2.10.2012, dlf, 16.35 Uhr: Wissenschaftsbetrug ist häufiger als vermutet von Sabine Goldhahn

Wenn Forscher kalte Füße kriegen

Wissenschaftsbetrug ist häufiger als vermutet

Von Sabine Goldhahn

„Manchmal ziehen Wissenschaftsjournale Artikel rückwirkend wieder zurück. Die Texte sind damit ungültig. Zur Begründung erscheinen meistens nur ein paar lapidare Sätze über den Fakt an sich, selten aber Details. Amerikanische Forscher haben über 2000 solcher Rückzüge von Wissenschaftsartikeln unter die Lupe genommen.“

„…Deutschland steht beim Betrug auf Platz zwei, gefolgt von China und Japan. Länder mit langer Forschungstradition, die bahnbrechende Entdeckungen und Nobelpreisträger hervorgebracht haben. Hinzu kommt, dass die meisten widerrufenen Publikationen hochrangigen Wissenschaftsjournalen entstammen. Allein 70 Artikel aus der Zeitschrift „Science“, 32 davon wegen Betrugs….“

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5.9.2012, 17:05 Uhr, dlf: Meuterei in der IHK Berlin

Erinnern Sie sich: Kaum hatten wir den Volksentscheid gewonnen, da präsentiert die Berliner IHK den Berlinern ein Gefälligkeitsgutachten von Professor Schwalbach, den wenige Monate später die taz als Atomlobbyisten enttarnte. In dem Gutachten wird berechnet, dass sich eine Rekommunalisierung für die Berliner angeblich nicht rechnet. Nur was Prof. Schwalbach bei seinem Gutachten völlig außer acht lässt, ist die gerichtliche Anfechtung der Verträge. Die Folgen des Volksentscheids, die Prüfung und Anfechtung der Teilprivatisierungsverträge,  lässt dieser Gutachter der besonderen Art schlicht und ergreifend unter den Tisch fallen. Es ist schon bezeichnend, dass die Spitze der IHK in Berlin nicht die Interessen ihrer Mitglieder vertritt und sich nicht für eine kostengünstige Rekommunalisierung einsetzt. Statt sich für dieses Ziel einzusetzen, unternimmt die IHK keine Anstrengungen, um die Verträge zu prüfen. Umso erfreulicher, dass sich Gewerbetreibende und Unternehmen zusammen geschlossen haben, um die IHK in Berlin zu demokratisieren.

Meuterei in der IHK Berlin

Jungunternehmer fordern Ende der Zwangsmitgliedschaft

Von Claudia van Laak

Zu viel Bürokratie, zu wenig Transparenz – viele kleine und mittelständische Unternehmen in Berlin sind mit der Arbeit der örtlichen Industrie- und Handelskammer nicht zufrieden. Bei der Wahl eines neuen IHK-Präsidenten gehen sie nun auf die Barrikaden.

Berlins Wirtschaft ist äußerst kleinteilig – einige wenige Großunternehmen, viele viele Firmen mit nur einer Handvoll Angestellten. Das Präsidium der IHK ist allerdings ganz anders besetzt – hier dominieren die Großen – vom Müllentsorger Alba bis zum Pharmaunternehmen Bayer. Die Großunternehmen diktieren die Politik der IHK, wir Kleinen kommen da nicht vor, kritisiert Softwareentwickler Emilio Paolini.

Die Initiative der Berliner Kleinunternehmer will in erster Linie mehr Transparenz und mehr Demokratie. So soll die IHK-Vollversammlung – das Parlament der Berliner Wirtschaft – künftig öffentlich tagen. Die Geschäftsführer sollen ihre Gehälter offenlegen und der – nach Ansicht der Kleinunternehmer – aufgeblähte IHK-Verwaltungsapparat schrumpfen.

