Der Weltwassertag im Deutschlandfunk

In der Reihe Umwelt und Verbraucher berichtete der Journalist Dieter Nürnberger bereits am Vormittag um 11.35 Uhr über den „Aktuellen Stand im Streit um die Berliner Wasserbetriebe“ , wobei auch die Möglichkeiten der Anfechtung der Teilprivatisierungsverträge über eine Organklage vor dem Verfassungsgerichtshof zur Sprache kam – was KEINE Selbstverständlichkeit ist, da oft nur das Bundeskartellamt betont wird (das nur die Trinkwasserpreise reguliert, nicht aber das Abwasser und die anderen Kostenstellen). Umso erfreulicher, dass in dem Bericht von Herrn Nürnberger auch die gerichtliche Vertragsanfechtung thematisiert wird!

LINK zur Wasserbürger PM am Weltwassertag: „Zusammenarbeit“
LINK zum offenen Brief an die Abgeordneten anlässlich des Weltwassertages

In der Sendereihe HINTERGRUND wird um 18.40 Uhr die Probelmatik weiter vertieft in der Reportage:

Zwischen Wirtschaftsobjekt und Menschenrecht – Die Wasserversorgung

Autor: Michael Braun
Redaktion: Catrin Stövesand

Des Weiteren wurde im DeutschlandRadio auch dem Problem der Medikamentenrückstände im Trinkwasser nachgegangen:Chemiecocktail aus dem Wasserhahn.Medikamentenrückstände belasten Trinkwasser in Deutschland mit der Angabe von weiteren Links zu aktuellen Reportagen und Berichten.

 

18.3.2013, 19.30 Uhr, dlf: Wenn alle Brünnlein fließen. Die Sicherheit des deutschen Wassers. Von Susanne Harmsen

Wenn alle Brünnlein fließen

Die Sicherheit des deutschen Wassers

Von Susanne Harmsen

Trinkwasser fließt hierzulande laut Aussage der Gesundheitsämter als am besten kontrolliertes Lebensmittel in jeden Haushalt. Bei diesen Kontrollen finden sich darin aber immer wieder erhöhte Mengen von Krankheitserregern oder Schwermetallen und Reste von Pestiziden.

Auch einzelne Mineralwasser fallen bei Tests von Verbraucherschützern regelmäßig wegen solcher Schadstoffe durch.

Neueste Bedrohung unserer Gesundheit ist Uran im Trinkwasser. In Norddeutschland gibt es schon Gemeinden, in denen sogar die gesetzlichen Grenzwerte überschritten werden. Uran aber kann Nieren und Leber schädigen, besonders bei Säuglingen und Kleinkindern. Ein Tauchgang zu den Ursachen der Trübung.

9.3.2013, dlf, 11.50 Uhr: Udo Pollmer mit einem deutlichen Statement zum virtuellen Wasser

Virtuelles Wasser

Die neueste Erfindung von Umweltschützern klagt die Verbraucher an

Von Udo Pollmer

Nach dem ökologischen Fußabdruck und dem CO2-Fußabdruck latscht nun der virtuelle Wasser-Fußabdruck durchs Internet und tritt den gesunden Menschenverstand mit Füßen.

In der Dritten Welt leiden die Menschen nicht in erster Linie unter Wassermangel, weil wir deren Wasser verbrauchen, der Mangel ist gewöhnlich die Folge von Misswirtschaft. Metropolen wie Mexico-City oder Delhi leiten ihr Abwasser einfach ungeklärt in den nächsten Fluss – aber sie erzählen der Öffentlichkeit, sie hätten gute Abwassersysteme. Die Milliarden, die in die Wasserversorgung vieler Städte der Dritten Welt gepumpt werden, auch mit internationaler Hilfe, versickern dort so schnell wie das Trinkwasser in den maroden Leitungen. Vielerorts geht die Hälfte des Trinkwassers durch kaputte Rohre verloren. In den meisten Ländern gibt es genug Wasser, aber es wird vor Ort vergeudet. Eine Ausnahme von dieser Regel ist der Anbau von Baumwolle. Wer hier Ressourcen schonen will, darf gern auf Modeklamotten verzichten und statt Baumwollsocken Nylonstrümpfe tragen.

