11.10.2013, 11.35 Uhr, dlf: Frankreich verbietet Fracking endgültig

Frankreich verbietet Fracking endgültig

Verfassungsrat bestätigt Verbot der Förderung von Schiefergas und -öl

Von Ursula Welter

Fracking bleibt in Frankreich verboten. Der Verfassungsrat hat ein entsprechendes Gesetz bestätigt. Umweltminister Philippe Martin spricht von einem juristischen, politischen sowie ökologischen Sieg. Ein Teil der Regierung will das Verfahren jedoch noch nicht ganz abschreiben.

zur Sendung

9.10.2013, 19.15 Uhr, dlf: Zur Diskussion: Mehr oder weniger Staat – Mögliche Wege zu sozialer Gerechtigkeit

Zur Diskussion: Mehr oder weniger Staat – Mögliche Wege zu sozialer Gerechtigkeit

Diskussionsleitung: Catrin Stövesand (Deutschlandfunk)

Es diskutieren:
– Rainer Hank, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
– Dirk Heilmann, Handelsblatt
– Ulrike Herrmann, die tageszeitung, taz
– Hans-Ulrich Wehler, Professor, (Emeritus) für Allgemeine Geschichte

INTELLEKTUELLE BLINDHEIT & THEMA VERFEHLT – „Wo ist das Volk?“ Anmerkungen zum 51. Zeitforum der Wissenschaft in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Bereits während des Wahlkampfes spielte das Thema „Bürgerbeteiligung“ so gut wie keine Rolle. Und als am 8. Oktober in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften die Wochenzeitschrift DIE ZEIT interessierte Bürger zu der Veranstaltung „Wo ist das Volk?“ einlud, lieferte bereits die Auswahl der Podiumsgäste ein erstes Indiz, dass an einer ernsthaften Diskussion dieses Themas kein wirkliches Interesse bestand*. Auch während der Podiums-Diskussion erwähnte niemand, dass sich immer mehr Bürger organisieren, um im Rahmen der direkten Demokratie das Gesetzgebungsverfahren eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen, statt es den Lobbyisten, Winkeladvokaten und Erfüllungsgehilfen zu überlassen. Entsprechend forderte keiner der Podiumsgäste, dass Volksbegehren und Volksentscheide auf Bundesebene auch zum Gegenstand der Koalitionsgespräche erhoben werden müsste. Ob Prof. Friedrich von Borries, Prof. Herfried Münkler, Marina Weisband (ehemalige GF der Piratenpartei),  Juli Zeh (Schriftstellerin) oder die Moderatoren Ulrich Blumenthal vom Deutschlandfunk und Andreas Sentker von der ZEIT, allen Diskussionsteilnehmern kann nur eines weniger bescheinigt als attestiert werden: Wer seine Redebeiträge an den bestehenden politischen Entscheidungsstrukturen kreuzbrav und kritiklos ausrichtet, dem fehlt es entweder an kritischem Bewußtsein oder an intellektueller Leuchtkraft – möglicherweise auch an beidem. Doch wie schrieb bereits der Aphoristiker Gabriel Laub so treffend: „Fantasie ist etwas, was sich manche Menschen gar nicht vorstellen können“, wobei im Falle dieser Veranstaltung dieses Zitat zu korrigieren ist: … nicht vorstellen sollen. Statt intellektuelle Leuchtkraft auszustrahlen wird intellektuelle Blindheit zur Richtschnur erklärt. Doch überzeugen Sie sich selbst. Hier können Sie die Veranstaltung nachhören (LINK zur Sendung).

* Weder wurde ein Vertreter des Vereins „Mehr Demokratie e.V.“ noch ein Vertreter eines bereits gewonnenen Volksentscheides eingeladen. Auch verwiesen die Podiumsteilnehmer, soweit diese in Berlin leben bzw. arbeiten, bedauerlicherweise nicht auf die zur Zeit laufenden Volksbegehren (100% Tempelhofer Feld) bzw. laufenden Volksentscheide (Berliner Energietisch).

 

 

7.10.2013, rbb, 22.15 Uhr: Kann die Spree gerettet werden? – Ein Fluss verrostet

Kann die Spree gerettet werden? – Ein Fluss verrostet

Die Spree im Süden Brandenburgs führt rostiges Wasser. Eine Spätfolge des Braunkohlebergbaus, die vor allem die Bewohner des Spreewaldes beunruhigt. Nachdem vor Jahren alte Kohlegruben geflutet wurden, gelangt ockerfarbenes Eisenhydroxid in das Wasser der Spree.

