Montag, d. 14. Mai 2012: „Experten“ in den Medien und der Wissenschaft – von Julius Stucke

Wie viele Experten vertragen die Medien – wie viele Experten verträgt die Wissenschaft?

Von Julius Stucke

„Tag für Tag greifen Zeitungen, Fernsehsender und das Radio auf den Sachverstand von Experten zurück. Dabei gibt es selbsternannte Experten – und solche die wirklich Sachverstand haben. Doch wo endet die Expertise und wo beginnt der Expertismus?

„Experten sind allgemein jene, welche von immer weniger immer mehr wissen, bis sie irgendwann von nichts alles wissen. Für die Zukunft sagen Spezialisten eine weitere Zunahme ihresgleichen voraus.“

So bringt die Stupidedia, ein nicht ganz ernst gemeintes Onlinelexikon, die Problematik auf den Punkt: Ob kriselnde Königshäuser, kränkelnde Kicker oder crashende Kurse – Tag für Tag greifen Zeitungen, Fernsehsender und das Radio auf den Sachverstand von Experten zurück. Auf Wissenschaftler, Societykenner, Dopingspezialisten oder Wetterexperten. Dabei gibt es selbsternannte Experten – und solche die wirklich Sachverstand haben.

Einige von ihnen wollen inzwischen lieber nicht mehr als Experten bezeichnet werden. Wo endet Expertise und beginnt Expertismus? Ersetzt das schnelle Statement die ausführliche Recherche der Journalisten? Welche Folgen haben die ständigen Expertenauftritte für die Glaubwürdigkeit von Medien und Wissenschaft?“

7.5.2012, 16.35, dlf: Dürre trotz Flut – In England sind die Grundwasserspeicher zu leer von Tomma Schröder

Dürre trotz Flut

In England sind die Grundwasserspeicher zu leer

Von Tomma Schröder

Meteorologie.- Schon in der Bibel gab es Dürren und Fluten. Aber kann ein Land auch von beidem gleichzeitig betroffen sein? Großbritannien kann, wie sich gerade zeigt. Im April verkündete die Umweltbehörde noch, dass die Dürre voraussichtlich bis Weihnachten anhalten werde. Kurz darauf ergießen sich sintflutartige Regenfälle über das Land…

3.5.2012, 11.35 Uhr, dlf: Baden-Württemberg wehrt sich gegen niedrigere Grenzwerte für Umweltgifte im Wasser von Michael Brandt

Weniger Gift geht nicht?

Baden-Württemberg wehrt sich gegen niedrigere Grenzwerte für Umweltgifte im Wasser

Von Michael Brandt

Europas Gewässer sollen sauberer werden: Die Europäische Union will auch die Belastung mit Stoffen verringern, die nur in geringen Mengen ins Wasser kommen, aber trotzdem problematisch werden können. Ausgerechnet die grün-rote Landesregierung von Baden-Württemberg hält manche dieser Anforderungen allerdings für so streng, dass sie gar nicht zu erfüllen sind. Sie will sich für eine Überarbeitung der Richtlinie einsetzen.

Unser Baden-Württemberg-Korrespondent Michael Brandt berichtet.

Den vollständigen Beitrag können Sie für mindestens fünf Monate nach der Sendung im Audio-on-Demand-Angebot des dlf nachhören.

26.04.2012, dlf, 17:14, Rekommunalisierung Hamburg: Hat die Stadt sich über den Tisch ziehen lassen? von Verena Herb

Der Fall „Vattenfall“ und wie die Konzernniederlassung in Berlin an Hamburg verdient.

26.04.2012, dlf, 17:14, Rekommunalisierung Hamburg: Hat die Stadt sich über den Tisch ziehen lassen

Anmerkung Wasserbürger: Da der Hamburger Senat lediglich 25,1% von Anteilen am Hamburger Stromnetz-Betreiber Vattenfall Europe Distribution Hamburg (VE-DH) erwerben will, ist der Begriff der Rekommunalisierung irreführend und durch den Begriff der Öffentlich-Privaten-Partnerschaft (ÖPP / PPP) zu ersetzen.

In diesem Zusammenhang lesenswert der Spiegel-Artikel: „Hamburger Senat verzichtet beim Kauf von Stromnetz-Anteilen offenbar auf Millionenprofite“ vom 22.04.2012

Auszug: In einem anonymen Schreiben ist der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz gewarnt worden „vor dem Erwerb von Anteilen am Hamburger Stromnetz-Betreiber Vattenfall Europe Distribution Hamburg (VE-DH). Das Unternehmen sei nur eine Art Strohfirma. „Betrieb, Wartung und Baumaßnahmen im Netz“ würden von einer Berliner Konzerntochter erledigt, der Vattenfall Europe Netzservice (VE-N). Laut „Fall Vatten“ vergibt die VE-DH „fast 100% sämtlicher Aufträge“ an die VE-N. Die Berliner schrieben saftige Rechnungen und sorgten für einen Transfer der dreistelligen Millionengewinne in die Hauptstadt. Erwerbe die Stadt – wie geplant – nur Anteile an der VE-DH, habe sie „keine Möglichkeit, an die Gewinne, die durch den Netzbetrieb erwirtschaftet werden, heranzukommen…“ Aus Sicht des Senats hat der „anonyme Brief… keine neuen Erkenntnisse gebracht. „Die wesentlichen internen Dienstleistungsverträge“ seien „offengelegt“ worden. „Aus Sicht des Senats“ gebe es „keine spezifischen Risiken“ für die Stadt.“ (Hervorhebung Wasserbürger).

