18.12., dlr, 11.05 Uhr: Wassermangel in Bolivien

Wassermangel in Bolivien – Umweltreportage von Katharina Nickoleit

Eine hörenswerte Reportage wie sich der Klima“wandel“ auf die Wasserversorgung der Bevölkerung im ärmsten Land Südamerikas auswirkt – u.a. mit Informationen aus Cochabamba:

„Wassermangel ist inzwischen in Bolivien ein sehr ernstes Problem, das weitere Probleme nach sich zieht. Weil sie von der Landwirtschaft nicht mehr leben können, ziehen viele Menschen in die Städte.  Doch das Problem des Wassermangels wird hier nicht kleiner. Im Gegenteil.

„Viele der Brunnen trocknen aus. Unsere hat kaum noch Wasser. Es reicht nicht mehr für alle. Wir bekommen jetzt noch zwei Mal am Tag eine oder auch nur eine halb Stunde lang Wasser.“

beschreibt Freddy Villagoméz Guzman die Situation in seinem Viertel der Zona Sur von Cochabamba, dem ständig wachsenden Elendsviertel der drittgrößten Stadt Boliviens. Mühsam zusammen gezimmerte Häuschen ziehen sich dicht an dicht den steinigen Hügel hinauf. Bäume oder sonstiges Grün sucht man hier vergeblich. Täglich kommt ein Wasserwagen, von dem die Anwohner für teures Geld Trinkwasser in Kanister abfüllen. Denn das wenige verfügbare Wasser ist nicht zum Verzehr geeignet.

„Das Schlimmste ist, dass das Wasser verschmutzt ist. Weiter oben gibt es eine Müllkippe. Der Regen sickert durch den Müll ins Grundwasser, und dadurch sind inzwischen mehrere Brunnen verschmutzt.“ „

2 auf einen Streich am Freitagabend, d. 25.11.: Pro und Contra Volksentscheide / Vom Niedergang des politischen Journalismus

Kopfhöhrer aufgepasst: Möglicherweise lohnt sich das Ohrenspitzen wieder einmal. Gleich 2 Sendungen laufen parallel im Deutschlandfunk (dlf) und im Deutschlandradio Kultur (drk):

Am 25.11. um 19.07 wird knapp eine Stunde im „Wortwechsel“ die Frage diskutiert,

„Pro und Contra Volksentscheide – brauchen wir mehr direkte Demokratie?“
mit den Experten:
– Michael Efler, Sprecher „Mehr Demokratie e.V.“
– Prof. Dr. Hans J. Lietzmann, Forschungsstelle Bürgerbeteiligung, Institut
der Bergischen Universität Wuppertal
– Markus Reiter, Publizist
– Michael Borchard, Konrad-Adenauer-Stiftung
Moderation: Christian Rabhansl

Gewiss wird auch in dieser Sendung der Wasser-Volksentscheid nicht erwähnt, sondern totgeschwiegen – und das obwohl dieser Volksentscheid mit einem Spenden-Etat von nicht einmal 30.000 € ein gutes Beispiel für andere Freunde der direkten Demokratie sein könnte. Wie so etwas gelingt, wurde in der Pressemappe zum Volksbegehren erläutert!

Und im dlf geht es auch am 25.11. um 19.15 Uhr im „Medienquartett“ um das Thema
„Auf den Hund gekommen – Vom Niedergang des politischen Journalismus“
mit den Experten
– Tissy Bruns, Leitende Redakteurin, Tagesspiegel
– Prof. Monika Grütters, CDU, Vors. des Bundestagsausschusses f. Kultur u. Medien
– Prof. Margreth Lünenborg, Professorin für Journalistik, Freie Universität Berlin
– Dr. Steffen Wenzel, Vorstandvorsitzender politik-digital.de

