TV: 30. Nov.: Wasserpreise im Visier / Kanalhaie wittern ein großes Geschäft

Am Mittwoch, d. 30. Nov., geht es im Ersten und im ZDF um unser Wasser.

Abwasserleitungen – nicht ganz dicht

„Kanalhaie“ wittern ein dickes Geschäft
Nur noch vier Jahre haben Hausbesitzer in Deutschland Zeit, überprüfen zu lassen, ob ihre Abwasserrohre dicht sind, oder ob da was ins Grundwasser sickert. Sanierungskosten von mehr als 30 Milliarden Euro werden veranschlagt – und der Protest gegen das Wasserhaushaltsgesetz nimmt zu.
Reportage auf PlusMinus (ARD), 21.45 Uhr

Teure Tropfen

Das Geschäft mit unserem Wasser

Deutschland ist ein Wasserparadies – sollte man meinen. Es gibt keine Wüsten und keine periodenlang anhaltende Trockenheit. Eigentlich gibt es Wasser im Überfluss. Gemessen daran ist unsere Wasserversorgung teuer. In Sachsen kostet Wasser rund achtmal mehr als in bestimmten Regionen Bayerns. Selbst innerhalb eines Bundeslandes variieren die Kosten um mehrere hundert Prozent. Warum eigentlich?
ZDF Zoom, 23.00 Uhr

2 auf einen Streich am Freitagabend, d. 25.11.: Pro und Contra Volksentscheide / Vom Niedergang des politischen Journalismus

Kopfhöhrer aufgepasst: Möglicherweise lohnt sich das Ohrenspitzen wieder einmal. Gleich 2 Sendungen laufen parallel im Deutschlandfunk (dlf) und im Deutschlandradio Kultur (drk):

Am 25.11. um 19.07 wird knapp eine Stunde im „Wortwechsel“ die Frage diskutiert,

„Pro und Contra Volksentscheide – brauchen wir mehr direkte Demokratie?“
mit den Experten:
– Michael Efler, Sprecher „Mehr Demokratie e.V.“
– Prof. Dr. Hans J. Lietzmann, Forschungsstelle Bürgerbeteiligung, Institut
der Bergischen Universität Wuppertal
– Markus Reiter, Publizist
– Michael Borchard, Konrad-Adenauer-Stiftung
Moderation: Christian Rabhansl

Gewiss wird auch in dieser Sendung der Wasser-Volksentscheid nicht erwähnt, sondern totgeschwiegen – und das obwohl dieser Volksentscheid mit einem Spenden-Etat von nicht einmal 30.000 € ein gutes Beispiel für andere Freunde der direkten Demokratie sein könnte. Wie so etwas gelingt, wurde in der Pressemappe zum Volksbegehren erläutert!

Und im dlf geht es auch am 25.11. um 19.15 Uhr im „Medienquartett“ um das Thema
„Auf den Hund gekommen – Vom Niedergang des politischen Journalismus“
mit den Experten
– Tissy Bruns, Leitende Redakteurin, Tagesspiegel
– Prof. Monika Grütters, CDU, Vors. des Bundestagsausschusses f. Kultur u. Medien
– Prof. Margreth Lünenborg, Professorin für Journalistik, Freie Universität Berlin
– Dr. Steffen Wenzel, Vorstandvorsitzender politik-digital.de

