4.4., ARD, 21.45 Uhr: Wasser – Warum ein Rohstoff immer teurer wird v. Jennie Radü (plusminus)

4.4., ARD, 21.45 Uhr: Wasser – Warum ein Rohstoff immer teurer wird v. Jennie Radü (plusminus)

Dass die Landwirtschaft der größte Wasserverschwender ist, gehört unterdessen zum Allgemeinwissen. Dass wir mit unserem Konsumverhalten diese Wasserverschwendung noch verstärken, vergegenwärtigt die Diskussion um „virtuelles Wasser“. In dieser Art einer produktgebundenen Wasserbilanz fließen die Wassermengen ein, die zur Produktion beispielsweise von einem Kilo Erdbeeren aufgebracht werden müssen.

Überlegungen, die Landwirtschaft zum sparsamen Umgang mit der Ressource Süßwasser anzuhalten, sind vielfältig und reichen von dem Vorschlag, in heißen Regionen nur nachts Feldbewässerungen durchzuführen über die verpflichtende Einführung der computergesteuerten Tröpfchenbewässerungstechnologie bis hin zu einer markradikalen Erhöhung des Wasserpreises für die Agrarwirtschaft.

In der plusminus-Reportage stellt Jennie Radü eine neue technische Variante vor, die von Prof. Ulrich Zimmermann entwickelt worden ist. Mit einer magnetischen Sonde wird quasi der Blutdruck, besser die Wasservakanz, der Pflanze gemessen und auf diese Weise der optimale Zeitpunkt für die Bewässerung ermittelt. Die Werte der Sonde werden über das Internet vermittelt, so dass das Bewässerungsmanagement im Idealfall weiltweit gesteuert werden kann. Der Wasser-Einspareffekt liegt bei 30 Prozent.

„Von der Idee zur Geschäftsidee“ – mit diesem Titel lässt sich das in der Kurz-Reportage nicht weiter thematisierte Dilemma auf den Punkt bringen: Patenrechtlich abgesichert wurde die Idee mit der Firma ZIM Plant Technology mit Sitz in Hennigsdorf bei Berlin zur Marktreife gebracht. Mit anderen Worten: Auch aus dieser Innovation wird ein Geschäft und es liegt in der Logik dieses Markt-Ansatzes begründet, dass die Höhe des Wasserpreises den Verkaufspreis beeinflusst. Einen anderen Ansatz finden Interessierte in der Schrift „Wem gehört das Wasser“.

3.4., 7.20 Uhr, dlr: Gegen den Verfall der Kommunen v. Peter Döge

Gegen den Verfall der Kommunen

Die Schule der Demokratie muss erhalten werden

Von Peter Döge

„Straßen werden nur mehr notdürftig gerichtet, im Winter fällt der Streudienst aus, Hallenbäder verkommen – die Liste der Mängel der kommunalen Infrastruktur ließe sich unendlich fortschreiben. Wenn er über diesen desolaten Zustand nachdenkt, fragt sich der Politikwissenschaftler sofort, wie es eigentlich dazu kommen konnte.

In diesem Zusammenhang erweist es sich meines Erachtens als fatal, dass die Haupteinnahmequelle der Kommunen aus der Gewerbsteuer besteht und auf diese Weise ökonomisch verengte Politikstrategien geradezu erzwungen werden.

Wäre es da nicht viel besser, die Gewerbesteuer den Kommunen gänzlich zu streichen und die kommunalen Einnahmen an die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner – und dabei insbesondere an die Zahl von Familien mit Kindern – zu binden? Mit Sicherheit könnte auf diese Weise ein ganz anderer Wettbewerb in Gang gesetzt werden – nämlich ein Wettbewerb um lebenswerte Städte und Gemeinden…“

