„Männer vom Aussterben bedroht“. Auch wenn dieser Titel bei der ein oder anderen Rezipientin möglicherweise das Herz höher schlagen läßt, so wissen wir, dass die Feminisierung bei Fischpopulationen ab und zu Gegenstand der öffentlichen Berichterstattung war. Vom Fisch zum Menschen: Dass wir über das Wasser alles mögliche zu uns nehmen, auch allerlei Schadstoffe unserer auf Wachstum ausgerichteten Wohlstandsökonomie, wird einem möglicherweise dieser sehenswerte Dokumenntarfilm genauso ins Bewußtsein rufen, wie die Wirkung der Homöopathie…
Diese französische Dokumentation von Sylvie Gilman, Thierry de Lestrade aus dem Jahr 2007 erscheint auf alle Fälle sehens- und archivierungswert! Und es ist der arte-Redaktion zu danken, dass folgende Wiederholungstermine angeboten werden:
09.07.2011 um 10.00
14.07.2011 um 03:50
25.07.2011 um 02:40
Männer vom Aussterben bedroht
(Frankreich, 2007, 52mn)
Archiv des Autors: Thomas Rudek
Geheimhaltung auch beim Zugang zu historischen Akten
Dass das Thema der Informationsfreiheit nicht nur für die Wahrung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen mit zu erwartender Regelmäßigkeit ins Feld geführt wird, wenn es darum geht, die Besitzstandsverhältnisse in unserer „Informationsgesellschaft“ abzusichern, sondern auch wenn es um die Geheimhaltung historischer Informationen geht, wurde in einer wirklich sehenswerten Kulturzeit-Reportage (3Sat) unter dem Titel „Unter Verschluss – Streng geheime Akten in deutschen Archiven“ in dieser Woche ausgestrahlt.
Auch ein Besuch der Homepage von Gaby Weber liefert erhellende Ansichten in dunkle Kapitel der deutschen Geschichte: http://www.gabyweber.com/
Saarländische Online-Zeitung: Treuhand für Griechenlands Ausverkauf – Nein Danke
Euro-Protektorat Griechenland: Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben?
Treuhand darf kein Vorbild für Griechenland sein!
Frankfurt/Main – Das globalisierungskritische Netzwerk Attac und die Organisation Gemeingut in BürgerInnenhand kritisieren, dass der Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, wiederholt und kaum hinterfragt die deutsche Treuhand als Modell für Griechenland darstellt. Dazu Werner Rügemer vom wissenschaftlichen Beirat von Attac: “Die Treuhand ist ungefähr die schlechteste mögliche Wahl: Der griechische Staat braucht jetzt und langfristig stabile Einnahmen. Das Privatisierungskonzept der Treuhand würde aber garantieren, dass immense Summen aus dem Land abfließen, weil das Eigentum ins Ausland verlagert wird und sich auch der Besteuerung weitgehend entziehen wird. In Ostdeutschland ist das sehr deutlich zu beobachten: Dort wird praktisch keine Erbschaftssteuer eingenommen.”
Juncker schlägt nach dem deutschen Vorbild eine “regierungsunabhängige Privatisierungsagentur” vor, die “auch mit ausländischen Experten besetzt” sein soll. Attac betont, dass die Regierungsunabhängigkeit der deutschen Treuhand in Wirklichkeit Investorenabhängigkeit bedeutet habe. Die wichtigsten Posten seien an “Leihmanager” vergeben worden, also an Manager westdeutscher Banken, Handels- und Versicherungs-, Energie- und Industriekonzerne. Die Regierung Kohl habe mit internationalen Firmen wie McKinsey, Price Waterhouse Coopers, KPMG und dem deutschen Imitat Roland Berger die neoliberale Investorenlobby an Bord geholt. Darüber hinaus garantierte die Bundesregierung die Geheimhaltung, selbst Bundestag und ostdeutsche Landtage erfuhren nichts. Dazu Jutta Sundermann vom Attac Koordinierungskreis: “Die Regierung stellte die Manager von straf- und zivilrechtlicher Haftung frei und förderte damit im Interesse schneller Privatisierung die Korruption. Nach diesen Erfahrungen eine Treuhand als Medizin für Griechenland, das seit langem mit Korruption zu kämpfen hat, vorzuschlagen, ist eine haarsträubende Vorstellung!”.
Rügemer: “Im Endeffekt wurde das Staatsvermögen Ostdeutschlands innerhalb weniger Jahre weit unter Wert verscherbelt. Es wurde keine Marktwirtschaft eingerichtet, sondern eine ausgelagerte Werkbank für Westunternehmen. Niedrigere Löhne, höhere Arbeitslosigkeit als in Westdeutschland sind auch heute nach zwei Jahrzehnten die Folge.” Zahlreiche, vor allem jüngere Menschen sind auf Suche nach Arbeit ausgewandert. Eine bisher unbekannte Altersarmut bahnt sich an. Ostdeutsche Unternehmen leben bis heute von staatlichen Subventionen. Eine neue Welle von Landverkäufen durch die Treuhand-Nachfolgegesellschaft hat
begonnen.
