Mittwoch, 11. Juni 2014, 16.30 – 18.30 Uhr, „…am Gelde hängt doch alles?“ Offenlegungsbestimmungen, Spenden- und Ausgabebegrenzungen in der direkten Demokratie

25.5.: Volksentscheid Tempelhofer Feld – Oben ja, unten nein!
Tempelhofer Feld retten, Heuschrecken stoppen!

Die Berliner Regierung behauptet gemeinsam mit den Regierungsfraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses, dass mit einer Randbebauung am Tempelhofer Feld durch kommunale Wohnungbausgesellschaften auch Mietwohnungen für einkommensschwache Haushalte entstehen sollen. Ich erinnere mich an eine Veranstaltung der AG „Soziale Stadt“ der SPD im Berliner Abgeordnetenhaus, auf der Frank Bielka, Vorstandsmitglied der größten Berliner Wohnungsbaugesellschaft Degewo mit 72.000 Wohnungen, sich damit rühmte, dass es der Degewo gelungen sei, in Wedding über 30 Prozent Hartz-IV-Empfänger los zu werden. Kommunaler Wohnungsneubau hat in Berlin schon längst seine soziale Ausrichtung verloren. Gebaut wird exklusiv. Außerdem ist zu erwarten, dass allein durch die geplante  Menge an Neubauwohnungen die ortsübliche Vergleichsmiete im unmittelbaren Umfeld massiv ansteigen wird. Natürlich brauchen wir bezahlbaren Wohnraum für alle, doch in Anbetracht der Schuldenlast Berlins stellt sich die Frage, ob das Geld nicht für andere Projekte sinnvoller anzulegen ist. Wie dennoch Wohnraum für alle geschaffen werden kann? Wir alle kennen den im Grundgesetz verankteren Grundsatz „Eigentum verpflichtet“. Diesem Grundsatz ist und muss in Ballungsgebieten auch endlich entsprochen werden, beispielsweise durch ein Gesetz, dass alle – auch privatrechtliche organisierte Wohnungsgesellschaften – verpflichtet, mindestens 30 Prozent ihres Wohnungsbestandes an sozial schwach gestellte Menschen zu vermieten ohne Ausgleichsansprüche gegenüber dem Staat. Und damit es nicht bei einer Absichtserklärung bleibt, sind such entsprechend klare Sanktionen auf den Weg zu bringen.
Abschliessend zum Tempelhofer Feld. Auf einer Veranstaltung des Grünen Abgeordneten Dirk Behrendt konnten wir in Erfahrung bringen, dass die von Senat einberufene Tempelhofer Projekt GmbH jährlich mit drei Millionen Euro ausgestattet wird, um den neoliberalen Masterplan voran zu bringen. Im Vergleich mit den Mitteln der Initiative 100% Tempelhofer Feld erinnert der Volksentscheid an den Kampf von David gegen Goliath. In diesem Zusammenhang folgender Veranstaltungshinweis: Am Mittwoch, 11. Juni 2014, 16.30 – 18.30 Uhr, findet in der Friedrich-Ebert-Stiftung (Hiroshimastraße 17, 10785 Berlin) die Veranstaltung „…am Gelde hängt doch alles?“ Offenlegungsbestimmungen, Spenden- und Ausgabebegrenzungen in der direkten Demokratie statt (zur Anmeldung).
Wer am Sonnatg wählen geht, wird mir zwei Gesetzesvorlagen konfrontiert: Dem Volksgesetz der Initiative zum 100 %igem Erhalt des Feldes und dem Gesetzentwurf des Abgeordnetenhauses zur „Rand“bebauung. Die Wasserbürger empfehlen: Stimmen Sie für das Volksgesetz der Initiative mit JA und lehnen Sie den Gesetzesentwurf der Regierungsfraktionen ab, indem Sie NEIN ankreuzen. Übrigens: Wenn beide Gesetzesentwürfe am Quorum scheitern und nicht genügend Stimmen erhalten, ist der Senat der Gewinner, denn dann gilt sein Masterplan weiter! Darum informieren Sie Ihre Nachbarn, Freunde, Kollegen.

