb sehr sehenswert, weil dort der stellvertretende Chefankläger der Nürnberger Prozesse Robert Kempner interviewt wurde.

7So ist es nicht nachzuvollziehen, warum Frei den Vorschlag ablehnt, Schulen zu verpflichten, allen Schülern den Besuch eines Konzentrationslagers bzw. Gedenkstätte zu ermöglichen. Diese Besuche sollten didaktisch vorbereitet wie nachbesprochen werden.

8s.a. „Hitler war kein Betriebsunfall“ von dem Historiker Fritz Fischer („Griff nach der Weltmacht“)