Alternativen zur Privatisierung des Konsums: Tauschen statt kaufen

In der dlf-Reihe „Marktplatz“ werden an jedem Donnerstag vormittag zwischen 10.10 Uhr und 11.30 Uhr gesellschaftsrelevante Themen mit Sachverständigen diskutiert. Am 19. Juli wurde folgendes Thema diskutiert:

Tauschen statt kaufen

Weniger Konsum für mehr Umweltschutz

Moderation: Britta Fecke

Babybett, Pflanzen, Klamotten, Häuser – nicht jeder muss alles besitzen, wenn er es nur für kurze Zeit braucht. Der neue Trend heißt: Tauschen.

Laut eBay liegt auf deutschen Dachböden ungenutzter Hausrat im Wert von 35,5 Milliarden Euro. Wozu all die Dinge wegwerfen, wenn sie woanders noch gebraucht werden?

Neue Netzwerke entstehen, auch Fachwissen kann getauscht werden. Sind wir auf dem Weg von der Weg-Werf- zur Tausch-Gesellschaft? Entsteht in Deutschland eine neue Solidarität? Wie finde ich das richtige Tauschforum und welche Werte werden „gehandelt“? Wo beginnen kommerzielle Nutzung und die Steuerpflicht? Diese und andere Fragen klärt Britta Fecke im Markplatz mit Experten.

Studiogäste heute waren:

Babak Ghanadian, Mitbegründer von Niriu – virtueller Stadtteiltreff, Hamburg

Michael Minis, Dipl.-Ing., Technologie Park Herzogenrath
Geschäftsführer der tamyca GmbH

Michaela Zinke, Verbraucherzentrale Bundesverband, Berlin
Verbraucherrechte in der digitalen Welt

Tauschen ohne Geld – eine kostenlose Tauschbörse

18.7.2012, 7.50 Uhr, dlr: Trend zur Rekommunalisierung – dlr-Interview mit Gerd Landsberg

dlr- Interview mit Gerd Landsberg, dem Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindesbundes, anlässlich des Rückkaufs der Wasserbetriebe durch die Stadt Berlin

Städte- und Gemeindebund: Rückkauf der Berliner Wasserbetriebe ist „nachvollziehbar“

Gerd Landsberg im Gespräch mit Nana Brink

Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, hält die Entscheidung des Berliner Senats, die teilprivatisierten Wasserbetriebe zurückzukaufen, für verständlich. Gerade beim Wasser seien die Bürger „ausgesprochen empfindsam“.

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18.7.2012, 13.07 Uhr, dlr: Gestaltungshoheit oder Gründstücksverkauf – Wie soll Berlin mit seinem Grund und Boden umgehen? Von Stefanie Müller-Frank

weitere Hinweise zum Thema hier (Link)

Gestaltungshoheit oder Grundstücksverkauf

Wie soll Berlin mit seinem Grund und Boden umgehen?

Von Stefanie Müller-Frank

Exklusiver Wohnraum in einer denkmalgeschützten Feuerwache, 20.000 Quadratmeter Bauland am Stadtrand oder ein ehemaliges Seniorenwohnheim im Park. Das Portfolio des Berliner Liegenschaftsfonds ist vielseitig. Der verkauft und vermarktet seit 2001 landeseigene Immobilien und Grundstücke. Das hat in den vergangenen Jahren rund zwei Milliarden Euro in die Kassen gespült – aber immer wieder auch grundsätzliche Fragen aufgeworfen.

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17.7.2012, 19.15 Uhr, dlf: „Die neuen Herren in der Pampa. China kauft sich in Südamerikas Ökonomie ein“ Von Gaby Weber

Die Journalistin Gaby Weber hat sich nicht nur um die schonungslose Aufklärung der (Entführungs)Legenden über Adolf Eichmann ihre Verdienste erworben, sondern auch im Kampf um Informationsfreiheit, indem sie sich den Zugang zu den nachrichtendienstlichen Archiven der Bundesregierung durch sämtliche gerichtliche Instanzen erfolgreich erklagte. Lesenswert ist auch ihre jüngste Buchveröffentlichung „Eichmann wurde noch gebraucht. Der Massenmörder und der Kalte Krieg“ . Ihre Schlussfolgerungen haben manchen (gegnerischen) Renzensenten dazu verleitet, ihr Schaffen und Wirken mit dem Etikett „Verschwörungstheorie“ abzuwerten. Der Tipp der Wasserbürger: Bilden Sie sich selbst Ihr eigenes Urteil!Ob sich der Zeitaufwand für die eigene Urteilsbildung lohnt? Vielleicht hilft Ihnen das Feature, um einschätzen zu können, ob Gaby Weber sich an Fakten orientiert oder Hirngespinsten hinterherjagt.

s.a. „Geheimhaltung auch beim Zugang zu historischen Akten“ (3Sat) (Link)

Zur Homepage von Gaby Weber (Link)

Die neuen Herren in der Pampa

China kauft sich in Südamerikas Ökonomie ein

Von Gaby Weber

Die Volksrepublik China verfügt über große Geldreserven und Südamerika über zahlreiche Rohstoffvorkommen. Einfallstor für chinesische Investitionen waren Fischfang und Eisengewinnung in Peru. In Venezuela ist China bei der Erdölförderung im Orinoco-Delta dabei.