Abwasser muss geklärt werden, Trinkwasser muss aufbereitet und in sicheren Leitungen transportiert werden. Dann kann es immer wieder genutzt werden. Aber wenn wir pauschal virtuelles Wasser sparen, haben die Menschen in Afrika, Asien oder Südamerika keinen einzigen Tropfen mehr. Nach dem ökologischen Fußabdruck und dem CO2-Fußabdruck latscht nun der virtuelle Wasser-Fußabdruck durchs Internet und tritt den gesunden Menschenverstand mit Füßen…

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3.3.3013, 20:05 Uhr, dlf: Der Bohème-Faktor Oder: das Recht auf Stadt. Von Nina Hellenkemper

Der Bohème-Faktor

Oder: das Recht auf Stadt

Von Nina Hellenkemper

Der Aufstieg der kreativen Klasse wird die Welt verändern, sagt der US-Ökonom Richard Florida. Eine Transformation, die er für dramatischer hält als den Übergang vom Agraralter ins industrielle Zeitalter. Nur diejenigen Städte werden weiter wachsen, die die Kreativen anziehen.

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2.3.2013, 11:50 Uhr, dlr: Propaganda mit Rechenfehler Über die Unlogik des Wasserverbrauchs pro Rind. Von Udo Pollmer

Propaganda mit Rechenfehler

Über die Unlogik des Wasserverbrauchs pro Rind

Von Udo Pollmer

Umweltverbände fordern, der Verbraucher solle wasserbewusst einkaufen und sich etwa klarmachen, wie viel sogenanntes virtuelles Nass angeblich durch jedes Kilo Rindfleisch verbraucht werde. Warum die angestellten Wasserrechnungen Unfug sind, erklärt Udo Pollmer.

„… Ein Bulle liefert etwa 500 Kilo. Mit je 15.000 Liter Wasser multipliziert, ergibt das aberwitzige siebeneinhalb Millionen Liter pro Tier. Aber da fehlt noch etwas. Denn ein Rind liefert auch Leder. Laut Ökoexpertise verbraucht ein Paar Lederschuhe nochmals 8.000 Liter Wasser – weil auch hierfür ein Rind trinkt, frisst und pisst. Bei den zig Paar Schuhen, die sich pro Rind fertigen lassen, dem Horn und anderen nützlichen Dingen, die es liefert, ergibt das zusammen mit dem Fleisch einen Gesamtwasserbedarf von rund 10 Millionen Liter Wasser. Und dabei fehlt immer noch bei den weiblichen Tieren der Verbrauch für die viele Milch, die sie jeden Tag liefern. Die Kuh – ein Fass ohne Boden. Doch die Umweltorganisationen künden auch Erfreuliches: Mit dem Wasser für ein Kilo Rindsgulasch oder für zwei Paar Schuhe ließe sich ein kompletter Kleinwagen fertigen. Alle diese „Zahlen“ der Umweltschützer gehen auf keine Kuhhaut.

Was für den Acker gilt, gilt auch im Haushalt. Das Wasser, das wir beim Duschen „verbrauchen“, geht nicht verloren. Wenn die WC-Spülung rauscht, fließt das Abwasser über die Kanalisation in die Kläranlage, wird dort gereinigt und wieder in die Gewässer geleitet. Aus denen wird andernorts Wasser entnommen, aufbereitet und als Trinkwasser verwendet. Immer wieder. Es löst sich kein Wasser in Nichts auf. Und es wird auch nicht verbraucht wie Erdöl, Teddybären oder Klopapier. Die Fähigkeit, Wasser zu klären und aufzubereiten ist eine der größten technischen Errungenschaften der Menschheit. Wasser kann sooft recycelt werden, wie man will. Ohne diese Technik gäbe es keine moderne Zivilisation.

Doch die Deutschen sparen Wasser. Wie zum Hohn steigt im Sommer der Mief aus den Kanaldeckeln, weil die Abwasserkanäle nicht mehr richtig gespült werden. Nun pumpen die Stadtwerke frisches Wasser hinein. Allein in Berlin rauschen an manchen Tagen bis zu einer halben Million – nicht Liter – einer halben Million Kubikmeter frisches, sauberes Wasser durch die Kanalisation. Es stinkt zum Himmel!
Mahlzeit!“

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