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Kommentar: Wegweisend sind die Links (Homepage zur Sendung) zu anderen Beiträgen / Reportagen zur Stärkung direkter Demokratie.
Neben der überfälligen Verankerung von Volksentscheiden auf Bundesebene sollten auch weitergehende Ansätze einer umfassenden Bürgerpartizipation offensiv vorangebracht werden. Warum sollten die Bürger nicht auch unmittelbar in haushaltspolitische Entscheidungen einbezogen werden. Bürgernahe Verfahren für Bürgerbeteiligungshaushalte zu entwickeln, ist genauso wichtig, wie die Verankerung von Anti-Privatisierungsreferenden, um die öffentliche Daseinsvorsorge vor dem Ausverkauf zum Schnäppchenpreis zu schützen. Was die geringen Wahlbeteiligungen betrifft, erhärtet sich der Eindruck, dass diese politisch gewollt sind – auch weil sie für die politisch Verantwortlichen, für die politischen Führungskräfte und Leistungsträger, mit keinen Folgen verbunden sind. Zwei Alternativen bieten sich an: Auf den ersten Blick sympathisch ist die Idee, die Höhe der Bezüge der politischen Führungskräfte an die Wahlbeteiligung zu koppeln. Denn wenn der IHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann höhere Bezüge für die Führungskräfte fordert, stellt sich die Frage, wie in einer Demokratie die Leistung gemessen wird. Was die wichtige Repräsentationsfunktion betrifft, ist die Wahlbeteiligung DER Parameter. Doch wichtiger als dieser populiste Ansatz erscheint ein in Deutschland weitgehender tabuisierter Vorschlag: Die Einführung der Wahlpflicht. Wenn die Demokratie nicht zur Farce verkommen soll, sondern als ein System verstanden wird, das nur funktionieren kann, wenn es seine Mitglieder auch zur Teilnahme verpflichtet, dann führt an der Einführung der Wahlpflicht kein Weg vorbei. Diese Verpflichtung beinhaltet auch die Möglichkeit, sich der Wahl zu verweigern, beispielsweise in der Form einen weißen Stimmzettel abzugeben. Doch diese Verweigerung, die der Schrifsteller und Nobelpresiträger Jose Saramago in seinem Roman „Die Stadt der Sehenden“ beschrieben hat, setzt eine Aktivität voraus – und es ist für das reduzierte Demokratieverständnis bezeichnend, dass die etablierten politischen Parteien von dieser „Aktivierung“ nichts wissen wollen.

Neben der politischen Aktivierung sind auch die fiskalpolitischen Rahmenbedingungen zu ändern, angefangen von der Kameralistik, der Privatisierung der Wirtschaftsprüfung von öfffentlichen Unternehmen, dem Wandel vom appelativen zum sanktionierenden Charakter der Berichte der Landesrechnungshöfe, der personellen wie technischen Unterausstattung der Finanzämter mit Betriebs- und Konzernprüfern…

Hierzu auch der Hinweis auf das Sachbuch des ehemaligen Steuerfahnders Frank Wehrheim, der auch am 31.3. im DeutschlandRadio Kultur im Gespräch war: Die große Gier – Volkssport Steuerhinterziehung?
Gast: Frank Wehrheim, Steuerberater und ehemaliger Steuerfahnder

und auch der Link zur Deutschen Steuergewerkschaft darf in diesem Zusammenhang nicht fehlen!

Bundeskartellamt legt nach: 2. Abmahnung – Presseschau

Bei allem Verständnis für die Euphorie, die gegenüber dem Bundeskartellamt entgegen gebracht wird, sollte nicht vergessen werden, dass es bei der in Aussicht gestellten Preissenkungsverfügung nur um eine symbolische Preissenkung des Trinkwasserpreises handelt: „Die BWB soll damit für die nächsten vier Jahre zu einer Erlösabsenkung von insgesamt ca. 292 Mio. Euro verpflichtet werden. (PM Bundeskartellamt“). Die Abwasserpreise werden vom Bundeskartellamt nicht geprüft. Auch steht die hohen kalkulatorischen Kosten und Zinsen in der Tarifkalkulation leider nicht im Mittelpunkt der kartellrechtlichen Prüfung. Wir erinnern an zurückliegende Pressemeldungen.

