24.6.2013, 22.00 Uhr, WDR: Staatsgeheimnis Lkw-Maut – Wie Politik und Großkonzerne kungeln. Eine Reportage von Gudrun Thoma und Sebastian Schütz

Staatsgeheimnis Lkw-Maut – Wie Politik und Großkonzerne kungeln

Ein Film von Gudrun Thoma und Sebastian Schütz

2015 laufen die geheimen ÖPP-Verträge zum Lkw-Mautsystem „Toll-Collect“ aus. Indizien, die auf einen Neu-Anfang hoffen lassen, scheinen nicht erkennbar zu sein. Gut herausgestellt ist die Schlüsselrolle von Kanzlerkandidat Steinbrück (SPD) bei der Einführung des neoliberalen Geschäftsmodells Public Private Partnership (PPP) und die enge Zusammenarbeit mit der Kanzlei Freshfields. Unter anderem ist auch der Publizist Werner Rüegmer befragt worden. Weitere Informationen hier.

Sehenswert: Promised Land – ein Spielfilm nicht nur über Fracking, sondern über den Kampf um Informationen

Kein Blut, keine Actionszenen, und dennoch spannend bis zur letzten Minute:
Promised Land

Ein Spielfilm nicht nur über Erdgasgewinnung durch Fracking, sondern um den Kampf einer noch viel wichtigeren Ressource: Wie wahr sind die Informationen, auf deren Grundlage wir entscheiden?

Promised LandWenn neue Großtechnologien zum Einsatz gelangen, dann stellt sich nicht nur die Frage nach der ökonomischen Rentabilität von derartigen Investitionen, sondern vor allem nach der Beherrschbarkeit der Risiken für Mensch und Natur. Im Bereich der Energiegewinnung wird bereits seit mehreren Jahren der Erdgasgewinnung durch „Fracking-Förderanlagen“ nicht nur hohe Aufmerksamkeit entgegen gebracht. Auf die Förderung dieses fossilen Energieträgers werden vor allem in den USA große Hoffnungen gesetzt.[1] Um das in Schiefersteinschichten gelegene Methangas zu gewinnen, muss kilometertief gebohrt und anschließend das Schiefergestein unterirdisch gesprengt werden. Schließlich muss das Gas mit Chemikalien und viel Wasser aus dem Gestein gelöst werden. Die damit verbundenen Risiken unter anderem auch für das Grundwasser sind der Öffentlichkeit durch den Oscarnominierten Film „Gasland“ (2010) von Josh Fox vor Augen geführt worden.

Jetzt legen namhafte Vertreter der amerikanischen Spielfilmindustrie nach: Der Regisseur Gus Van Sant (Good Will Hunting, Milk) und Schauspieler Matt Damon haben mit „Promised Land“ nicht nur das Fracking-Thema eindrucksvoll in Szene gesetzt. Was diesen Film so sehenswert macht, ist die Sensibilisierung des Publikums für die Bedeutung und Bewertung der Information, wobei dieser Kampf um Informationen – und das zeichnet seine Nähe zur Realität aus – ohne Actionszenen und ohne Blutvergießen auskommt: Da ist der von Matt Damon gespielte Steve Butler, der mit seiner Kollegin Sue Thomason (gespielt von Frances McDormand) im Auftrag seines Konzerns „Global Crosspower Solutions“  versucht, den Bauern im verarmten Pennsylvania die Nutzungsrechte für ihr Land abzukaufen. Diesen Interessen stehen gegenüber ein ehemaliger Ingenieur, gespielt von Hal Holbrook, und der Umweltaktivist Dustin Noble, gespielt von John Krasinski. Dass von dieser klassischen Rollenverteilung am Ende nichts bleibt, erklärt sich aus der ökonomischen Bedeutung des Fracking, weniger für die Bevölkerung als für die Konzerne. Diese überlassen nichts dem Zufall, sondern sorgen für ein subtiles Informationsmanagement, das auch die Meinungsbildung der Bevölkerung im Visier hat, dafür, dass nichts aus dem Ruder läuft. Doch mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Nur abschließend so viel: Wußten Sie, dass die Konzerne RWE und Veolia ihre Mitarbeiter dafür belohnen, wenn diese sich außerhalb ihrer Arbeitszeit bürgerschaftlich bzw. zivilgesellschaftlich engagieren?