Bolivien hilft die asiatische Großmacht mit Technologie und soll dafür Zugang zu Erdöl, Lithium und Gold erhalten. In Brasilien werden Tiefseebohrungen finanziert, in Chile Kupfer aufgekauft. Seit Kurzem investieren Chinesen auch in Argentinien. Dort sind sie an zwei Erdölgesellschaften und einer Eisenmine beteiligt und wollen im großen Stil Gensoja pflanzen.

Entwicklungshilfe zahlen die chinesischen Kapitalgeber nicht. In der Öffentlichkeit machen sich die asiatischen Investoren möglichst unsichtbar. In internationalen Organisationen stimmen sie oft mit den Vertretern der Dritten Welt. Südamerikanische Regierungen betrachten die Volksrepublik als „strategischen Partner“.

16.7.2012, 19.30 Uhr, dlr: Thema Gentrifizierung „Aufbegehren gegen Ausverkauf – Die Zukunft der Städte in Deutschland“ Von Ruth Jung

Das politische Feature
Aufbegehren gegen Ausverkauf – Die Zukunft der Städte in Deutschland
Von Ruth Jung

„Städte sind die Lebensorte der Zukunft. Immer mehr Menschen leben in der Stadt. Doch vielen deutschen Kommunen geht es gar nicht gut: knappe Kassen, aber jede Menge Aufgaben. Ganzen Quartieren droht die Marginalisierung, zugleich lässt sich in einigen Stadtvierteln von Metropolen ein harter Verdrängungskampf beobachten. Geld und Herkunft bestimmen zunehmend über die Teilhabe an der Stadt. Gentrifizierung scheint das derzeit vorherrschende Stadtkonzept zu sein, mit dem Politiker hoffen, innenstadtnahe Viertel ‚aufwerten‘ zu können. Mit dem Umbau städtischen Raumes in privatisierte und sicherheitsüberwachte Zonen verlieren Städte aber nicht nur ihre Individualität, sie sind auch nicht länger soziale Orte. Dagegen wehren sich Bürger, zum Beispiel in Hamburg das Netzwerk Recht auf Stadt. ‚Eine Stadt ist keine Marke‘, so der Slogan. Auch in der Finanzmetropole Frankfurt begehren Bürger auf, werden Entwicklungskonzepte für eine ‚Stadt für Alle‘ gefordert.“

Auch Hörenswert sind folgende Reportagen:

Investieren in Betongold – Der Preis steigender Immobilien-Nachfrage.
Von Caspar Dohmen (11.7.2012, 18.40 Uhr, dlf) (Link)

Touristen statt Mieter: Wie das Wohnen auf Zeit die Städte verändert. Von Beatrix Novy (14.7.2012, 18.40 Uhr, dlf) (Link)

Berliner Monopoly
– Zwischen Immobilienboom und Mieter-Protesten
Von Catrin Watermann (11.7.2012, 19.04, Kulturradio) (Link)

Tipp Wasserbürger: Nach dem Auftakt einer Veranstaltungsreihe von der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema „Wohnen in Berlin“ und der Auseinandersetzung mit der Berliner Mieten- und Wohnungspolitik am 21. Mai 2012 in der Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin (http://www.fes-forumberlin.de/content/stadtentwicklung_archiv.php)  ist für den 3. September 2012 von 10.00 bis 15.00 Uhr eine Folgeveranstaltung geplant, die auch wieder in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin stattfinden soll.

Standen in der ersten Veranstaltung berlinspezifische Fragen im Vordergrund, soll am 3. September der Blick auf einen Städtevergleich mit Hamburg und Köln gerichtet werden und konkret Fragen nach einer aktiven Liegenschaftspolitik, dem Charakter von Bündnissen und einem Wohnraumversorgungskonzept und der Übertragbarkeit nach Berlin gestellt und hoffentlich zufriedenstellen beantwortet werden. Mit dabei sind der Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Michael Müller, der Staatssekretär für Bauen und Wohnen, Ephraim Gothe, der Hamburger Staatsrat Michael Sachs und die verschiedensten Berliner Vertreter_innern aus den Bezirken und mietenpolitischen Zusammenhängen.