Nur zur Erinnerung: Die Gewinnabführung der teilprivatisierten Wasserbetriebe beläuft jährlich sich auf eine dreistellige Millionenhöhe. Wie Frank Bruckmann, Vorstandsvorsitzende der BerlinWasser-Holding AG, erst am vergangenen Freitag auf der Sonderausschussitzung des Abgeordnetenhauses berichtete, beliefen sich die Gewinnausschüttungen im Jahr 2011 auf 124 Millionen für die privaten Anteilseigner und 108 Millionen Gewinnen für das Land Berlin.

Die Pressemeldung des Bundeskartellamts

und die Reaktionen

Kartellamt mahnt Berliner Wasserbetriebe ab

AFP

Bonn — Zum zweiten Mal binnen fünf Monaten hat das Bundeskartellamt die Berliner Wasserbetriebe (BWB) wegen überhöhter Preise abgemahnt. Die Bonner Behörde kündigte an, sie werde die Wasserbetriebe zu Preissenkungen verpflichten.

Wasserbetriebe erneut abgemahnt

Neues Deutschland

Der Austausch von Argumenten zwischen den Berliner Wasserbetrieben (BWB) und dem Bundeskartellamt über die Trinkwasserpreise in der Hauptstadt geht in die nächste Runde. Gestern schickte die Bonner Bundesbehörde dem Berliner Versorger erneut ein

Trinkwasserpreise: Kartellamt mahnt Berliner Wasserbetriebe erneut ab

Berliner Morgenpost  ‎

Rund vier Monate nach der ersten Abmahnung im Verfahren wegen missbräuchlich überhöhter Trinkwasserpreise hat das Bundeskartellamt die Berliner Wasserbetriebe (BWB) erneut gerügt. Die Preise sollen demnach bereits im laufenden Jahr deutlich reduziert

Trotz neuer Rüge – Berliner Wasser bleibt vorerst teuer

Berliner Morgenpost  ‎

Das Kartellamt hat die Wasserbetriebe bereits zum zweiten Mal abgemahnt. Die Preise bleiben aber vorerst. Trotz einer erneuten Abmahnung der Berliner Wasserbetriebe (BWB) durch das Bundeskartellamt ist eine schnelle Senkung der Wasserpreise noch immer

Tarife überhöht: Kartellamt verschärft Kampf um Wasserpreise

Welt Online  ‎

Die Berliner Wasserbetriebe hätten die Tarife missbräuchlich überhöht, teilten die Bonner Wettbewerbshüter mit. Die Preise beim größten deutschen Anbieter müssen sie nach neuen Berechnungen der Bonner Wettbewerbshüter in diesem Jahr verglichen mit 2010

Zweite Watsche für Wasserbetriebe

BZ

Nach der Stellungnahme der Berliner Wasserbetriebe (BWB) zur Abmahnung vom 5. Dezember hat die Behörde umfangreiche Nachermittlungen eingeleitet. Nun sei wegen missbräuchlich überhöhter Trinkwasserpreise eine zweite Abmahnung verschickt worden,

Zweite Abmahnung für die Berliner Wasserbetriebe

Rundfunk Berlin-Brandenburg

Vier Monate nach einer ersten Abmahnung rügten die Wettbewerbshüter am Montag erneut die Berliner Wasserbetriebe. Sie warfen dem Unternehmen vor, es habe die Tarife missbräuchlich überhöht. Nach neuen Berechnungen der Bonner Behörde müssten die

Streit um Wasserpreise in Berlin Krasser Wasserschaden

taz.de  ‎

Das Bundeskartellamt verdonnert die Berliner Wasserbetriebe erneut zu einer Preissenkung. Die soll jetzt noch größer ausfallen.von Sebastian Heiser Ist in Berlin immer noch viel zu teuer: Wasser. Bild: dpa Das ging nach hinten los: Mit ihrem Widerstand

 

Wasserpreise sollen stärker sinken

Berliner Zeitung  ‎

Es gab wohl schon schönere Wochenanfänge für den Chef der Berliner Wasserbetriebe (BWB): Jörg Simon, 49, musste am Montag ein weiteres Schreiben des Bundeskartellamts in Empfang nehmen, das im Betreff das Wort „Abmahnung“ nennt.