Am 25.6. (Dienstag) wird der Film um 20.30 Uhr im Kantkino gezeigt. Anschließend gibt es eine Podiumsdiskussion mit: Oliver Krischer, Bundestagsabgeordneter und Sprecher für Energiewirtschaft von Bündnis 90/Die Grünen und Mechthild Baron, Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) und Mitarbeit an der Stellungnahme des SRU zum Schiefergas-Fracking. Es moderiert Barbara Unmüßig vom Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung.

Thematisch verwandt sind auch die sehenswerten Spielfilme Glengarry Glen Ross (1992), „Insider“ (1999) und Syriana (2005).

Hörenswert ist auch die kontroverse Diskussion im dlf vom 3.6.2013 „Umstrittene Gasförderung – Überwiegen Chancen oder Risiken beim Fracking?

Bei folgenden Kurz-Reportagen möchten wir auf die Links hinweisen, die teilweise in den linken Spalten aufgeführt werden und auf weitere Sendungen verweisen!

Aktuelle Links bei dradio.de:

  • Deutschlandradio Kultur / Weltzeit – 19.09.2013
    Pennsylvanias Fracking-Millionäre
    Reynolds). Pennsylvanias FrackingMillionäre. Die neue Erdgas Fördermethode spaltet die amerikanische Bevölkerung. Von Silke Hasselmann
  • Deutschlandfunk / Umwelt und Verbraucher – 18.09.2013
    Colorado: Fracking-Bohrlöcher überflutet – Tanks mit hochgiftigen Chemikalien beschädigt
    (Ralph Sina)
  • Deutschlandfunk / Umwelt und Verbraucher – 30.08.2013
    Hessens Politik streitet um Fracking-Verbot
    … rüsten sich für bundesweiten Protest gegen umstrittene Gasförderung. … die eigentlich auch kein Fracking in Hessen … Wir haben in Nordhessen den Nationalpark ..
  • Deutschlandradio Kultur / Ortszeit – 19.09.2013
    Protest gegen Fracking in Nordhessen
    … Zantow). Protest gegen Fracking in Nordhessen. Wie ernst ist es den Parteien wirklich mit dem Widerstand der Bürger? Von Andre Zantow. …

  • Deutschlandfunk / Europa heute – 19.08.2013
    „Frack off!“
    … „Frack off!“. In … Protestcamp. „Stoppt den Energie-Krieg“, steht auf ihren Plakaten, „Alle Macht dem Volk“ oder auch „Frack off – haut ab“
  • Deutschlandfunk / Wirtschaft und Gesellschaft – 25.03.2013
    Studie sieht rasches Ende des Fracking-Booms
    Und wenn sie ihn langsam ausquetschen, können sie umso dass durch neue Fördermethoden wie zum Beispiel der einem anderen Schluss: Auch beim Erdgas werde die

  • Deutschlandradio Kultur / Forschung und Gesellschaft – 02.05.2013
    Erdgas zum Ausquetschen
    (Bild: picture alliance / dpa / Jim Lo Scalzo). Erdgas zum Ausquetschen. Der Streit um das Fracking. Von Dirk Asendorpf. Deutschland

    Deutschlandfunk / Länderzeit – 31.07.2013
    Umstrittene Gasförderung
    Martin Schutt). Umstrittene Gasförderung. Der Streit über Chancen und Risiken von Fracking. Moderation: Michael Roehl. Bedeutende

    Deutschlandfunk / Kontrovers – 03.06.2013
    Umstrittene Gasförderung
    Schutt). Umstrittene Gasförderung. Überwiegen Chancen oder Risiken beim Fracking? Redaktion und Moderation: Sandra Schulz. Kilometertief

    Aktuell – 26.02.2013
    Kompromiss zu Fracking in Deutschland
    Peter Altmaier (CDU) haben sich geeinigt: Das umstrittene Fracking soll in den USA (MP3) Ortszeit / Deutschlandradio Kultur Riskante Gasförderung unter Druck

    Deutschlandfunk / Forschung Aktuell – 12.02.2013
    Fracking für die Geothermie
    Fracking ist eine umstrittene Technologie zur chemikalienbasierten Förderung von zum Es aufzubrechen und für die Gasförderung offenzuhalten ist aufwendig

    Deutschlandfunk / Umwelt und Verbraucher – 11.02.2013
    Strenge Regelung für Fracking
    Riskante Gasförderung soll per Gesetz eingeschränkt werden. Von Philip Banse. Der Begriff „Fracking“ steht für eine umstrittene Technologie zur