Für den NIEDERGANG DES POLITISCHEN JOURNALISMUS zeugt auch die jüngste Berichterstattung über das Bundeskartellamt, welches die Berliner Wasserbetriebe „abmahnen“ will. In keinem der Berliner Zeitungen wird auf die Rechtsqualität einer „Abmahnung“ hingewiesen. Auch warum das überfällige Vorgehen des Kartellamts ein „Modellverfahren“ sein soll, erschließt sich der Leserschaft nicht. Doch das Schlimmste ist, dass generell der falsche Eindruck vermittelt wird, dass das Landeskartellamt die Wasserpreise im Visier hat. Das Bundeskartellamt kontrolliert lediglich die Trinkwasserpreise und kann gegebenenfalls eine rechtsverbindliche Preissenkungsverfügung erlassen. Die Abwasserpreise – und die sind in Berlin im bundesweiten Städtevergleich besonders hoch – sind nicht Gegenstand kartellrechtlicher Ermittlungen. Im Klartext: Wenn es dann irgendwann einmal –  nach dem die Berliner Wasserbetriebe mit ihren Rechtsexperten von RWE und Veolia alle Rechtsmittel zum Einsatz gebracht haben – dann doch nach Jahren gerichtlicher Auseinandersetzungen endlich zu der ausstehenden Preissenkungsverfügung kommen sollte, dann bezieht sich diese lediglich auf die Trinkwasserpreise, nicht jedoch auf die hohen Abwasserpreise. Das bedeutet: Es bleibt bei einer symbolischen Preissenkung.

Besonders beschämend für die Qualität des politischen Journalismus ist es, wenn sie zur Hofberichterstattung verkommt. Wenn beispielsweise Sebastian Heiser der taz-Leserschaft nicht nur die Rechtsauffassung von Harald Wolf (Die LINKE, Berlin) vermittelt, sondern er mit der Schlagzeile „Ein letzter Sieg für Harald Wolf“ auch unterdrückt, dass diese Rechtsauffassung höchst umstritten ist, dann scheint hier die Berichterstattung eine bedenkliche politische Schlagseite zu erhalten. Zur Erinnerung: Wolf vertritt die Ansicht, dass das Land Berlin hinsichtlich der Gewinnausfallgarantie aufgrund einer Vertragsklausel in den Fällen nicht haften muss, wenn beispielsweise das Bundeskartellamt interveniert, denn „Kartellrecht ist … Bundesrecht… Und für Nachteile aus der Entscheidung des Bundeskartellamtes muss das Land Berlin nicht haften. Die Gewinngarantie wäre ausgehebelt“. Schön wäre es ja. Doch die Konzerne RWE und Veolia werden diese Vertragsklausel gewiss anders auslegen und solche Auslegungsstreitigkeiten werden nach dem Vertrag von einem geheimen Schiedsgericht geklärt. Und da wären wir erneut bei den offen gelegten Verträgen.

Wenn Harald Wolf wirklich den Kampf gegen die Teilprivatisierung der Wasserbetriebe zu einem siegreichen Ende führen will, dann sollte er sich nicht auf Nebenkriegsschauplätzen in Szene setzen, sondern das Organstreitverfahren mit seiner Fraktion voranbringen. Der Arbeitskreis unabhängiger Juristen hat hierfür nicht nur die erforderlichen Vorarbeiten geleistet, er hat auch kompetente Anwälte gewinnen können, die bereit wären, die Organklage zu erarbeiten.

21.10., 21.30 Uhr, 3Sat: makro – Wenn Insider auspacken

Zur Sendung!

Informationen über Mißstände, Skandale verlassen selten die Orte, wo sie entstehen, denn Insidern – so genannten Whistleblowern – wird das Leben schwer gemacht, werden als „Netzbeschmutzer“ diffamiert und denunziert. Wenn diese Quellen nicht geschützt werden, dann droht ihnen das berufliche Aus. Doch es geht nicht nur um Skandale in kommerziellen Unternehmen und Betrieben. Auch in Verbänden, NGO’s und Bürgerinitiativen haben sich teilweise skandalöse Praktiken und Umgangsformen eingeschlichen, die nicht nur ans Tageslicht gehören. Die Diskussion um das „Cyber-Mobbing“ zeigt beipsielsweise eine der Schattenseiten der in diesem Fall „a-sozialen“ Netzwerke.