Martin Kröger zur Abmahnung des Kartellamts

Neues Deutschland  ‎

Wieder eine deftige Klatsche für die Berliner Wasserbetriebe. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate bekommt der Wasserversorger einen roten Brief aus Bonn – bis zur endgültigen Preissenkungsverfügung des Bundeskartellamts zu den Trinkwasserpreisen

Bundeskartellamt: Berliner Wasserpreise müssen um 21 Prozent sinken

Berliner Umschau  ‎

Das Bundeskartellamt hat heute in dem Verfahren gegen die Berliner Wasserbetriebe (BWB) wegen missbräuchlich überhöhter Trinkwasserpreise eine zweite Abmahnung versandt. Aufgrund der Stellungnahme der BWB zu der ersten Abmahnung des Bundeskartellamtes

BWB droht Preissenkung von 292 Millionen Euro bis 2015

EUWID Wasser und Abwasser  ‎

Eine zweite Abmahnung wegen überhöhter Trinkwasserpreise hat das Bundeskartellamt am Montag an die Berliner Wasserbetriebe (BWB) versandt. Die Behörde kommt laut eigenen Angaben zu dem vorläufigen Ergebnis, dass die abgabenbereinigten Wasserpreise in

2.4., 19.30 Uhr, dlr: Ratingagenturen v. Dani Parthum

Hinweis der Wasserbürger: In Kürze erscheint das neue Buch von Werner Rügemer „Rating-Agenturen – Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart“

Die Schulmeister
Über die Arbeit der Ratingagenturen

Von Dani Parthum

Ratingagenturen sind gewinnorientierte Unternehmen und so etwas wie die Schulmeister der Finanzmärkte, denn sie bewerten die Kreditwürdigkeit von Firmen, Staaten und Finanzprodukten.

Die drei marktbeherrschenden Agenturen S&P, Moody“s und Fitch wurden schon mit dem Ausbruch der internationalen Finanzkrise heftig kritisiert. Seit in Europa um die Zahlungsfähigkeit hoch verschuldeter Euroländer gerungen wird, regt sich erneut Widerstand gegen ihren Einfluss.

Nun sollen sie Konkurrenz aus Europa bekommen. Könnte eine europäische Ratingagentur die Omnipräsenz der großen Drei tatsächlich brechen, wie manche Politiker es fordern? Zugleich wird versucht, den Agenturen mit strengen Transparenzauflagen beizukommen, um die gravierenden Interessenkonflikte der Branche aufzudecken. Ob das aber ausreichen wird, die Schulmeister zu entmachten?

31. März, 19.30 Uhr: Das blaue Wunder – eine Gaunerkomödie von der Theatergruppe Berliner Compagnie

Ein Jahr Volksgesetz UNSER WASSER
Info-Veranstaltung mit Theateraufführung – am 31. März 2012 um 19:30 Uhr

Anlässlich des einjährigen Bestehens des Volksgesetzes UNSER WASSER findet eine Benefiz-Veranstaltung in der Berliner Compagnie statt. Gezeigt wird das „Blaue Wunder“, eine Gangsterkomödie über die aufhaltsame Privatisierung des Wassers http://www.berlinercompagnie.de/index.htm

Veranstaltungsadresse:
Berliner Compagnie
Muskauer Straße 20a, 10997 Berlin
U-Bahn: Görlitzer Bahnhof

Zeit: 31.03.2012, 19:30 Uhr – 23:00 Uhr
Karten zum (ermäßigten) Preis von 10,00 EUR können vorbestellt werden unter:
Tel: (030) 612 80 493 oder Info@BerlinerCompagnie.de