Für den NIEDERGANG DES POLITISCHEN JOURNALISMUS zeugt auch die jüngste Berichterstattung über das Bundeskartellamt, welches die Berliner Wasserbetriebe „abmahnen“ will. In keinem der Berliner Zeitungen wird auf die Rechtsqualität einer „Abmahnung“ hingewiesen. Auch warum das überfällige Vorgehen des Kartellamts ein „Modellverfahren“ sein soll, erschließt sich der Leserschaft nicht. Doch das Schlimmste ist, dass generell der falsche Eindruck vermittelt wird, dass das Landeskartellamt die Wasserpreise im Visier hat. Das Bundeskartellamt kontrolliert lediglich die Trinkwasserpreise und kann gegebenenfalls eine rechtsverbindliche Preissenkungsverfügung erlassen. Die Abwasserpreise – und die sind in Berlin im bundesweiten Städtevergleich besonders hoch – sind nicht Gegenstand kartellrechtlicher Ermittlungen. Im Klartext: Wenn es dann irgendwann einmal –  nach dem die Berliner Wasserbetriebe mit ihren Rechtsexperten von RWE und Veolia alle Rechtsmittel zum Einsatz gebracht haben – dann doch nach Jahren gerichtlicher Auseinandersetzungen endlich zu der ausstehenden Preissenkungsverfügung kommen sollte, dann bezieht sich diese lediglich auf die Trinkwasserpreise, nicht jedoch auf die hohen Abwasserpreise. Das bedeutet: Es bleibt bei einer symbolischen Preissenkung.

Besonders beschämend für die Qualität des politischen Journalismus ist es, wenn sie zur Hofberichterstattung verkommt. Wenn beispielsweise Sebastian Heiser der taz-Leserschaft nicht nur die Rechtsauffassung von Harald Wolf (Die LINKE, Berlin) vermittelt, sondern er mit der Schlagzeile „Ein letzter Sieg für Harald Wolf“ auch unterdrückt, dass diese Rechtsauffassung höchst umstritten ist, dann scheint hier die Berichterstattung eine bedenkliche politische Schlagseite zu erhalten. Zur Erinnerung: Wolf vertritt die Ansicht, dass das Land Berlin hinsichtlich der Gewinnausfallgarantie aufgrund einer Vertragsklausel in den Fällen nicht haften muss, wenn beispielsweise das Bundeskartellamt interveniert, denn „Kartellrecht ist … Bundesrecht… Und für Nachteile aus der Entscheidung des Bundeskartellamtes muss das Land Berlin nicht haften. Die Gewinngarantie wäre ausgehebelt“. Schön wäre es ja. Doch die Konzerne RWE und Veolia werden diese Vertragsklausel gewiss anders auslegen und solche Auslegungsstreitigkeiten werden nach dem Vertrag von einem geheimen Schiedsgericht geklärt. Und da wären wir erneut bei den offen gelegten Verträgen.

Wenn Harald Wolf wirklich den Kampf gegen die Teilprivatisierung der Wasserbetriebe zu einem siegreichen Ende führen will, dann sollte er sich nicht auf Nebenkriegsschauplätzen in Szene setzen, sondern das Organstreitverfahren mit seiner Fraktion voranbringen. Der Arbeitskreis unabhängiger Juristen hat hierfür nicht nur die erforderlichen Vorarbeiten geleistet, er hat auch kompetente Anwälte gewinnen können, die bereit wären, die Organklage zu erarbeiten.

dlr, 22.11., 13.05: Rückkauf des Tafelsilbers v. Claudia Altmann

Rückkauf des Tafelsilbers

Viele Kommunen bedauern Privatisierungen

Von Claudia Altmann u.a.

Verpaßt? Kein Problem. Der Radiobeitrag mit seinen Ausführungen zu den Themen
– Schuldenfrei! Dresden und der Verkauf öffentlicher Wohnungen.
– Verspekuliert – Finanzinvestoren auf dem Dortmunder Wohnungsmarkt
– Teures Hin und Her – Der Fall EnBW
– Hamburg – Rekommunalisierungswünsche in Sachen Stromnetz
kann hier nachgehört werden.