Auch bei Bürgerinitiativen gibt es Skandale, Mißstände und Intrigen, die unter den Teppich gekehrt werden sollen. So wurde der Rausschmiß von Sabine Finkenthei und Thomas Rudek, dem Verfasser und Sprecher des Volksentscheids, und anderen Personen durch die neue Sprechergruppe der Bürgerinitiative „Berliner Wassertisch“, die seit April das Ruder übernomen hat, mit einem angeblichen „Vertrauensbruch“ begründet. Wenn jedoch diese Sprechergruppe die mit dem Volksentscheid verbundene Zielsetzung verhindern will und wichtige Informationen vor der Bevölkerung geheim hält, dann müssen auch diese Machenschaften öffentlich gemacht und die Blockierer beim Namen genannt werden. Ein Hintergrundbericht, in dem auch die Ursachen der Spaltung des Wassertischs durch die neue Sprechergruppe dargestellt werden, ist in Vorbereitung!

http://www.whistleblower-netzwerk.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Whistleblower

Montag, 17. Okt. 12.00 Uhr: FORUM VOLKSBEGEHREN – Berliner direkte Demokratie

FORUM VOLKSBEGEHREN: Berliner direkte Demokratie
Am Montag, den 17. Oktober 2011 um 12.00 Uhr
laden wir alle Interessierte zum FORUM Volksbegehren ein:
Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin

Erfahrungen, Informationen und Verfahren der Berliner Volksbegehren in einer Veranstaltung gebündelt:
Wie entwickelt sich die direkte Demokratie in Berlin? Was sagen die Initiatoren über die Initiativen und die Erfolge? Was sind die politischen Aussichten in der Zeit der Koalitionsbildung in Berlin? FORUM Volksbegehren.
Grundschulkinder, leben und lernen in der Ganztagsschule, 1+ für Berlin

PM Organstreitverfahren gegen die Wasserverträge rückt immer näher / Wasserbürger weiterhin am Wassertisch

Pressemitteilung
Organstreitverfahren gegen die Wasserverträge rückt immer näher /
Wasserbürger weiterhin am Wassertisch

Nach der Veröffentlichung des Leitfadens unabhängiger Juristen hat eine Kanzlei die Argumentation geprüft und sich bereit erklärt, eine entsprechende Klageschrift zu erarbeiten. Mit diesem konkreten Angebot wollen die Wasserbürger mit Vertretern der Fraktionen das Gespräch suchen. Sabine Finkenthei, die den Arbeitskreis unabhängiger Juristen unter dem Dach dem Umweltverbands GRÜNE LIGA Berlin koordiniert und den Leitfaden redaktionell mit bearbeitet hat, ist zuversichtlich: „Normalerweise werden für solche Aufträge von Kanzleien sehr hohe Beträge berechnet, die sich am Streitwert orientieren. Allein für die Wasser-Verträge sind mindestens 16 Millionen DM in Rechnung gestellt worden“, so Finkenthei. „Wir werden dank der Unterstützung einer Kanzlei, die bereits Erfahrungen mit der Anwendung des Informationsfreiheitsgesetzes hat, den Abgeordneten der Fraktionen zu sehr günstigen Konditionen ein Angebot unterbreiten können.“