Weitere Informationen finden Interessierte unter 100% Tempelhofer Feld: http://www.thf100.de/start.html

20.5.2014, 18 bis 22 Uhr: TTIP – Ausverkauf öffentlicher Dienstleistungen?

20.5.2014, 18.00 bis 22.00 Uhr: TTIP – Ausverkauf öffentlicher Dienstleistungen? 3.Zivilgesellschaftliches Außenwirtschaftsforum am 20.05.2014 im Langenbeck-Virchow-Haus in der Luisenstr. 58/59, Berlin-Mitte

Das EU-USA Freihandels- und Investitionsabkommen (TTIP) bedroht essentielle Dienstleistungen der Daseinsvorsorge – z.B. in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Wasser, Energie oder Verkehr. Diese müssen für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich sein und hohen qualitativen, sozialen und umweltpolitischen Standards genügen. Diese Dienstleistungen sind am Gemeinwohl orientiert und sollen nicht der Gewinnmaximierung privater Interessen dienen. Den dazu nötigen Gestaltungsspielraum auf nationaler und kommunaler Ebene drohen die TTIP Verhandlungen weiter zu beschneiden – mehr Druck in Richtung Privatisierung ist zu erwarten. Mehr zur Veranstaltung finden Interessierte hier.

11.2.2014, 22.00 Uhr, arte: Der geplünderte Staat

Dokumentation von Stefan Aust und Thomas Ammann: Dienstag, 11. Februar um 22.00 Uhr (75 Min.)

Um öffentliche Bauvorhaben und Dienstleistungen während der Eurokrise weiter finanzieren zu können, hat die Politik ein fragwürdiges Finanzierungsmodell erfunden – Öffentliche private Partnerschaften, kurz ÖPP genannt. Dabei investieren private Unternehmen in ganz Europa in die öffentliche Infrastruktur, um sie anschließend zu betreiben. Es handelt sich um ein Finanzierungskonzept, das vollkommen intransparent ist. Angeblich sollen Bund und Länder dadurch entlastet werden, doch es zeigt sich, dass private Unternehmen hier wohl eher Profit auf Kosten des Staates machen.

Die Dokumentation berichtet anhand der wichtigsten Beispiele – darunter die Hamburger Elbphilharmonie, das umstrittene Milliardenprojekt des Pariser Justizpalastes, der Ausbau der Autobahn A7 in Norddeutschland oder der Neubau der TGV-Strecke zwischen Tours und Bordeaux – über die Erfahrungen mit ÖPP in Deutschland und Frankreich. Zu Wort kommen Befürworter und Gegner aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie staatliche Finanzkontrolleure wie der Präsident des Bundesrechnungshofs, Dieter Engels.

Für die großen Investmentbanken und Baukonzerne ist ÖPP ein wichtiges Instrument, um den klammen Staaten trotz Schuldenbremse Aufträge zu entlocken und Milliarden zu leihen. Im Gegenzug erhalten sie dafür zum Teil zweistellige Renditegarantien, und das über Laufzeiten von bis zu 30 Jahren. In der Regel sind die Absprachen zwischen Staat und Konzernen geheim. So geheim, dass selbst die zuständigen Abgeordneten in den Parlamenten nicht informiert sind. „Die parlamentarische Kontrolle wird ausgebremst“, beklagt sich Anton Hofreiter, Vorsitzender der Bundestagsfraktion der Grünen.

ÖPP sei ein Modell, von dem alle profitieren, sagen Befürworter wie der ehemalige Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Aber je mehr ÖPP-Projekte es europaweit gibt und je länger sie laufen, desto deutlicher zeichnet sich ab: ÖPP werden in Wirklichkeit oft schöngerechnet.

