22.08., dlr Kultur, 19.30 Uhr: Wohltätigkeit statt Sozialstaat? (Sloterdijk lässt grüssen)

22.08.2011 19:30 Uhr: Der barmherzige Bürger bestimmt
Löst Wohltätigkeit den Sozialstaat ab?
Von Ulrike Köppchen

Wenn aus Anspruchsberechtigten Bittsteller werden, die weniger auf Gottes Gnaden als auf die Brotkrümmel der Reichen angewiesen sind, dann ist das eine tiefgreifende, einschneidende Zäsur in den demokratischen Rechtsstaat. Gewiss: „Im Rahmen der Corporate Social Responsibility unterstützen Firmen das Gemeinwohl, die Zahl der Stiftungen steigt rasant an, Privatleute spenden für die gute Sache“ – und setzen diese Ausgaben von der Steuer ab. Wir dürfen gespannt sein, auf dieses Feature von Ulrike Köppen.

15. August, DLRadio Kultur: Die ökologische Schuldenkrise / Mitmachen

Der am 15.08.2011 begonnene Mammutprozess um Steuerbetrug mit CO2-Rechten zeigt die Berührungspunkte der Finanzkrise mit dem Klimawandel. Solange auch die Bewältigung des Klimawandels nur unter betriebs- und volkswirtschaftlichen Gesichstpunkten betrachtet wird und „Investments in die ökologische Modernisierung“ nur getätigt werden, wenn diese dem Wachstum dienen, werden wir nicht weiter kommen. In diesem Zusammenhang folgende aktuelle Medienhinweise:

Die ökologische Schuldenkrise

Faule Kredite sind derzeit auch beim Umgang mit der Natur die Regel

Von Christian Schwägerl

———————————————————————————————
Um 19:30 Uhr greift in DeutschlandRadio Kultur Adof Stock das Thema „Mitmachen – Die Bürger wollen in der Politik nicht länger nur Zuschauer sein“ auf

In Deutschland ist nichts mehr machbar. Politik und Wirtschaft beklagen, dass Großprojekte wie Stuttgart 21 oder der Berliner Flughafen Schönefeld nur unter größten Schwierigkeiten realisierbar sind. Die Bürgerproteste nehmen ständig zu, in der Not werden Schlichter wie Heiner Geißler oder Klaus Töpfer gerufen.

Der Wutbürger, ein Begriff, den der Spiegel in polemischer Absicht erfunden hatte, wird längt politisch ernst genommen. Bei dem Protest gegen Atomkraftwerke oder gegen große Bauprojekte geht es nicht nur um Sachentscheidungen, es geht auch um die politische Kultur in Deutschland und um die Frage, wer was im Land entscheiden darf.

Ein Blick nach Dänemark zeigt, dass eine frühzeitige Bürgerbeteiligung helfen kann, das Gemeinwohl zu stärken und Konflikte zu vermeiden.

dlr-Kultur: Interview „Unser Trinkwasser ist schlechter als sein Ruf“

Unter der Ankündigung „Unser Trinkwasser ist schlechter als sein Ruf – Kritiker warnen vor Gefahr durch Antiobiotika und Erreger im Trinkwasser“ sendete Deutschlandradio Kultur im Sendeformat „Thema“ ein Interview mit Dr. Michael Angrick – Fachbereichsleiter Nachhaltige Produktion und Produkte, Abfallwirtschaft am Umweltbundesamt. Interessierte können das Interview hier nachlesen und nachhören.

Ein Interview in der „Süddeutschen Zeitung“ von Katrin Blawat mit dem Titel „Chlor im Trinkwasser  – Mit Chemie gegen den Dreck“ können Interessierte hier lesen.

8. August, 19.30 Uhr: Der tägliche Seiltanz von Pressesprechern

dRadio-Kultur: 08.08.2011 19:30 Uhr: Die Kunst, nicht zu lügen, ohne ehrlich zu sein. Der tägliche Seiltanz von Pressesprechern

Von Tim Lang und Thomas Klug

Alles ist bestens, alles läuft gut, es gibt keine Krise.
Solche Sätze werden Pressesprechern meist verziehen, auch wenn jeder weiß, der Politiker, die Firma, die Institution oder die Partei durchläuft gerade den schlimmsten Tag des eigenen Daseins.
Was sollen Pressesprecher dann auch sagen? Und es gibt die anderen Tage. Tage, an denen die Wahrheit eine Gratwanderung ist und nur durch eine geschickte Interpretation an der Lüge vorbeischrammt. Pressesprecher haben es schwer. Sie können nicht frei von der Leber weg reden. Es geht nicht um Klarheit oder Pointe, es geht darum, Sichtweisen, Meinungen und Ansichten zu transportieren.
Und manchmal geht es um mehr, dann nämlich, wenn sie sich schützend vor ihren Auftraggeber stellen müssen und hartnäckige Frage-Attacken abfangen sollen. Die Lüge ist dabei zumindest immer in Reichweite. – Oder?

Die Fragen kommen übrigens von der Presse. Und zu der sollte der Pressesprecher
auch noch ein gutes Verhältnis haben. Wie geht das?

1.8., dr Kultur, 19.30: Flussbau Ost v. Susanne Harmsen u.a.

Montag, 01.08.2011, auf DeutschlandRadio Kultur, 19:30 Uhr: Flussausbau Ost  – Ein Fass ohne Boden wird gedeckelt
Von Susanne Harmsen

Vor 20 Jahren beschloss die Bundesregierung großangelegte Verkehrsprojekte für die Deutsche Einheit. Im Projekt 17 sollten die Flüsse im Osten für Großmotorschiffe wie der Rhein ausgebaut werden.

Doch schon 2001 zeigte sich, dass sich trotz Milliardeninvestitionen der Warenverkehr auf dem Wasser nicht wie erwartet entwickelte. Die schrumpfende Industrie und die vergleichsweise kleinen Flüsse in den neuen Bundesländern bremsten die Schifffahrt aus.

Dennoch dauerte es weitere zehn Jahre, bevor nun der Bundesverkehrsminister zurückrudert.
Nur wenige begonnene Wasserstraßenbauten werden zu Ende gebracht, Nebenstrecken sogar renaturiert.

Was die Umweltschützer freut, lässt große Wirtschaftsunternehmen mit noch mehr Straßenverkehr drohen. Binnenschiffer, Unternehmer, Naturschützer, Anwohner und Verkehrsplaner streiten, wie viel Wasserverkehr Havel, Saale und Elbe zulassen.

Und am Dienstag, d. 2. August, im Deutschlandfunk der Verbrauchertipp:
„Trinkwasserenthärtung – meist nicht zu empfehlen“