Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung von Drittmitteln, An-Instituten, Drittmittel-Professuren und Forschungszentren als privatrechtliche Stiftungen und steuerlichen Abschreibmodellen (Stichwort „Kompetenzzentrum Wasser“) bleibt zu hoffen, dass auch die Aspekte der Privatisierung und Kommerzialisierung der Forschungs- und so genannten Wissenschaftsgesellschaft zumindest andiskutiert werden wird.
10.7. (Sonntag) 9.15 Uhr in der Reihe „Sternstunde Philosophie“ ein Gespräch mit Richard David Precht und der Wissenschaftssoziologin Helga Nowotny ausgestrahlt. Thema des Gesprächs: „Wem dient die Forschung?“.
Sendung verpaßt? Kein Problem: Hier kann versäumtes nachgeholt werden!
Archiv der Kategorie: Sehenswertes (TV)
arte TV-Tipp:“Männer vom Aussterben bedroht“
„Männer vom Aussterben bedroht“. Auch wenn dieser Titel bei der ein oder anderen Rezipientin möglicherweise das Herz höher schlagen läßt, so wissen wir, dass die Feminisierung bei Fischpopulationen ab und zu Gegenstand der öffentlichen Berichterstattung war. Vom Fisch zum Menschen: Dass wir über das Wasser alles mögliche zu uns nehmen, auch allerlei Schadstoffe unserer auf Wachstum ausgerichteten Wohlstandsökonomie, wird einem möglicherweise dieser sehenswerte Dokumenntarfilm genauso ins Bewußtsein rufen, wie die Wirkung der Homöopathie…
Diese französische Dokumentation von Sylvie Gilman, Thierry de Lestrade aus dem Jahr 2007 erscheint auf alle Fälle sehens- und archivierungswert! Und es ist der arte-Redaktion zu danken, dass folgende Wiederholungstermine angeboten werden:
09.07.2011 um 10.00
14.07.2011 um 03:50
25.07.2011 um 02:40
Männer vom Aussterben bedroht
(Frankreich, 2007, 52mn)
Geheimhaltung auch beim Zugang zu historischen Akten
Dass das Thema der Informationsfreiheit nicht nur für die Wahrung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen mit zu erwartender Regelmäßigkeit ins Feld geführt wird, wenn es darum geht, die Besitzstandsverhältnisse in unserer „Informationsgesellschaft“ abzusichern, sondern auch wenn es um die Geheimhaltung historischer Informationen geht, wurde in einer wirklich sehenswerten Kulturzeit-Reportage (3Sat) unter dem Titel „Unter Verschluss – Streng geheime Akten in deutschen Archiven“ in dieser Woche ausgestrahlt.
Auch ein Besuch der Homepage von Gaby Weber liefert erhellende Ansichten in dunkle Kapitel der deutschen Geschichte: http://www.gabyweber.com/
Von der Wiener Wassercharta zum Wiener Wasser
Die Wiener Wassercharta bildet eine gute Grundlage für andere Bürgerinitiativen und Kommunen, die ein Zeichen gegen die Privatisierung und Kommerzialisierung der Wasserversorgung setzen wollen.
Am Sonntag abend, d. 3. Juli, wird ab 20.15 Uhr auf 3Sat eine Dokumentation über das „Wiener Wasser“ ausgestrahlt:
„Für die „Universum“-Dokumentation „Wiener Wasser“ verfolgt Georg Riha den Weg des Wiener Wassers von den Gipfeln des Hochschwab- und Rax-Schneeberg-Gebiets über die berühmten Hochquellenleitungen in die Stadt…
Die Bürgerinnen und Bürger Wiens verbrauchen täglich etwa 370.000 Kubikmeter Wasser, für eine Millionenstadt ist das nicht ungewöhnlich. Doch kein Tropfen davon stammt aus der Donau, an der Wien liegt. Alles, was getrunken und verkocht wird, was durch Duschen, Spülen und Trinkbrunnen in den Kanal und die Kläranlage rinnt, stammt aus den Alpen. Wiens exklusive Wasserfabrik liegt in den östlichen Kalkalpen. Das Rax-Schneeberg-Gebiet in Niederösterreich (1. Wiener Hochquellwasserleitung) und dem steirischen Hochschwab (2. Wiener Hochquellwasserleitung) sind jene natürlichen Wasserspeicher, aus denen seit fast 140 Jahren das Wasser nach Wien fließt. Es rinnt dem natürlichen Gefälle folgend über die zwei Hochquellenleitungen in die Bundeshauptstadt, wo es in großen Speichern gesammelt und über ein rund 3.000 Kilometer langes Rohrnetz verteilt wird…
Georg Riha hat diesen Film, eine Produktion des ORF in Kooperation mit den Wiener Wasserwerken, mit eleganten Flugaufnahmen und Kameraeinstellungen gestaltet. Text und Drehbuch stammen von Manfred Christ und Harald Pokieser.“
Näheres hier.
Mo, 20.6., 21.30 Uhr, 3Sat: hitec – Kanalisation vor dem Kollaps
Kanalisation vor dem Kollaps? und ein wenig später auf arte (22.45) „Kultur oder Kommerz? Der Kampf um die Stadt“
„Weil Bevölkerung und Industrie im eigentlich wasserreichen Deutschland am Wasser sparen, sind viele Abwasserröhren nicht ausgelastet, das System verschmutzt, Fäulnis entsteht und greift die Bausubstanz an. Eine große Anzahl der städtischen Abwasserkanäle sind zudem veraltet und marode.“
Soweit aus der Vorankündigung. Und wer bedenkt, dass uns permanent eingetrichtert wird, dass die Haushalte zahlreicher Kommunen kurz vor der Zahlungsunfähigkeit stehen, da stellt sich doch fast zwangsläufig die Frage, wer das „Investment“ ausrichten soll. Bleibt abzuwarten, ob „hitec“ auch auf diese Fragen Antworten liefert…