    Aktuell – 11.02.2013
    Riskante Gasförderung unter Druck
    Riskante Gasförderung unter Druck. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat Berichte zurückgewiesen, nach denen diese umstrittene Förderung von

    Deutschlandradio Kultur / Interview – 05.02.2013
    Bundesanstalt für Geowissenschaften plädiert für Fracking in Deutschland
    zur unkonventionellen Gasförderung vor (DLF) Expertengremium hält Fracking für riskant, aber kontrollierbar ExxonMobil legt Gutachten über die umstrittene

    Aktuell – 01.02.2013
    Münchner Sicherheitskonferenz: Die weltweiten Krisen im Visier
    am Sonntag, wenn es um das umstrittene Nuklearprogramm Teherans erwartet geopolitische Verschiebungen durch neue Öl- und Gasförderung (Interview) Livestream

    Deutschlandfunk / Andruck – 18.04.2011
    Das Magazin für Politische Literatur – Die schwarze Bedrohung
    aus eigener Überzeugung, sondern weil er hoffte, durch die umstrittene Freigabe die Blick auf die ganz „normalen“ Praktiken der Öl- und Gasförderung im Golf

    Deutschlandfunk / Umwelt und Verbraucher – 25.02.2011
    Niedersachsens Bürger protestieren gegen Gasförderung
    Niedersachsens Bürger protestieren gegen Gasförderung. Konzern ExxonMobil in dem kleinen Ort im niedersächsischen Emsland das umstrittene Fracking-Verfahren

    Deutschlandfunk / Hintergrund – 25.11.2008
    Gasmangel in Russland
    ausgegeben – die wenigsten davon hatten irgendetwas mit der Gasförderung zu tun Kaspische Meer hindurch und das ist noch eine höchst umstrittene Angelegenheit


 

 


[1] So titelt das Handelsblatt am 19.6.2013: „Öl verliert an Bedeutung Fracking-Boom in USA krempelt Energiemarkt um“

Links bei dradio.de:

22.5.2013 3Sat: Themenabend „Konfliktquelle Wasser“

Von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr strahlt 3Sat mehrere Sendebeiträge zum Thema „Konfliktquelle Wasser“ aus:

18.00 bis 18.30 Uhr: planet e. – Risiko Trinkwasser. Ein Film von Peter Podjavorsek

18.30 bis 19.00 Uhr: nano spezial – Wasser – klare Sache

Wasser gibt es in Europa genug, meist sauber und verfügbar. Nach der neuen EU-Wasserrichtlinie sollen Gemeinden jedoch nicht mehr selbst über ihre Wasserversorgung entscheiden können, sondern müssen diese Dienstleistungen in Zukunft europaweit ausschreiben. Und auch große Konzerne wollen aus dem Geschäft mit Wasser Gewinne schlagen. Ist damit die Qualität des wichtigsten Grundnahrungsmittels in Gefahr? Nachdem das Wasser dann durch die öffentlichen Leitungen beim Bürger angekommen ist, liegt es in der Hand des Hausbesitzers, die letzten Meter sauber zu überbrücken. Denn auch durch die Kunststoffrohre, die heute beim Hausbau fast zum Standard gehören, können erhebliche Mengen an Chemikalien wie Weichmacher und Stabilisatoren ins Wasser gelangen. Wasserforscher haben nun ein Verfahren entwickelt, wie ungeeignete Kunststoffe für Trinkwasserleitungen schneller identifiziert werden können. Nicht zuletzt entscheiden die Lebensgewohnheiten eines jeden einzelnen, wie Wasser die Gesundheit fördert.
In „nano spezial: Wasser – klare Sache?“ geht es um das Grundnahrungsmittel Wasser.

19.00 – 19.30 Uhr: Teure Tropfen – Das Geschäft mit unserem Wasser. Ein Film von Beate Höbermann und Torben Schmidt

19.30 – 20.20 Uhr: Ware Wasser – Nestlés Griff nach den Quellen. Ein Dokumentarfilm von Res Gehriger, Schweiz 2011

 

11.4.2013, 20.15 Uhr, Bayern III (Quer): Zu viel Nitrat in Bayerns Grundwasser

„Für die Landwirtschaft hat es nur Vorteile: Das Ausbringen von Gülle entsorgt den Tiermist und erhöht gleichzeitig den Ertrag. Der Haken: mit der Gülle gelangt giftiges Nitrat ins Grundwasser. Zusammen mit Pestizid-Rückständen wird somit vielerorts die Wasserqualität immer schlechter. Auch in Rottenburg an der Laaber gilt die Formel Grundwasser gleich Trinkwasser nicht mehr uneingeschränkt. Immer wieder werden die Grenzwerte überschritten. Und das ist ein großes Problem für den dortigen Wasserversorger: An einer bisher unbelasteten Stelle muss ein neuer Brunnen ausgehoben werden und das kostet viel Geld – für den Wasserkunden.“