Bislang hielt sich das Interesse der 270.000 Berliner IHK-Mitglieder an der Mitwirkung in Grenzen. Die Beteiligung an der Wahl zur Vollversammlung lag bei unter 10 Prozent, kritische Fragen an Geschäftsführung und Präsidium blieben weitgehend aus. Kein Wunder, dass die Kammerspitze aufgeschreckt ist, weil Jungunternehmer wie Carsten Hübner in der Vollversammlung ihre Stimme erheben wollen.

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4.9.2012, Dienstag, 19.15 Uhr, dlf: Jenseits von Markt und Staat. Von Dagmar Scholle

„Sind Allmenden ein Gegenpol zur zunehmenden Privatisierung unserer Welt?“ wird auf der dlf-Homepage zur Sendung gefragt.Doch wie schrieb der Aphoristiker Elazar Benyoetz so treffend: „Es gibt Fragen, die wollen nicht beantwortet, sondern nur durchschaut werden.“

Jenseits von Markt und Staat

Begegnungen in der Allmende

Von Dagmar Scholle

Allmenden sind unwirtschaftlich und überholt, sagen die einen: Das Vieh wird nicht satt, die Bäume nicht groß, die Betreiber nicht reich. Allmenden sind modern, sagen die anderen: Wissen, Autos, Ressourcen – wir können doch Teilhaber sein, statt zu besitzen!

Das Konzept ist alt, sagen nun viele, die Spielarten neu: Wikipedia, Gemeinschaftsgärten oder Carsharing – auch in modernen Formen gemeinschaftlichen Nutzens steckt das mittelalterliche Modell der Allmende.

Die Erschütterungen der Finanzkrise brachten es wieder ins Bewusstsein, ebenso die Vergabe des Wirtschaftsnobelpreises 2009 an die Gemeingüterforscherin Elinor Ostrom. Sind Allmenden ein Gegenpol zur zunehmenden Privatisierung unserer Welt?

Viele Aspekte der Suche nach einem neuen Umgang mit Ressourcen erspürt, wer traditionelle Weideallmenden besucht – und sie mit der modernen Kulturlandschaft vergleicht.

3. bis 7.9.2012, 16.35 Uhr, dlf: Die WC-Verbesserer (5-teilige Sendereihe)

Die WC-Verbesserer

Fünfteilige Sendereihe in „Forschung aktuell“ (dlf)

2,4 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu Toiletten mit ausreichender Hygiene. Die klassische Kombination aus WC, Schwemmkanalisation und Kläranlage lässt sich kaum auf Entwicklungsländer übertragen. Sie ist zu teuer und verschwendet zu viel Wasser. Forschung aktuell stellt Lösungen vor.

Weltweit arbeiten Forscher daran, Sanitärsysteme zu entwickeln, die einfach und günstig sind und bei denen die Exkremente nicht zu Abfall, sondern zu einer Rohstoffquelle werden. Die Ideen dazu sind vielfältig. Sie reichen vom kompostierbaren Wegwerf-Tütenklo über Urinsammler als Düngerquelle bis hin zu kommunalen Toilettenanlagen, in denen die Ausscheidungen den Brennstoff liefern, um daraus Strom zu produzieren.

Fünf dieser spannenden Projekte stellt Forschung-aktuell-Reporter Lucian Haas vor – täglich vom 3. bis 7. September, jeweils um 16.35 Uhr im Deutschlandfunk.

LINK zur Sendereihe „WC-Verbesserer“

28.8.2012, 11.35 Uhr: Globale Herausforderung Wasserknappheit – eine Kurzreportage von Alexander Budde

Globale Herausforderung Wasserknappheit

Bei der Weltwasserwoche in Stockholm diskutieren Experten über mögliche Lösungen

Von Alexander Budde

Wasser ist einer der wichtigsten Rohstoffe. Doch der wird in Folge des Bevölkerungswachstums, der Konsumgewohnheiten der Industrienationen und des Klimawandels knapp. In Stockholm diskutieren rund 2000 Experten, wie sich der Warenfluss des Wassers künftig zum Nutzen aller regulieren lässt.

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