Laura Valentukeviciute von Gemeingut in BürgerInnenhand ergänzt: “Die Treuhand würde die Krise nur verschlimmern und verfestigen. Nach den Privatisierungserfahrungen der letzten Jahre, ist der Widerstand gegen den Ausverkauf immer stärker geworden. Das zeigten das Referendum in Italien für das Verbot der Wasserprivatisierung landesweit sowie mehrere Volksentscheide in Deutschland und Frankreich für die Rückführung der privatisierten Betriebe in die öffentliche Hand. Daraus zu lernen hieße, in Griechenland jetzt Modelle zu entwickeln, wie eine funktionierende und wirtschaftliche öffentliche Infrastruktur aussehen könnte.”
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Kommentar: Schade, dass Gemeingut in BürgerInnenhand nicht mehr zu bieten hat, als die „Modellentwicklung“. Italien hat es vor gemacht: Klare Referenden, die definitiv die Privatisierung zumindest der Wasserversorgung untersagen. Jetzt muß gehandelt werden, jetzt müssen den Privatisierungsbefürwortern Grenzen gesetzt werden! s. auch https://berliner-wasserbuerger.de/?p=289
Eine brilliante Analyse der Schlüsselrolle der Treuhand für die Privatisierungspolitik hat Werner Rügemer 2005 in den Blättern für deutsche und internationale Politik veröffentlicht:
Rügemer, Werner: Gesamtdeutscher Ausverkauf – Von der Treuhand zu Public-Private-Partnership (Analysen und Alternativen, in »Blätter für deutsche und internationale Politik« 11/2005, Seite 1315-1324)
Von der Wiener Wassercharta zum Wiener Wasser
Die Wiener Wassercharta bildet eine gute Grundlage für andere Bürgerinitiativen und Kommunen, die ein Zeichen gegen die Privatisierung und Kommerzialisierung der Wasserversorgung setzen wollen.
Am Sonntag abend, d. 3. Juli, wird ab 20.15 Uhr auf 3Sat eine Dokumentation über das „Wiener Wasser“ ausgestrahlt:
„Für die „Universum“-Dokumentation „Wiener Wasser“ verfolgt Georg Riha den Weg des Wiener Wassers von den Gipfeln des Hochschwab- und Rax-Schneeberg-Gebiets über die berühmten Hochquellenleitungen in die Stadt…
Die Bürgerinnen und Bürger Wiens verbrauchen täglich etwa 370.000 Kubikmeter Wasser, für eine Millionenstadt ist das nicht ungewöhnlich. Doch kein Tropfen davon stammt aus der Donau, an der Wien liegt. Alles, was getrunken und verkocht wird, was durch Duschen, Spülen und Trinkbrunnen in den Kanal und die Kläranlage rinnt, stammt aus den Alpen. Wiens exklusive Wasserfabrik liegt in den östlichen Kalkalpen. Das Rax-Schneeberg-Gebiet in Niederösterreich (1. Wiener Hochquellwasserleitung) und dem steirischen Hochschwab (2. Wiener Hochquellwasserleitung) sind jene natürlichen Wasserspeicher, aus denen seit fast 140 Jahren das Wasser nach Wien fließt. Es rinnt dem natürlichen Gefälle folgend über die zwei Hochquellenleitungen in die Bundeshauptstadt, wo es in großen Speichern gesammelt und über ein rund 3.000 Kilometer langes Rohrnetz verteilt wird…
Georg Riha hat diesen Film, eine Produktion des ORF in Kooperation mit den Wiener Wasserwerken, mit eleganten Flugaufnahmen und Kameraeinstellungen gestaltet. Text und Drehbuch stammen von Manfred Christ und Harald Pokieser.“
Näheres hier.
2. und 3. Juli Friedensfestival am Alexanderplatz
Leider fiel das Friedensfestival aufgrund des schelchten Wetters am Sonntag ins Wasser. Und auch am Samstag war es feucht und nass, aber das hat die Wasserbürger nicht abgehalten, felißig über das neue Volksbegehren zu informieren. Und auch für das Volksbegehren gegen die Privatisierung der S-Bahn konnten wir Unterschriften sammeln.
Am 2. und 3. Juli findet das 3. Friedensfestival am Alexanderpatz hoffentlich bei schönem Wetter statt. Bereits im letzten Jahr wurde während der 2. Stufe des Volksbegehrens „Schluss mit Geheimverträgen – Wir Berliner wollen unser Wasser zurück“ uns die Möglichkeit gegeben, die Berliner zu informieren und um Unterschriften zu bitten. Und auch in diesem Jahr wollen wir viele „Wasserbürger“ gewinnen und für die Idee eines neues Volksbegehrens begeistern. Mitmachen heißt das Motto: Machen wir die Gesetze, die uns nutzen und nicht den Konzernen und Preistreibern!
Am Sonntag gibt es zur Gemeinwohl-Ökonomie ein Gespräch mit Christian Felber (attac Österreich), Thomas Rudek (Wasser-Volksentscheid – www.wasserbuerger.de) und Johannes Heimrath.