LINK zur Homepage

Wasserbürger empfehlen auch den quer-Beitrag:
„Muster ohne Wert? Wie Bürgerentscheide ausgesessen werden“ von: Florian Meyer-Hawranek
Bayerns Bürger können seit fast 20 Jahren direkt über das mitbestimmen, was in ihrem Umfeld passiert: durch Bürgerbegehren und -entscheide. Doch der Mehrheitswille hat im Freistaat ein Verfallsdatum. Nach einem Jahr läuft er aus…“

 

11.4.2014, 20.15 Uhr, mdr (Escher): Monströse Wasserrechnung

„Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verbraucht eine vierköpfige Familie ungefähr 70 Kubikmeter Wasser im Jahr – die Toilettenspülung, Kochen und der tägliche Gang unter die Dusche lassen den Zähler der Wasseruhr ansteigen. Am Ende des Jahres kommt dann die große Wasserabrechnung ins Haus. „Escher – Der MDR-Ratgeber“ berichtet über einen enorm hohen Wasserverbrauch, den sich die Kunden nicht erklären können…

…Fragen & Antworten

Wie kann man testen, ob ein Zähler richtig misst?

Um einen Wasserzähler zu überprüfen, muss von den zuständigen Eichbehörden oder von staatlich anerkannten Prüfstellen eine sogenannte Befundprüfung durchgeführt werden. Diese kann von jedem, der ein nachweisbar wirtschaftliches Interesse hat, in Auftrag gegeben werden. Bei der Befundprüfung wird getestet, ob der Wasserzähler in seiner Funktion als Messgerät innerhalb der Toleranzen der eichrechtlichen Vorschriften liegt. Ergibt eine Befundprüfung, dass das Messgerät nicht verwendet werden darf, hat der Besitzer des Messgerätes (i.d.R. der Wasserversorger) die Kosten der Prüfung zu tragen – auch wenn er die Prüfung nicht selbst beantragt hat.

In welchen Abständen muss die Eichung eines Wasserzählers überprüft werden?

Wasserzähler  

Wasserzähler müssen regelmäßig geeicht werden.

Nach Eichgesetz (EichG) müssen Messgeräte für Elektrizität, Gas, Wasser und Wärme geeicht sein. Für die Antragstellung zur Eichung von Messgeräten ist derjenige verantwortlich, der diese Messgeräte verwendet oder bereithält. Auf dem Messgerät befindet sich eine Klebemarke oder eine Plombe, auf der u.a. eine zweistellige Jahresbezeichnung steht (zum Beispiel 08 für das Jahr 2008). Zählt man zu dieser Jahreszahl die entsprechende Eichgültigkeitsdauer – sechs Jahre für Kaltwasserzähler, fünf Jahre für Warmwasserzähler – ergibt sich das Jahr, in dem das Messgerät erneut geeicht werden muss.

Wie verhalte ich mich, wenn ich Zweifel an meiner Nebenkostenabrechnung habe?

Eine erste Orientierung, ob die Forderung gerechtfertigt ist, finden Sie im Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes. Erklärt die Rechnung nicht, wie sich die Forderung zusammensetzt, dann sollten Sie beim Vermieter nachfragen. Bestehen weiterhin Unklarheiten, haben Sie auch das Recht, Einblick in Originalunterlagen zu nehmen. Darüber hinaus können Sie gemäß Paragraf 556 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) Widerspruch bis zwölf Monate nach Eingang der Rechnung einlegen. Der Widerspruch sollte schriftlich erfolgen. Empfohlen wird, den Brief per Einschreiben zu verschicken. Beachten Sie aber: Ein genereller Widerspruch gegen die Forderung ist nicht möglich. Sie können nur gegen bestimmte Punkte vorgehen.

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Wer berät mich bei Fragen zu Nebenkosten?

Beratung zu den Betriebskosten gibt es bei den Verbraucherzentralen oder beim Deutschen Mieterbund. Ebenso gibt der Bund der Energieverbraucher Auskunft zu Abrechnungsmodalitäten und den Rechten der Verbraucher.“

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