Den Autoren gelingt es, ein Stück Geheimpolitik auszuleuchten. Berichtet wird, wie die Idee für ÖPP entstand, warum die Finanzierung zum Staatsgeheimnis erklärt wird, wer verdient – und wer am Ende bezahlt. Es geht um den staatlichen Ausverkauf, um folgenreiche Milliardengeschäfte, , und darum, wie Politiker aus guten und manchmal schlechten Gründen mit ÖPP die Zukunftsfähigkeit Europas verspielen.

Weitere Infos unter http://www.arte.tv/guide/de/049258-000/der-gepluenderte-staat

Wiederholung: Fr, 21.02. um 9:00 Uhr

7.2.2014, 20.15 Uhr, 3Sat: „Staatsgeheimnis LKW-Maut“ und im Anschluss (21 Uhr) das TV-Magazin „makro“ mit dem Thema „Deutschland zerbröselt“

Staatsgeheimnis LKW-Maut

Wie Politik und Großkonzerne kungeln

Film von Gudrun Thoma und Sebastian Schütz

Ein Segen für die klamme Staatskasse und ein Hightech-Aushängeschild für die deutsche Industrie, das sollte das Lkw-Mautsystem „Toll-Collect“ einmal werden – jetzt wird die Bundesregierung von der Vergangenheit eingeholt. Tatsächlich wurde die Maut zum Paradebeispiel für eine verkorkste Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft, die viele Verlierer hinterlässt – vor allem die Steuerzahler. Sie hätten allein für die verpatzte Einführung der Lkw-Maut ein Anrecht auf sieben Milliarden Euro Schadenersatz. Warum tun die Parteien kaum etwas, um jetzt, zum Auslaufen des Vertrags, einen sinnvollen Neubeginn zu ermöglichen?
Die Dokumentation „Staatsgeheimnis LKW-Maut“ verfolgt, wie sich Toll-Collect entwickelt hat: angefangen beim Ideengeber Peer Steinbrück über alle Regierungen von rot-grün bis schwarz-gelb, sekundiert von immer der gleichen Wirtschaftkanzlei. Die schuf ein Mammut-Vertragswerk, zu dem die Abgeordneten immer noch nicht vollen Zugang haben, obwohl sie über eine Vertragsverlängerung entscheiden sollen – oder eine Auflösung. Wahrscheinlich ist, dass das Pleite-Konsortium aus Daimler-Benz, Telekom und Cofiroute weitermachen wird wie bisher. Aus dem Schadenersatz wird dann wohl auch nichts.
(ARD/WDR)

13.1.2014, 18.30 Uhr, nano (3Sat): Whistleblower in der Forschung

Whistleblower in der Forschung unbeliebt
Nicht jeder will von gefälschten Daten wissen

Wer Betrug in der Forschung seiner Kollegen aufdeckt, hat es nicht leicht, musste der Prof. Eberhard Hildt am eigenen Leib erfahren.
Er war maßgeblich daran beteiligt, einen Ulmer Krebsforscher der Forschungsfälschung zu überführen. Der Wissenschaftler hat zusammen mit seiner Lebensgefährtin und Mitarbeiterin Daten frei erfunden. Eine gemeinsame Kommission der Universitäten Lübeck, Ulm und Berlin, wo beide gewirkt hatten, zählte 35 Fälschungen. Die Gruppe stieß unter anderem auf Beiträge, die in Literaturlisten aufgeführt, aber offenbar nie geschrieben worden waren. Außerdem sollen die Wissenschaftler die Arbeiten anderer Forscher als eigene Arbeit ausgegeben oder frei erfunden haben.
Das Betrugsverfahren gegen den Mediziner und seine Kollegin wurde jedoch eingestellt. Den beiden Professoren seien mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft Geldbußen auferlegt worden. Über die Höhe machte das Gericht keine Angaben. Die Staatsanwaltschaft hatte die beiden Wissenschaftler wegen Betruges angeklagt. Das Verfahren sei unter anderem eingestellt worden, da die Beteiligten inzwischen aus dem Beamtenverhältnis entlassen wurden. Außerdem sei dem Land kein finanziell messbarer Schaden entstanden.