Auf eine aktuelle Meldung der Bürgerinitiative „Berliner Wassertisch“, nach der sich die Bürgerinitiative von den Wasserbürgern und insbesondere von Thomas Rudek, dem Verfasser und Sprecher des Volksentscheids wegen eines angeblichen Vertrauensbruchs trennen will, reagiert Thomas Rudek gelassen: „Die Wasserbürger sind eine notwendige Ergänzung, um auch all den Kräften entgegen zu wirken, die den Volksentscheid gegen die Wand fahren wollen“. Wie wichtig das Informationsportal der Wasserbürger für eine kostengünstige Rekommunalisierung ist, beweist die Tatsache, dass die Sprechergruppe des Wassertischs, die nach dem ersten erfolgreichen Volksentscheid im April das Ruder übernommen hat, die Ergebnisse des Arbeitskreises unabhängiger Juristen nicht veröffentlicht und unterdrückt. Die Juristin Sabine Finkenthei bedauert die Verweigerungshaltung dieser Sprechergruppe: „Statt sich über die Ergebnisse und Verfahrenshinweise zur Vertragsanfechtung zu freuen, sind die Ergebnisse des Arbeitskreises von Laien des Wassertischs abqualifiziert worden.“ Durch einen Zufall ist eine e-mail-Koorespondenz über den Wassertisch-Verteiler gesendet worden, die an Interessierte gerne weiter geleitet wird.
Während die Sprechergruppe relevante Informationen zur Vertragsanfechtung geheim hält, sind „auf der Homepage der Wasserbürger die Ergebnisse sofort veröffentlicht worden“, so Rudek. An den Ausschluss des Wassertischs fühlt sich Rudek nicht gebunden: „Solange die Sitzungen öffentlich stattfinden, werden wir versuchen, dass auch einige Wasserbürger anwesend sein werden, denn schliesslich sollen die Berliner erfahren, was am Wassertisch besprochen wird.“ Die Sprechergruppe hatte Anstoß genommen an einem veröffentlichten Wortprotokoll einer öffentlichen Plenums-Sitzung, in dem die Vorschläge für ein neues Volksbegehren kontrovers diskutiert worden sind. Daraufhin hat die Sprechergruppe ohne Angabe von Gründen und ohne Nennung einer Tagesordnung das Plenum an einen neuen Veranstaltungsort verlegt. Rudek, der den neuen Veranstaltungsort aufsuchte, wurde mit einem Schau-Prozeß konfrontiert, bei dem ihm sogar untersagt wurde, Protokollnotizen anzufertigen. „Normalerweise wird jedem Angeklagten die Möglichkeit eingeräumt, seine Verteidigung vorzubereiten“, so Rudek. Und zum Vorwurf des Wortprotokolls:  „Wer auf öffentlichen Sitzungen Stellungnahmen abgibt, der muss auch damit rechnen, zitiert zu werden“, so Rudek, „denn schliesslich steht es jeder Verteidigung frei, auch denjenigen, der unberechtigte und aus der Luft gegriffene Anschuldigungen erhebt, beim Namen zu nennen“, so Rudek. Letztendlich scheint es der Sprechergruppe darum zu gehen, „den Volksentscheid in seiner Bedeutung zu entschärfen“, indem jetzt neue Personen ins Spiel gebracht werden. „Es erhärtet sich der Verdacht, dass die Anfechtung der Verträge von der Sprechergruppe auf die lange Bank geschoben werden soll“, so Rudek. „Was an bisherigen Verlautbarungen und Veröffentlichungen von dem Netzwerkadministrator Gerhard Seyfarth ins Netz gestellt worden ist, ist inhaltlich weder überzeugend noch zielführend. Argumente hingegen, wie die vor uns bestehenden Probleme gelösten werden können, werden von Seyfarth unterdrückt.“

Parallel zum neuen Wassertisch, der sich am Mehringdamm trifft, halten andere Aktivisten des Wassertischs am alten Standort fest und treffen sich auch weiterhin an jedem ersten Dienstag im Monat um 19 Uhr, in den Räumlichkeiten der Theatergruppe „Berliner Compagnie“ in der Muskauer Str. 20a in Kreuzberg. Hier werden weiterhin Möglichkeiten der kostengünstigen Rekommunalisierung vorurteilsfrei und offen diskutiert. Sollte ein neues Volksbegehren für eine kostengünstige Rekommunalisierung erforderlich sein, dann steht man auch dieser Möglichkeit offen gegenüber.

Rückfragen richten Sie bitte an

Sabine Finkenthei vom Arbeitskreis unabhängiger Juristen
S.Finkenthei@gmx,de
Mobil: 0176 / 25213726

Thomas Rudek (Verfasser und Sprecher des Volksentscheids)
ThRudek@gmx.de
Festnetz: 030 / 261 33 89 (AB) oder Mobil: 01578 / 5926189