Die Wasserbürger fragen:
Wer ist besser: Dilettanten oder die angeblichen „Profis“ der Nation?

Wenn im Sonderausschuss zur Prüfung der Berliner Wasserverträge trotz des Volksgesetzes zur Offenlegung der Teilprivatisierungsverträge und des novellierten Informationsfreiheitsgesetzes immer noch unverblümt von Dokumenten gesprochen wird, die der Vertraulichkeit und damit der Geheimhaltung unterliegen, stellt sich die Frage, ob RWE und Veolia möglicherweise auch ähnliche Geschäftspraktiken wie der Vatttenfall-Konzern anwenden. Passgenau hierzu das Titelbild, obwohl der Artikel wie die Kurz-Reportage eindrucksvoll belegen, dass die Vertreter bürgerlicher Parteien beim Verkauf von Unternehmen der öffentlichen Daseinsvorsorge weniger von Dilettanten beraten waren, als von jenen „Experten“, die sich ganz besonders aufs Geschäftemachen zu Lasten der Bevökerung verstanden haben. Eines verdeutlichen die Beiträge: Alle Verträge im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge gehören veröffentlicht! Auch Verträge, die innerhalb eines Konzerns zwischen Töchterunternehmen geschlossen werden. Ausschlaggebend ist der Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge. Wer sich in diesem Bereich wirtschaftlich betätigen will, muss wissen, dass Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse nicht geltend gemacht werden können, da das öffentliche Informationsinteresse stets Vorrang hat.

18.4.2012, 09.10 Uhr, dlf: Europa heute – Wassernotstand in Südengland von Ruth Rach

Bereits die FAZ berichtete im Februar  über die Wasserknappheit im britischen Königreich, blendete aber im Gegensatz zu der dlf-Kurz-Reportage von Ruth Rach den Zusammenhang mit der Privatisierung vollständig  aus. Gefährdungen für die Olympischen Spiele sollen nach offiziellen Verlautbarungen von der Wasserkrise nicht ausgehen:

„Der Wasserversorger Themse-Wasser teilte mit, er werde alles tun, um sicherzustellen, dass die Wasserknappheit die Olympischen Spiele nicht gefährde, die Ende Juli in London beginnen. So könnten die Spiele etwa von Rationierungsmaßnahmen ausgenommen werden, die bei Stufe 3 einer herrschenden Trockenheit verlangen, das öffentliche Schwimmbäder nicht mehr aufgefüllt und Sportplätze nicht länger bewässert werden dürfen. Die erste Stufe an Rationierungsmaßnahmen sieht das Verbot für Privatleute vor, ihren Fahrzeuge zu waschen und Gärten zu wässern.“

 

Wassernotstand in Südengland

Weite Gebiete sitzen förmlich auf dem Trockenen

Von Ruth Rach

„In Südengland herrscht Wassernotstand. 17 Grafschaften in den Midlands und im Südwesten wurden zu Dürrezonen erklärt. Zuvor hatten sieben Wasserversorger ihre Kunden zum Wassersparen aufgerufen. Der Mangel liegt jedoch nicht allein an zu geringem Niederschlag oder hohem Verbrauch…

Doch nicht allein das Wetter ist schuld. Vor gut 20 Jahren hatte die konservative Premierministerin Margaret Thatcher die britische Wasserversorgung privatisiert. Ein Riesenfehler, meint Bill Randall in Brighton. Er ist der erste grüne Stadtratsvorsitzende in Groβbritannien.

Bill Randall wäre es am liebsten, wenn die Wasserwirtschaft wieder verstaatlicht würde, oder zumindest einer zentralen Kontrolle unterstellt würde. Aber angesichts der prekären Finanzlage bestehe kein Appetit auf eine Renationalisierung.

Bill Randall bezeichnet die Wasseranbieter in Groβbritannien als private Monopole, zum groβen Teil in ausländischer Hand. Sie haben in erster Linie die Interessen ihrer Aktionären und Manager vor Augen, so Randall, und nicht die Grundversorgung der Bevölkerung.

Tatsächlich haben die Wasser-Gesellschaften bemerkenswert hohe Profite erwirtschaftet, und selbst nach Beginn der derzeitigen Dürreperiode Prämien in Millionenhöhe ausbezahlt. Gleichzeitig sind die Tarife innerhalb eines Jahres um bis zu acht Prozent gestiegen. Bill Randall zufolge müsste viel mehr Geld in die Erneuerung maroder Wasserleitungen gesteckt werden…“

Sendung verpasst? Kein Problem: dlf und dlr bieten die Sendungen auch kostenfei als Podcast zum downladen an.