11.7.2012, 19.04, Kulturradio: Berliner Monopoly Zwischen Immobilienboom und Mieter-Protesten. Von Catrin Watermann

Mi 11.07.2012 19:04 – 19:30 Uhr

KULTURTERMIN

Berliner Monopoly
Zwischen Immobilienboom und Mieter-Protesten

Von Catrin Watermann

„Berlin boomt. Investoren und Touristen aus aller Welt strömen in die Hauptstadt. Ob es um Ferienwohnungen, drastisch steigende Mieten oder Umwandlung in Eigentum geht – das Spiel auf dem Immobilienmarkt läuft immer aggressiver und viele wollen da mitwürfeln. Doch bei den meisten Menschen wächst die Angst: Kann ich in meiner Wohnung, in meinem Kiez bleiben? Initiativen gegen Verdrängung schießen wie Pilze aus dem Boden. Eine Stadt am Scheideweg: Wie wird sie in der Zukunft aussehen und welche politischen Perspektiven sind realistisch?“

Auch Hörenswert sind folgende Reportagen:
Touristen statt Mieter: Wie das Wohnen auf Zeit die Städte verändert. Von Beatrix Novy (14.7.2012, 18.40 Uhr, dlf) (Link)
Investieren in Betongold – Der Preis steigender Immobilien-Nachfrage. Von Caspar Dohmen (11.7.2012, 18.40 Uhr, dlf) (Link)

Tipp Wasserbürger: Nach dem Auftakt einer Veranstaltungsreihe von der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema „Wohnen in Berlin“ und der Auseinandersetzung mit der Berliner Mieten- und Wohnungspolitik am 21. Mai 2012 in der Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin (http://www.fes-forumberlin.de/content/stadtentwicklung_archiv.php)  ist für den 3. September 2012 von 10.00 bis 15.00 Uhr eine Folgeveranstaltung geplant, die auch wieder in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin stattfinden soll.

Standen in der ersten Veranstaltung berlinspezifische Fragen im Vordergrund, soll am 3. September der Blick auf einen Städtevergleich mit Hamburg und Köln gerichtet werden und konkret Fragen nach einer aktiven Liegenschaftspolitik, dem Charakter von Bündnissen und einem Wohnraumversorgungskonzept und der Übertragbarkeit nach Berlin gestellt und hoffentlich zufriedenstellen beantwortet werden. Mit dabei sind der Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Michael Müller, der Staatssekretär für Bauen und Wohnen, Ephraim Gothe, der Hamburger Staatsrat Michael Sachs und die verschiedensten Berliner Vertreter_innern aus den Bezirken und mietenpolitischen Zusammenhängen.

10.7.2012, 16.30, dlf: Gefahr fürs Trinkwasser durch Fracking von Dagmar Röhrlich

Die Gefahren des Hydrofrackings

Schiefergasproduktion begünstigt Verunreinigung von Trinkwasser

Von Dagmar Röhrlich

Ökologie.- Die Schiefergasproduktion in Pennsylvania ist wegen ihrer Umweltfolgen sehr umstritten. So wird befürchtet, dass die zur Gesteinslockerung eingesetzten Chemikalien ins Trinkwasser gelangen könnten. Doch das sind längst nicht die einzigen Gefahren, wie eine aktuelle Studie in der Fachzeitschrift „PNAS“ nun zeigt…

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Zur dlf-Reportage im MP3-Format (Link)

5.7.2012, 19.20 Uhr, swr2: Zur Finanzkrise – Der Schriftsteller Ingo Schulze im Gespräch

Oft wird gefordert, dass sich Intellektuelle mehr zu den aktuellen Problemen zu Wort melden und einmischen sollen. Was den Verwaltern und Politprofis fehlt, sind alternative Sichtweisen und intellektuelle Inspirationen, die sich nicht an der Verwertungslogik des Finanz“marktes“ orientieren.  Der Schriftsteller Ingo Schulze, der auch den Volksentscheid unterstützt hat, äußerte sich am 5. Juli im Gespräch mit Roland Wagner zur Finanzkrise und brachte die Schieflagen wieder einmal auf den Punkt.

SWR2 Tandem | cash & crash Hörer live
Sendung vom Donnerstag, 5.7. | 19.20 Uhr | SWR2

Thema: Wie sollen wir als mündige Bürger mit der Finanzkrise umgehen? Sind wir das noch – mündige Bürger? Können wir es überhaupt sein?