Im Parlament

Dreharbeiten an Ragower Kahnfahrt. Quelle: Wolfgang Albus/rbb

An zahlreichen Orten hat es bereits die Lebensgrundlagen seltener Tiere und Pflanzen zerstört. Wissenschaftler und Bergbausanierer wollen den Fluss und seine Bewohner retten.
Es ist ein Rennen gegen die Zeit mit zahlreichen Herausforderungen. Zunächst soll das Vordringen des Eisenhydroxids in die sensibelsten Gebiete des Spreewaldes gestoppt werden. Welche Methode ist am schnellsten verfügbar? Wie kann langfristig das Übel direkt an der Wurzel bekämpft werden?

Talsperre bei Bühlow.Quelle: Wolfgang Albus/rbb
Improvisationstalent und Hightech spielen gleichermaßen eine Rolle:  Methoden aus Zeiten des DDR-Bergbaus werden wiederbelebt sowie neue Maschinen und Strategien entwickelt. Ein Scheitern dieses Vorhaben hätte fatale Folgen auch für den Tourismus, der vom Zauber dieser Landschaft lebt. Eine Reise entlang eines bedrohten Flusses.

Film von Wolfgang Albus

7.10.2013, 22 Uhr, Bayern 3: Faszination Wissen: Kläranlagen gegen Giftcocktail – Wie sauber ist unser Abwasser wirklich?

Das Abwasser von heute ist das Trinkwasser von übermorgen. Umso wichtiger, dass bereits bei der Erzeugung von Medikamenten und anderen Produkten auf die Schadstoffbilanz geachtet wird. Und natürlich müssen unsere Kläranlagen auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Statt mit der Wasserver- und -entsorgung profitable Geschäfte zu machen und Gewinne an private Investoren auszuschütten, sollte jeder Cent, der in diesem Bereich erwirtschaftet werden, vollständig reinvestiert werden! DAS ist eine der Kernforderungen der Wasserbürger.

Faszination Wissen: Kläranlagen gegen Giftcocktail- Wie sauber ist unser Abwasser wirklich?

Noch in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts strömten die Abwässer aus Industrie und Haushalten ungeklärt in die Flüsse und Seen. Die Folge: Viele Gewässer waren kaum mehr als stinkende Kloaken voller schaumig-brauner Fluten. Seitdem wurden viele Milliarden Euro ausgegeben, um Flüsse und Seen sauber zu halten. Allein in Bayern gibt es heute fast 3.000 kommunale Kläranlagen. Praktisch kein Tropfen Abwasser gelangt mehr ungeklärt in die Umwelt.
Fakt ist, dass sich fast alle Gewässer erholt haben. Damit schien das Umweltproblem für lange Zeit gelöst zu sein. Aber je genauer Wissenschaftler untersuchen und je genauer Analysemethoden werden, desto klarer wird: Trotz der aufwendigen Reinigung schwimmt in unserem Abwasser ein gefährlicher Cocktail aus giftigen Stoffen. Das sind vor allem moderne Chemikalien, die heutzutage immer häufiger in Medikamenten, Haushaltsreinigern, Kosmetikartikeln, Dämmstoffen und Düngemitteln vorkommen.
„Faszination Wissen“ fragt, welche Auswirkungen diese Stoffe auf Mensch und Natur haben, und wie die Kläranlagen der Zukunft aussehen müssen.

„Faszination Wissen“ ist eine 30-minütige Wissenssendung, in der jede Woche einer aktuellen und spannenden Frage aus der Wissenschaft nachgegangen wird. Moderator Gunnar Mergner nimmt die Zuschauer mit in die Welt der Forscher und Experten, wenn er Antworten sammelt, die er im Studio zusammenführt. Dabei wägt er konträre Meinungen gegeneinander ab, stellt kritische Fragen und erkundigt sich auch da, wo die Forschungsergebnisse schließlich zum Einsatz kommen.

Redaktion: Armin Olbrich

Die Wasserbürger erinnern anlässlicher dieser Sendung auch an die dlf-Reportage:

Schmerzmittel im Trinkwasser – Die Suche nach einer sauberen Lösung.Von Maren Schibilsky