Aus aktuellem Anlass sei vor allem auf die Reportage zum Hamburger Volksbegehren verwiesen. Auch hier geht es zum einen um Informationen im Bereich der Daseinsvorsorge, zum anderen um die Streitfrage, wer über das wie der Rekommunalisierung entscheidet: „Das Ziel ist ein 100prozentiger Rückkauf der Energienetze, deren Konzessionsverträge Ende 2014 auslaufen. Manfred Braasch ist Geschäftsführer des Umweltverbandes BUND in Hamburg und einer der Initiatoren von „Unser Hamburg – unser Netz“…Ein Kompromiss, den Olaf Scholz und sein SPD-Senat mit der desolaten Haushaltslage rechtfertigen: Ein vollständiger Rückkauf würde mindestens zwei Milliarden Euro kosten. Doch das ist nur ein geschätzter Wert. Der Politik liegen bisher kaum verlässliche Informationen über die Kosten des Kaufs, den Zustand der Netze und die Höhe der mit ihnen zu erzielenden Einnahmen vor.Vattenfall weigert sich, entsprechende Informationen vorzulegen. Die Stadt hat nun juristische Schritte gegen den Energiekonzern eingeleitet, um Angaben zu erhalten. Die Volksinitiative hat vorsorglich schon einmal ein Gutachten zur Finanzierbarkeit eines Rückkaufs erstellen lassen – auch wenn der Ausgangspreis noch gar nicht feststeht.“

 

Vorgemerktes für Kopfhörer

dlf = Deutschlandfunk / dlr = Deutschlandradio Kultur

So 23.10., 14.05, Kulturradio: 25 Jahre Prix Europa – Bestes Europäisches Feature 2006: „Lifestyle. Warum tragen Vietnamesen keine Adidas-Schuhe?“ Feature von Jens Jarisch

Mo 24.10., 19.30, dlr: „Mitregieren! Volksbegehren und Volksentscheide in Deutschland.“

Mi 26.10., 22.05, SWR2: „Meine Name ist: BND“ Feature von Ulrich Chaussy

Do 27.10., 19.30, dlr: „Gekaufte Wissenschaft – Wer bestimmt die Ziele der Finanzforschung?“

Bereits am 21.10. ging es in der dlf-Reihe „Campus & Karriere“ um das Thema „Wirtschaftswissenschaften in der Krise? – Wie stellen sich die Hochschulen auf die Krisen der Finanzwelt ein?“ Und die  eingefangen O-Töne von Studierenden wie Lehrpersonal stimmen nicht gerade hoffnungsfroh. Jedenfalls war nicht zu erkennen, dass sich die Fakultäten der so genannten Leitwissenschaften BWL und VWL am Wissenschaftsstandort Deutschland veranlaßt – besser: genötigt – sehen, den gewohnten Trott in Frage zu stellen. Bleibt abzuwarten, ob das halbstündige Feature am 27.10. einen berechtigten Anlass zur Hoffnung vermittelt und die zukünftige Wirtschaftselite der Finanzwelt anders agiert, wie das in dem Buch „Strukturierte Verantwortungslosigkeit – Berichte aus der Bankenwelt“ eindrucksvoll herausgearbeitet worden ist.

14. Okt., 11.35 Uhr, dlf: Blaualgen im Binnensee

Blaualgen im Binnensee

Giftige Plage im Dümmer See verleidet den Wasserspaß

Von Susanne Schrammar

Der Dümmer See ist der zweitgrößte Binnensee Niedersachsens. Er liegt am Rande der norddeutschen Tiefebene und das wird ihm seit Jahren zum Verhängnis, denn diese Ebene wird landwirtschaftlich intensiv genutzt.

Zum Nachhören und Nachlesen hier!