Nehmen wir uns die Stadt zurück!
21.06., 19h, Festsaal Kreuzberg (Skalitzer Str. 134)
und zwar Stück für Stück
Archiv des Autors: Thomas Rudek
Erfolgreiches Wasserreferendum in Italien als Vorbild für die griechische Bevölkerung: „Schützen wir unsere öffentliche Daseinsvorsorge“
Thema: Vier auf einen Streich: Erfolgreiche Referenden in Italien / Die meisten Ja-Stimmen
für die Referenden gegen Wasserprivatisierung und gegen Gewinngarantien / Richtungsweisendes Signal für die griechische Bevölkerung
Kontakt für inhaltliche Nachfragen:
Thomas Rudek, Verfasser des Volksgesetzes zur Offenlegung der Geheimverträge, Telefon:
030-2613389 (AB)
Erfolgreiches Wasserreferendum in Italien als Vorbild für die griechische Bevölkerung:
„Schützen wir unsere öffentliche Daseinsvorsorge“
Die italienische Bevölkerung lehnt eine Privatisierung der Wasserversorgung mit überwältigender Mehrheit ab. Griechenland sollte diesem Beispiel folgen!
(Berlin, 14. Juni 2011) Immer mehr Menschen stellen sich der Wasserprivatisierung entgegen. Eine überwältigende Mehrheit von über 95 Prozent der Wählerschaft stimmte in Italien gegen die Privatisierung der Wasserversorgung. „Die erfolgreichen Referenden machen uns großen Mut für unser anstehendes Volksbegehren in Berlin“, sagt Thomas Rudek von den Berliner Wasserbürgern, die in Kürze ein Volksbegehren zur Rekommunalisierung der teilprivatisierten Berliner Wasserbetriebe starten werden.
Die italienische Bevölkerung erteilte am 12. und 13. Juni zwei Gesetzen, die unmittelbar in Zusammenhang mit der Privatisierung von Gemeineigentum und Renditegarantien für private Wasserkonzerne standen, eine klare Absage. Berlusconi, der „die Abstimmung totschweigen“ wollte[1], hatte mit dieser Strategie genauso wenig Erfolg wie der Berliner Senat. Doch weder die italienische Bevölkerung noch die Berliner Bürger haben sich von der Wahrnehmung ihrer ureigensten Interessen abbringen lassen. Sie haben demokratisch entschieden und ein klares, unmissverständliches Votum abgegeben. .
„Die Entscheidung in Italien erhöht den Druck nicht nur auf die Berliner Politik, endlich den Bürgerwillen ernst zu nehmen und die Wasserversorgung bürgernah und kostengünstig zu rekommunalisieren. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Erfolg auch die griechische Bevölkerung inspiriert und ein Vorbild liefert, um dem Privatisierungswahnsinn zu stoppen“, sagt Thomas Rudek, der Verfasser des ersten Berliner Volksgesetzes.
www.berliner-wasserbuerger.de
DAS Internetportal für eine kostengünstige, bürgernahe Rekommunalisierung
PM: Kostengünstige Rekommunalisierung statt minimale Wasserpreisregulierung
PM Wasserbürger: Minimale Wasserpreisregulierung durch den Senat kann die kostengünstige Rekommunalisierung nicht ersetzen!
Nach jüngsten Informationen der Tageszeitung „Neues Deutschland“ will der Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf (Die LINKE) durch eine Neuregelung der Investitionszuschüsse in der Kalkulation eine Absenkung der Berliner Wasserpreise erreichen. Es gehe, so das ND, um eine Absenkung des Kalkulationsvolumens um 20 bis 25 Millionen € (1).
Für die Wasserbürger ist diese in Aussicht gestellte Änderung des Kalkulationsverfahrens nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Allein im letzten Jahr sind 270 Millionen € an Gewinnen ausgeschüttet worden. Auch ist zu erwarten, dass die privaten Vertragspartner RWE und Veolia die Neuberechnung der Investitionszuschüsse in der Kalkulation nicht hinnehmen werden, sondern in geheimen Schiedsverfahren andere Kompensationsvereinbarungen durchsetzen werden.