Gast im Studio: Der Schriftsteller Ingo Schulze

Die Sendung kann hier nachgehört werden (LINK)

Hörenswert sind auch die anderen Beiträge, die SWR2 Tandem im Rahmen der Sendereihe „cash & crash“ ausgestrahlt hat (LINK)

2.7.2012, 14.05 Uhr, dlf (campus & karriere): Russland privatisiert seine Hochschulen v. Gesine Dornblüth

Malkurse und Schmiergeld

In Russland treibt die Kommerzialisierung der Bildung wilde Blüten

Von Gesine Dornblüth

Zu Sowjetzeiten war Bildung kostenlos. Schon in 90er-Jahren aber wurden privat-kommerzielle Schulen und Hochschulen zugelassen. Seit 1. Juli gilt nun das Gesetz Nr. 83, das die Finanzierung staatlicher Einrichtungen erheblich einschränkt. Kommt eine Hochschule mit den Zuschüssen nicht aus, muss sie sehen, wie sie zu Geld kommt.

Eine Protestkundgebung in Moskau. Parteifahnen wehen. Mittendrin fordert ein Häuflein junger Leute in Sneakers und T-Shirts kostenlose Bildung. Mit dabei Artjom Chramow, Vorsitzender der Studentenunion, einer russlandweiten unabhängigen Vertretung von Abiturienten, Studierenden und Doktoranden.

„Die Kommerzialisierung der Bildung führt dazu, dass wenige Leute viel Geld verdienen. Unsere Universitäten und Hochschulen sind zu Sparbüchsen verkommen. Unsere Rektoren tun alles Erdenkliche, um sich zu bereichern. Der Rektor der Staatlichen Universität in St. Petersburg zum Beispiel verdient 85 Millionen Rubel im Jahr.“

Das sind umgerechnet zwei Millionen Euro; russische Professoren dagegen erhalten im Schnitt 6000 Euro im Jahr.

„Die Studiengebühren sind in Russland manchmal höher als in der EU. Auch deshalb schicken viele Eltern ihre Kinder lieber zum Studium in den Westen. Zumal sie für das Geld dort bessere Qualität bekommen.“

Dazu kommen Schmiergeldzahlungen. Schüler bestechen die Lehrer bei den Abschlussprüfungen, Hochschullehrer halten die Hand auf, Rektoren, Institutschefs. Das alles ist illegal, aber weit verbreitet. Studierende, die einen kostenlosen Studienplatz ergattert haben, berichten, dass die Dozenten ihnen kostenpflichtige Zusatzkurse aufzwingen und das Geld in die eigene Tasche stecken…“

30.6., 9.05 – 11.00 Uhr, dlr: Alarmist oder Weltretter? – Der Polarforscher Arved Fuchs im Gespräch mit Hörerbeteiligung

Alarmist oder Weltretter? – Der Polarforscher Arved Fuchs im Gespräch

„Er ist der erste Mensch, der sowohl den Nordpol als auch den Südpol innerhalb eines Jahres zu Fuß erreicht hat, er paddelte ums winterliche Kap Hoorn, überquerte das grönländische Packeis mit einem Hundeschlitten und umfuhr Nord und Südamerika ohne Hilfe von Eisbrechern: Der Polarforscher Arved Fuchs…

„Der Klimawandel hat ein sehr konkretes Gesicht“, sagt der Autor, der seine Erlebnisse in packenden Büchern und Vorträgen vermittelt.

„Die Arktis erwärmt sich doppelt so schnell wie der Rest der Welt. Das ist so wie eine Art Frühwarnsystem der Natur. Und wir täten gut daran, diese Warnsignale ernst zu nehmen.“

Seine Mahnung:

„Die Zerstörung der Umwelt, die Veränderung des Klimas wird – davon bin ich überzeugt – noch ganz andere finanzielle Dimensionen erreichen als die Wirtschaftskrise.“

Arved Fuchs ist am 30.6. von 9 Uhr 05 bis 11 Uhr zu Gast bei Stephan Karkowsky. Hörerinnen und Hörer können sich an der Diskussion beteiligen unter der Telefonnummer 00800 2254 2254 oder per E-Mail unter gespraech@dradio.de.