Vor der eigentlichen Herausforderung drückt sich der Senat: Statt offensiv die Rekommunalisierung der Wasserbetriebe in Angriff zu nehmen, wird dieses Thema auf die lange Bank geschoben. Um die Wasserbetriebe kostengünstig und vollständig in die öffentliche Hand zurück zu führen, ist es zwingend erforderlich, die Berliner Bürger in diesen Entscheidungsprozess einzubeziehen: „Wie viel bzw. wie wenig die Konzerne für ihre Anteile erhalten, sollten die Berliner selbst bestimmen. Was wir brauchen, ist ein neues Mitbestimmungsgesetz mit verfahrenstechnischen Regeln, wie alle Berliner zu beteiligen sind. Die Entwicklung eines solchen Gesetzes steht kurz vor dem Abschluss“, so die Juristin Sabine Finkenthei, die den ersten erfolgreichen Volksentscheid zur Offenlegung der Geheimverträge von Anfang an begleitet hat und gegenwärtig eine juristische Arbeitsgruppe koordiniert, die die offen gelegten Geheimdokumente überprüft.
Die Rekommunalisierung der teilprivatisierten Wasserbetriebe ist kein Selbstzweck – sie ist mit dem Ziel verbunden, die Berechnung der Wasserpreise zukünftig auf die real anfallenden Kosten zu beschränken. Es geht nicht um eine minimale Absenkung der Wasserpreise, sondern um den vollständigen Wegfall der Kalkulation von privaten wie öffentlichen Gewinnanteilen. In diesem Zusammenhang erhält die Rekommunalisierungsdiskussion ihre überregionale Bedeutung: Wenn infolge des Klimawandels und der Finanzkrisen sowie der atomaren KatastropheN in Fukushima völlig zurecht die Wachstumsideologie der Vergangenheit auf den Prüfstand gestellt wird, dann bietet der Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge die Möglichkeit, alternative Geschäftsmodelle nicht nur theoretisch aufzuzeigen, sondern auch praktisch durchzusetzen.
Thomas Rudek
Berlin, d. 13.6.2011
Sprecher des ersten gewonnen Volksentscheids in Berlin
Tel.: 030 / 261 33 89 (AB) / mobil: 0176 / 25 21 37 26
(1) „Wasserrückkauf bleibt ein Traum“ von Martin Kröger, im ND v. 11.6.2011
Privat statt Staat? – Radiointerview (dlf) mit Tim Engartner
Privat statt Staat? Über die Folgen von Privatisierungen – Um dieses Thema ging es am Sonntag morgen (13.7.) im Deutschlandfunk. Um 7:38 Uhr interviewte der Journalist Michael Köhler den Wissenschaftler Dr. Tim Engartner, der übrigens auch live auf der Veranstaltung „Gemeinwohl statt Rendite“ präsent ist!
„Wasser jenseits des DAX“ – Pflichtlektüre für Berliner Abgeordnete
„Wasser jenseits des DAX“, verfasst von dem Wasser-Experten Nik Geiler, ist nicht nur ein Lesetipp für Wasserinteressierte, sondern sollte auch zur Pflichtlektüre für die Mitglieder der Berliner „rot-roten“ Landesregierung erhoben werden. Was die Bundestagsfraktion der Partei DIE LINKE schafft, nämlich einen Experten zu beauftragen, der nicht im Dienst der Konzerne steht, darauf warten wir in Berlin vergeblich. Die Studie finden Interessierte zum 0-Tarif unter
http://dokumente.linksfraktion.de/inhalt/7723028400.pdf
Besonders lesenwerter und von hoher Aktualität sind auch die BBU-Wasserrundbriefe, die Nik Geiler für einen erschwinglichen Preis zustellt. Weiterführende Infos unter http://www.ak-wasser.de/index.php.